Neue Lasertechnologie kann gefälschten Wein erkennen, ohne Flaschen öffnen zu müssen

📅 2026-09-01

Zusammenfassung:

Eine durch Methanolverunreinigung verursachte Alkoholvergiftung ist in Ländern mit strengen Alkoholvorschriften relativ selten, stellt jedoch in Gebieten, in denen gefälschter Alkohol weit verbreitet ist, immer noch ein ernstes Problem dar. Solche Ereignisse ereignen sich fast jedes Jahr und können Tod, Blindheit und dauerhafte Behinderung zur Folge haben.

Vor einigen Jahren kam es in einem Backpacker-Hostel in Laos zu einer Methanolvergiftung, bei der sechs ausländische Touristen starben. Im Jahr 2025 kam es in Türkiye außerdem zu einem größeren Vorfall mit einer vorgetäuschten Alkoholvergiftung, bei dem 160 Menschen ums Leben kamen und mehr als 250 Menschen unterschiedlich schwere körperliche Verletzungen erlitten. Es wird angenommen, dass beide Vorfälle mit dem Konsum von Alkohol in Zusammenhang stehen, der mit illegal hergestelltem Methanol versetzt ist.

Methanol ist auch deshalb besorgniserregend, weil bereits geringe Dosen schwerwiegende Folgen haben. Etwa 10 Milliliter Methanol oder zwei Teelöffel können zu dauerhafter Blindheit und Nierenversagen führen; Eine größere Einnahme kann tödlich sein.

Es gibt drei Hauptarten von Alkohol, die im täglichen Leben häufig vorkommen: Ethanol, das in alkoholischen Getränken enthalten ist, Isopropylalkohol, der zur Desinfektion und Reinigung verwendet wird, und Methanol, eine Industriechemikalie, die in Scheibenwaschflüssigkeit, Frostschutzmitteln und Lösungsmitteln verwendet wird. Zum Trinken ist nur Ethanol geeignet, einige Hersteller gefälschter Weine verdünnen Ethanol jedoch mit Methanol. Dies kann geschehen, weil Methanol die Illusion eines höheren Alkoholgehalts erzeugen kann, nicht wie Alkohol besteuert wird und billig ist, was den Gewinn steigert.

Normale Alkoholhersteller wenden in der Regel strenge Qualitätskontrollsysteme an und alle Produkte werden umfangreichen Tests unterzogen. Diese Art der Prüfung ist nicht nur teuer, sondern dauert auch lange. Bis Wissenschaftler der University of St. Andrews in Schottland und der University of Adelaide in Südaustralien, Australien, eine neue Entdeckung machten, war es nicht möglich, den Wein zu testen, ohne die Flasche zu öffnen und eine Probe an ein Labor zu schicken.

Die Forscher verwendeten eine Technik namens Raman-Spektroskopie, um den sogenannten „einzigartigen chemischen Fingerabdruck einer Flüssigkeit“ zu lesen. Das Prinzip besteht darin, einen Laserstrahl in eine Flüssigkeit einzustrahlen und dann die Streuänderungen zu analysieren, die dadurch entstehen, dass das Licht auf die Flüssigkeitsoberfläche trifft und die Flüssigkeitsmoleküle anregt. Unterschiedliche Flüssigkeiten entwickeln unterschiedliche spektrale Signaturen, und diese Signaturen können die chemische Zusammensetzung der Flüssigkeit verraten.

Durch die präzise Formung des Laserstrahls und die Änderung seiner Wellenlänge konnten die Forscher Störungen herausfiltern, die durch die Weinflasche selbst verursacht wurden. Daher erfordert diese Nachweismethode kein Öffnen der Flasche, was sie zu einem der wichtigsten Durchbrüche in dieser Forschung macht.

Das Forschungsteam entdeckte Methanol in Whisky und die festgestellte Konzentration entsprach etwa einem Zehntel des international anerkannten Sicherheitsstandards. Diese Technologie ist zwar äußerst zuverlässig, aber auch kostengünstiger und schneller als herkömmliche Labortests, sodass davon ausgegangen wird, dass sie zu einem wichtigen Instrument im weltweiten Kampf gegen gefälschten Wein wird.

Große Wein produzierende Länder wie Australien könnten erheblich profitieren, da Weinbetrug die globale Industrie jedes Jahr Milliarden von Dollar kostet. Das Potenzial dieses Ansatzes geht jedoch weit über die Alkoholindustrie hinaus. Forscher hoffen, damit in Zukunft gefälschte Parfüme identifizieren, Pestizidverunreinigungen in Olivenöl erkennen und die Qualitätskontrolle in der gesamten Landwirtschaft weiter verbessern zu können.

Diese neue Technologie richtet sich derzeit an große Organisationen wie Zollbehörden, Alkoholhersteller und -händler sowie Lebensmittelsicherheitsbehörden. Dadurch verringert sich möglicherweise das Risiko, dass gefälschter Wein in die Regale gelangt, doch die Verbraucher sind möglicherweise immer noch gefährdet. Die Vermeidung ungewöhnlich günstiger alkoholischer Getränke und Produkte mit unvollständigen oder nicht standardmäßigen Etiketteninformationen ist für Verbraucher immer noch eine wirksame Möglichkeit, sich zu schützen.

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