Zusammenfassung:
Die National Basketball League (NBA) gab kürzlich die Ergebnisse ihrer Untersuchung bekannt und verhängte eine der härtesten Strafen in der Geschichte der Liga gegen die Los Angeles Clippers und ihren Besitzer Steve Ballmer. Ballmer, der vor einem Jahr jegliche Verstöße entschieden bestritt, wurde nun nicht nur für ein Jahr von der Liga ausgeschlossen, sondern die Clippers haben auch fünf künftige Erstrunden-Draft-Picks aufgegeben und ihm eine Geldstrafe von 30 Millionen US-Dollar auferlegt. Auslöser des Vorfalls war eine Podcast-Sendung „Pablo Torre Finds Out“, die von der Außenwelt zunächst nicht allgemein ernst genommen wurde.

Der Vorfall lässt sich bis ins letzte Jahr zurückverfolgen. Damals wurde bekannt, dass Clippers-Star Kawhi Leonard einen kommerziellen Werbevertrag im Wert von 28 Millionen US-Dollar erhalten hatte, die Außenwelt konnte die damit verbundenen tatsächlichen Werbeaktivitäten jedoch kaum erkennen. Trotz aller Zweifel stellte Ballmer in Interviews mit den Medien klar, dass die Clippers nicht an unzulässigen Absprachen beteiligt waren.
Ein investigativer Podcast des ehemaligen ESPN-Reporters Pablo Torre verfolgte den Vorfall jedoch weiter und stellte nach und nach einen Zusammenhang zwischen den Geschäftsbeziehungen zwischen mehreren Unternehmen und den Clippers her. Ein Unternehmen, das im Rampenlicht stand, war das Fintech-Unternehmen Aspiration, das später in einen großen Betrugsskandal verwickelt wurde. Als sich die Ermittlungen vertieften, vermutete Torres Team, dass diese Geschäftsbeziehungen möglicherweise dazu genutzt wurden, Leonard zusätzliche Vorteile zu verschaffen und so die Gehaltsobergrenzen der NBA zu umgehen.
Nach einer langen Untersuchung kam ein 35-seitiger Bericht einer von der NBA beauftragten Anwaltskanzlei schließlich zu dem Schluss, dass einige frühere öffentliche Äußerungen nicht den Tatsachen entsprachen. In dem Bericht wurde direkt darauf hingewiesen, dass Ballmers relevante Aussagen „zumindest unzutreffend“ seien, während einige Aussagen, die sich an Gillian Zucker, Operationspräsidentin von Clippers, richteten, als „eindeutig unwahr“ befunden wurden.
In der Koalitionsuntersuchung wurde auch die Rolle eines anderen Unternehmens, Daktronics, detailliert beschrieben. Das Unternehmen ist für die Herstellung großer elektronischer Displays bekannt und war an der Ausschreibung für das riesige „Halo-Screen“-Projekt im Intuit Dome, dem neuen Heimstadion der Clippers, beteiligt. Ermittlungsunterlagen zufolge diskutierten die beiden Parteien, nachdem die Clippers Daktronics als bevorzugten Partner ausgewählt hatten, über eine sogenannte „Return-Business“-Vereinbarung. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Führungskräfte der Clippers anschließend vorgeschlagen haben, die Vereinbarung durch die Unterzeichnung einer Werbevereinbarung mit Leonard abzuschließen, die die kommerzielle Transaktion an das zusätzliche Einkommen des Spielers knüpft.
Die NBA stellte fest, dass diese Art von Vereinbarung über den Rahmen einer normalen geschäftlichen Zusammenarbeit hinausging und tatsächlich einen Akt darstellte, den Spielern dabei zu helfen, vertragsübergreifende Vorteile zu erhalten, wodurch die Fairness des Gehaltsobergrenzensystems der Liga beeinträchtigt wurde.
Laut Strafentscheid wurde Ballmer für ein Jahr gesperrt; Die Clippers verloren von 2029 bis 2033 fünf Jahre in Folge ihre Erstrunden-Draft-Picks und wurden mit einer Geldstrafe von 30 Millionen US-Dollar belegt. Leonard selbst akzeptierte eine Geldstrafe von 700.000 US-Dollar, auch sein Geschäftsführer wurde aus der Liga verbannt. Clippers-Präsident Zucker wurde für ein Jahr suspendiert, und der Basketball-Chef Lawrence Frank wurde für sechs Monate suspendiert. Darüber hinaus werden die Teams in den nächsten fünf Jahren einer zusätzlichen Compliance-Aufsicht durch die Liga unterliegen.
Angesichts des Strafergebnisses starteten die Clippers schnell einen Gegenangriff. Das Team reichte einen scharf formulierten Brief an die Liga ein, in dem es der Untersuchung Voreingenommenheit vorwarf und sagte, der gesamte Vorfall sei auf „haltlose Anschuldigungen eines Podcast-Moderators“ zurückzuführen. Die Clippers sagten außerdem, dass ihnen als Reaktion auf die Untersuchung Anwaltskosten in zweistelliger Millionenhöhe entstanden seien und dass der Vorfall auch den Ruf des Teams geschädigt und die Beziehungen zu Geschäftspartnern beeinträchtigt habe.
Als die Liga jedoch offiziell den Abschluss der Untersuchung verkündete, wurde dieser zunächst von vielen Menschen ignorierte Podcast zu einem wichtigen Wendepunkt im gesamten Vorfall. Die monatelangen Ermittlungen von Pablo Torre und seinem Team führten nicht nur dazu, dass die Außenwelt die Geschäftsabläufe hinter Leonards Werbevertrag noch einmal überprüfte, sondern veranlassten die Liga letztlich auch zu einer umfassenden Untersuchung und führten zu der schwerwiegendsten Disziplinarmaßnahme der Clippers in den letzten Jahren.
Für den 70-jährigen Ballmer ist diese Krise zweifellos eine der größten Krisen, die er seit der Übernahme der Clippers erlebt hat. Für die NBA ist dieser Fall auch ein klares Signal an die Teams der Liga: Jeder Versuch, die Salary-Cap-Regeln durch außergerichtliche kommerzielle Vereinbarungen zu umgehen, kann äußerst schwerwiegende Folgen haben.
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