Zusammenfassung:
Die US-amerikanische Federal Communications Commission hat kürzlich eine „bedingte Genehmigung“ für ASUS genehmigt, die es den Routern und drahtlosen Netzwerkgeräten des taiwanesischen Herstellers ermöglicht, weiterhin auf den US-Markt zu gelangen. Zuvor hat die US-Regierung im Ausland hergestellte Consumer-Router in die sogenannte „Covered List“ aufgenommen, die es relevanten neuen Modellen grundsätzlich verbietet, die für den Verkauf erforderlichen behördlichen Zertifizierungen zu erhalten. Allerdings hat Asus den von der US-Regierung eingeführten Sicherheitsüberprüfungsprozess bestanden und war einer der ersten großen Routerhersteller, der erfolgreich eine Ausnahmegenehmigung erhielt.

Die US-amerikanische Federal Communications Commission hat im März dieses Jahres alle im Ausland hergestellten Consumer-Router in die Covered List aufgenommen, mit der Begründung, dass diese Geräte möglicherweise ein Risiko für die Sicherheit der Lieferkette und des Netzwerks darstellen. Die US-Regierung geht davon aus, dass im Ausland hergestellte Router in böswilliger Absicht genutzt werden könnten und eine Gefahr für die Heimnetzwerke, kritische Infrastruktur und sogar die nationale Sicherheit von US-Bürgern darstellen.
Diese Maßnahme verpflichtet amerikanische Verbraucher jedoch nicht dazu, alle Router ausländischer Marken in ihren Häusern wegzuwerfen. Router, die eine FCC-Zertifizierung erhalten haben und auf dem US-amerikanischen Markt verkauft werden, sind von dem Verbot nicht betroffen. Von Verbrauchern gekaufte Geräte können weiterhin verwendet werden, und Händler können ältere, zugelassene Modelle weiterhin verkaufen. Das Verbot richtet sich gegen neue zukünftige Modelle und im Ausland hergestellte Router, die noch keine behördliche Genehmigung in den USA erhalten haben.
Gleichzeitig hat die US-Regierung den Herstellern die Möglichkeit eingeräumt, eine „bedingte Genehmigung“ zu beantragen, um nachzuweisen, dass relevante Produkte keine inakzeptablen nationalen Sicherheitsrisiken darstellen. Nach Erhalt der Genehmigung können Hersteller weiterhin die FCC-Zertifizierung neuer Produkte beantragen und neue Router-Produkte auf dem US-Markt einführen.
ASUS hat diesen Prozess nun erfolgreich bestanden.
Diese Genehmigung deckt eine breite Palette von Produkten ab, darunter Router der ASUS RT-Serie, ROG GT-Serie, ROG Strix GS-Serie, TUF Gaming-Serie, ExpertWiFi-Serie, ZenWiFi Mesh-Serie, 5G MiFi-Serie sowie drahtlose Repeater und drahtlose Zugangspunkte.
Das bedeutet, dass die aktuellen wichtigen Produktlinien für drahtlose Netzwerke für Verbraucher und Unternehmen von Asus alle behördliche Genehmigungen für den Eintritt in den US-Markt erhalten haben und nicht nur einige bestimmte Router davon ausgenommen sind.
Nach Angaben der US-Regulierungsbehörden ist diese bedingte Genehmigung derzeit bis zum 6. März 2028 gültig. Während dieses Zeitraums kann ASUS weiterhin berechtigte neue Produkte auf dem US-Markt verkaufen und nachfolgende Updates und Zertifizierungen seiner drahtlosen Netzwerkprodukte weiter vorantreiben.
Dieses Ergebnis ist für Asus besonders wichtig, da die meisten Router des Unternehmens nicht in den USA hergestellt werden. Die Netzwerkprodukte von ASUS werden hauptsächlich in Taiwan hergestellt, das Unternehmen verfügt jedoch auch über Produktionsstätten auf dem chinesischen Festland und arbeitet mit einer Reihe von Drittherstellern zusammen. In den letzten Jahren hat ASUS angesichts der Zölle und Veränderungen in der Lieferkette einige seiner Produktionsaktivitäten auch auf Thailand, Vietnam, Indonesien, Mexiko und die Tschechische Republik ausgeweitet.
Wenn die US-Regierung das Verbot daher streng nach dem „im Ausland hergestellten“ Standard umgesetzt hätte, wäre Asus ernsthaft betroffen gewesen. Nach Erhalt der bedingten Genehmigung kann das Unternehmen weiterhin Wi-Fi-Geräte der neuen Generation in den USA verkaufen und künftige Wi-Fi 8-Produkte weiter bewerben.
Der Zeitpunkt der Zulassung durch ASUS ist ebenfalls etwas ganz Besonderes, da der gesamte US-amerikanische Markt für Consumer-Router einer erheblichen Umstrukturierung unterliegt.
TP-Link, einer der größten Hersteller von Heim-WLAN-Routern in den USA, hat noch immer keine Zulassung unter ähnlichen Bedingungen erhalten. Da TP-Link in den USA über einen sehr hohen Marktanteil verfügt, ist die Frage, ob seine Produkte weiterhin die behördliche Zulassung für neue Modelle erhalten können, zu einer wichtigen Variable für die zukünftige Entwicklung des US-amerikanischen Router-Marktes geworden.
Eine der Hauptsorgen der US-Regierung in Bezug auf TP-Link war, ob es Verbindungen zwischen dem Unternehmen und der chinesischen Regierung und dem chinesischen Militär gab. TP-Link hat eine Beziehung seit langem dementiert, aber die US-Regulierungsbehörden haben ihm immer noch nicht die gleiche Zustimmung erteilt wie Asus.
Damit ist ASUS auch ein direkter Nutznießer dieser Richtlinienänderung.
Für amerikanische Verbraucher könnte sich das Wettbewerbsmuster auf dem Markt erheblich ändern, wenn TP-Link weiterhin eingeschränkt bleibt und Asus normal neue Produkte auf den Markt bringen kann. Asus hat bereits einen starken Einfluss in den Bereichen High-End-Gaming-Router, Mesh-Systeme und Wi-Fi-7-Produkte und die kommenden Wi-Fi-8-Produkte könnten seine Vorteile noch weiter ausbauen.
Asus hat auf der diesjährigen Taipei Compute Show bereits Wi-Fi 8-Router wie den ROG Rapture GT-BN98 Pro sowie das ZenWiFi BN12 Mesh-System für normale Heimanwender vorgestellt. Wi-Fi 8 erhöht nicht einfach nur die theoretische Übertragungsgeschwindigkeit, sondern legt mehr Wert auf Netzwerkstabilität, Latenz in Umgebungen mit hoher Last und die Leistung, wenn viele Geräte gleichzeitig verbunden sind.
Ohne diese bedingte Genehmigung könnte ASUS bei der künftigen Markteinführung dieser drahtlosen Netzwerkprodukte der neuen Generation in den Vereinigten Staaten mit erheblichen Unsicherheiten konfrontiert sein. Mit der behördlichen Zulassung verfügt die Wi-Fi-8-Produktlinie nun über die Voraussetzungen, zumindest auf dem US-Markt weiter voranzukommen.
Eine „bedingte Genehmigung“ bedeutet jedoch nicht, dass die US-Regierung inzwischen die Beschränkungen für im Ausland hergestellte Router aufgehoben hat. Vielmehr handelt es sich eher um eine Reihe von Ausnahmemechanismen für die Sicherheitsüberprüfung bestimmter Anbieter und Produkte.
Die US-Regierung verlangt von Herstellern, die eine bedingte Genehmigung beantragen, die Offenlegung von Informationen wie Unternehmenseigentum, Vorstandsmitgliedern, Beteiligungen ausländischer Regierungen und Kontrolle. Sie müssen außerdem detaillierte Informationen zur Herstellung und Lieferkette vorlegen, um das Design, die Entwicklung, die Herstellung und den Zusammenbau des Produkts sowie die Herkunft der Hauptkomponenten zu erläutern.
Darüber hinaus müssen Hersteller auch einen Plan zur Lokalisierung der US-amerikanischen Fertigung und Lieferkette vorlegen, einschließlich eines konkreten Zeitplans für den Aufbau oder Ausbau der US-Produktionskapazitäten und anschließender Fortschrittsberichte.
Mit anderen Worten: Die US-Regierung beurteilt nicht einfach, „ob diese Marke ein amerikanisches Unternehmen ist“ oder „ob der Router in einem bestimmten Land hergestellt wird“. Stattdessen hofft man, die Eigenkapitalstruktur, die Lieferkette, den Produktionsstandort und den Produktsicherheitsmechanismus des Unternehmens besser zu verstehen.
Dies erklärt auch, warum das sogenannte „Verbot von im Ausland hergestellten Routern“ in den Vereinigten Staaten tatsächlich komplizierter ist, als es scheint.
Als die FCC im März dieses Jahres ein Verbot erließ, wurde klargestellt, dass im Ausland hergestellte Verbraucher-Router wahrscheinlich Schwachstellen in der Lieferkette und Netzwerksicherheitsrisiken verursachen würden. Die US-Regierung erwähnte auch ausdrücklich Cyberangriffe wie Volt, Flax und Salt Typhoon und glaubte, dass im Ausland hergestellte Netzwerkausrüstung ein Einstiegspunkt für Angreifer in die US-Netzwerkinfrastruktur werden könnte.
Die FCC betonte jedoch auch, dass das Verbot auf neue Geräte abzielt und sich nicht rückwirkend auf Produkte auswirkt, die gekauft wurden und verwendet werden. Router, die zuvor eine FCC-Zertifizierung erhalten haben, können weiterhin verkauft, verwendet und Software-Updates erhalten.
Dies ist für amerikanische Verbraucher sehr wichtig, denn wenn regulatorische Richtlinien eine große Anzahl bestehender Router direkt daran hindern, Sicherheitspatches zu erhalten, könnte dies zu neuen Netzwerksicherheitsproblemen führen. Router sitzen oft am Rande von Heim- und Unternehmensnetzwerken, und sobald sie keine Firmware-Updates mehr erhalten, können bekannte Schwachstellen bestehen bleiben.
Derzeit passt auch die US-Regierung die Umsetzung dieser Richtlinie schrittweise an. Beispielsweise haben die Regulierungsbehörden für Software- und Firmware-Updates für bestehende Geräte den entsprechenden Ausnahmezeitraum verlängert, um Verbote zu vermeiden, die letztendlich dazu führen, dass eine große Anzahl eingesetzter Router keine Sicherheitsupdates mehr erhalten kann.
Asusteks US-Betriebe sind nach Erhalt der bedingten Genehmigung vorübergehend von der schlimmsten Unsicherheit befreit. Das Unternehmen kann nicht nur weiterhin bestehende Produkte verkaufen, sondern auch neue Generationen von Routern und drahtlosen Netzwerkgeräten weiterentwickeln.
Gleichzeitig spiegelt dieser Vorfall auch wider, dass sich auf dem US-Router-Markt eine ganz besondere Situation entwickelt: Einerseits hofft die US-Regierung, ihre Abhängigkeit von im Ausland hergestellter Netzwerkausrüstung zu verringern; Andererseits ist die aktuelle US-amerikanische Consumer-Router-Industrie selbst stark von der globalen Lieferkette abhängig, und es gibt nur sehr wenige Produkte, die wirklich in den Vereinigten Staaten entwickelt, hergestellt und in einem geschlossenen Lieferkettenkreislauf hergestellt werden.
Sogar einige amerikanische Router-Marken verlassen sich bei der Herstellung und den Komponenten auf asiatische Lieferketten. Wenn die Beschränkungen also strikt auf „Fertigung im Ausland“ basieren, wird es für den US-Markt tatsächlich schwierig sein, genügend Ersatzprodukte zu finden.
Die bedingte Zulassung von Asus ist dieses Mal größtenteils das Ergebnis eines Kompromisses zwischen Realität und Politik. Anstatt Produkte dauerhaft zu verbieten, nur weil sie im Ausland hergestellt werden, ermöglicht die US-Regierung Herstellern, die Einhaltung durch Sicherheitsüberprüfungen, Offenlegungen in der Lieferkette und Lokalisierungspläne nachzuweisen.
Für Asus bedeutet dies, dass es die Vereinigten Staaten zumindest für einige Zeit weiterhin als wichtigen Markt betrachten kann. Für Verbraucher bedeutet dies, dass ASUS Wi-Fi 7, Wi-Fi 8, ROG-Gaming-Router, ZenWiFi Mesh und andere drahtlose Netzwerkprodukte aufgrund der in diesem Jahr eingeführten Richtlinie für im Ausland hergestellte Router nicht plötzlich vom US-Markt zurückgezogen werden.
Was wirklich Aufmerksamkeit verdient, ist die Frage, ob TP-Link und andere Hersteller, die noch keine bedingte Genehmigung erhalten haben, in Zukunft ähnliche Tests bestehen können. Wenn mehr Hersteller ausgenommen werden, könnte sich das US-Router-Verbot schließlich zu einem System der unternehmensinternen Überprüfung der Lieferketten und der Netzwerksicherheit entwickeln; Wenn nur wenige Hersteller zugelassen werden, könnte sich die Wettbewerbslandschaft des US-amerikanischen Consumer-Router-Marktes noch deutlicher verändern.
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