Zusammenfassung:
Innenraumreinigungs- und Desinfektionsprodukte können eine wichtige Quelle für die Bildung von Nanopartikeln sein, so eine Studie, die auf dem Herbstsymposium der American Chemical Society (ACS) vorgestellt wurde. Forscher fanden heraus, dass Duftstoffbestandteile in Reinigungsmitteln, wenn sie mit dem Ozon in Innenräumen reagieren, große Mengen an Nanopartikeln produzieren, wodurch die in Innenräumen eingeatmete Feinstaubdosis das Niveau erreicht oder übersteigt, wenn man an einer stark befahrenen Straße steht.

Die Forschung wurde von einem Team unter der Leitung des Ingenieurs Brendan Bull von der Purdue University durchgeführt. Die Forscher führten hochauflösende Messungen flüchtiger organischer Verbindungen, einschließlich Terpene, in einem kleinen, eigens dafür gebauten Haus an der Purdue University durch und verglichen die Ergebnisse mit verschiedenen Umgebungen, auch im Freien. Studien haben ergeben, dass das einfache Aufsprühen und Wischen von Reinigungsmittel auf Arbeitsplatten die Terpenkonzentration in Innenräumen über das in bewaldeten Umgebungen typische Niveau hinaus erhöhen kann.
Terpene sind für den Duft vieler Reinigungsmittel verantwortlich und kommen häufig in den Düften von Pflanzen wie Zitrone, Kiefer, Thymian und Lavendel vor. Moderne Reinigungsmittel fügen häufig ätherische Öle wie Zitrus- und Kiefernöl hinzu, um den Benutzern ein sauberes und hygienisches Gefühl zu vermitteln. Diese Verbindungen wurden jedoch ursprünglich nicht dazu entwickelt, die Natur sauberer riechen zu lassen. Sie haben oft biologische Funktionen, beispielsweise als Abwehrsignale für Pflanzen oder als Hilfe für Pflanzen bei der Abwehr von Schädlingen und Raubtieren. Terpene gelten im Allgemeinen als relativ sicher, wenn sie in kleinen Mengen eingenommen werden, und haben möglicherweise sogar einige gesundheitliche Vorteile. Die Forscher stellten jedoch eine andere Frage: Was wäre, wenn diese Substanzen in großen Mengen als Aerosole in der Küchenluft schweben würden?

Die Forscher erklärten, dass es in Waldumgebungen normalerweise keine großen Mengen Ozon gibt, Ozon jedoch in Innenräumen und Büros vorhanden sein kann. Ozon ist ein Molekül aus drei Sauerstoffatomen, das durch eine Ionisierungsreaktion entsteht. Es kommt häufig in Geräten wie Kopiergeräten vor und kann auch von UV-Lampen und einigen hocheffizienten Luftreinigern erzeugt werden. Terpene in Reinigungsmitteln kondensieren nach einer Oxidationsreaktion mit Ozon zu Nanopartikeln. Diese Partikel sind klein genug, um tief in die Lunge und möglicherweise weiter in den Blutkreislauf einzudringen.
Bull sagte, dass sich am Ende der Innenreinigung häufig eine große Anzahl von Nanopartikeln in der Luft gebildet habe und einige von ihnen während des Reinigungsprozesses eingeatmet worden seien. Die Konzentrationen von Nanopartikeln könnten auf Werte ansteigen, die mit Verkehrsemissionen vergleichbar seien, sagte das Team. Allerdings glauben die Forscher nicht, dass „Terpenrauch“ in der Küche mit den gesundheitlichen Risiken der Luftverschmutzung an städtischen Kreuzungen gleichzusetzen ist. Die Partikelzusammensetzung ist bei beiden unterschiedlich, die insgesamt eingeatmete Feinstaubdosis in der Raumluft dürfte jedoch höher sein.
Forscher stellen fest, dass diese Nanopartikel die Atemwege reizen und Entzündungen fördern können, was eine erneute Überlegung erforderlich macht, ob Duftstoffe in einigen Reinigungsprodukten wirklich wichtig sind. Das Problem, so Bull, sei, dass die Menschen diese Partikel oft nicht sehen, auch keinen Rauch, Staub oder Dunst, sondern stattdessen davon ausgehen, dass die Luft sauber sei, weil sie gut rieche.
Das Forschungsteam schlägt vor, dass das Öffnen von Fenstern zum Lüften nach der Reinigung, die Wahl von Reinigungsmitteln mit geringem Geruch und die allmähliche Gewöhnung an den ursprünglichen natürlichen Geruch im Raum dazu beitragen können, diese Art von Verschmutzung zu reduzieren. Die Forschung wurde auf dem Symposium „Healthy Indoor Spaces: Connecting Microbiome and Chemistry“ der American Chemical Society vorgestellt.

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