Die Vereinten Nationen arbeiten mit Google zusammen, um die globale statistische Datenbank so zu rekonstruieren, dass sie besser an KI-Tools und Interaktionsumgebungen mit natürlicher Sprache angepasst werden kann

📅 2026-09-18

Zusammenfassung:

Die Vereinten Nationen haben kürzlich eine Zusammenarbeit mit Google angekündigt und planen, das riesige globale statistische Datensystem für Systeme der künstlichen Intelligenz zugänglicher und nutzbarer zu machen. Das Ziel dieser Zusammenarbeit besteht nicht nur darin, menschlichen Benutzern den bequemeren Zugriff auf Daten zu ermöglichen, sondern auch darin, eine zuverlässige Dateninfrastruktur für die aufkommende Ära der KI-Agenten aufzubauen.

Die dieses Mal gestartete neue Plattform heißt „UN System Data Commons“. Das System basiert auf der Open-Source-Data-Commons-Technologie von Google und ermöglicht es Benutzern, statistische Informationen von mehreren Organisationen der Vereinten Nationen direkt über natürliche Sprache abzufragen, ohne wie in der Vergangenheit Daten Schicht für Schicht in herkömmlichen Datenbankschnittstellen suchen und filtern zu müssen.

Die neue Plattform wird das bestehende UNData-Portal ersetzen. Im Vergleich zum alten System, das hauptsächlich auf der Suche nach Schlüsselwörtern und dem Durchsuchen von Datenbanken beruhte, lässt sich die neue Plattform besser an Tools für künstliche Intelligenz und Interaktionsumgebungen in natürlicher Sprache anpassen. Zukünftig können Nutzer direkt nach Daten zu globaler Entwicklung, Bevölkerung, Bildung, Gesundheit, Wirtschaft und anderen Bereichen suchen, indem sie täglich Fragen stellen.

Noch wichtiger ist, dass das System das Model Context Protocol (MCP) unterstützt, das derzeit im Bereich der künstlichen Intelligenz weit verbreitet ist. Dieser technische Standard ermöglicht es Modellen der künstlichen Intelligenz, eine direkte Verbindung zu externen Datenquellen herzustellen, sodass KI-Agenten bei der Durchführung von Analyse-, Forschungs- und Abfrageaufgaben direkt auf offizielle Statistiken der Vereinten Nationen zurückgreifen können, anstatt sich auf instabile oder ungeprüfte Informationsquellen zu verlassen.

Ein wichtiger Grund, warum die Vereinten Nationen dieses Projekt fördern, ist, dass immer mehr Studien zeigen, dass aktuelle Mainstream-KI-Modelle immer noch offensichtliche Probleme bei der Verarbeitung verlässlicher statistischer Daten haben.

Ein kürzlich von UNICEF durchgeführter Test zeigte, dass große Sprachmodelle mehrerer Unternehmen, darunter OpenAI, Anthropic und Google, bei der Beantwortung von Fragen zu globalen Entwicklungsindikatoren keine zufriedenstellende Leistung erbrachten. Der Test umfasste mehr als 133.000 Antwortbeispiele und die durchschnittliche Genauigkeit von sechs gängigen großen Sprachmodellen betrug nur 21,2 %.

Die Forscher stellten fest, dass etwa 60 % der Antworten nicht einmal verwertbare Zahlen lieferten. Viele Modelle neigen dazu, Antworten mit vagen Formulierungen zu vermeiden, und selbst wenn sie numerische Ergebnisse liefern können, ändern sich die Antworten oft, wenn dieselben Fragen zu unterschiedlichen Zeitpunkten wiederholt gestellt werden.

Zu den am Test teilnehmenden Modellen gehören GPT-4o, GPT-4o-mini, Claude Sonnet 4.5, Claude Haiku 4.5, Gemini 2.5 Flash und Gemini 2.0 Flash. Das Forschungsteam ist der Ansicht, dass diese Situation die gravierenden Zuverlässigkeitsprobleme widerspiegelt, mit denen aktuelle Systeme der künstlichen Intelligenz beim Aufruf globaler Entwicklungsdaten immer noch konfrontiert sind.

Gleichzeitig beobachtet UNICEF auch einen weiteren wichtigen Trend: Immer mehr Nutzer greifen auf Statistiken über Tools der künstlichen Intelligenz statt über herkömmliche Suchmaschinen zu.

Daten zeigen, dass seit Anfang dieses Jahres die Zahl der Besuche auf der UNICEF-Datenwebsite über Tools für künstliche Intelligenz wie ChatGPT im Vergleich zum Vorjahr um 67 % gestiegen ist. Derzeit machen Besuche von Assistenten der künstlichen Intelligenz etwa ein Zehntel des gesamten Traffics der Website aus. Für eine Datenplattform, die mehr als 6 Millionen Besuche pro Monat erhält, zeigt diese Änderung, dass sich die Art und Weise, wie Benutzer Informationen erhalten, schnell verändert.

In diesem Zusammenhang sind sich die Vereinten Nationen bewusst, dass die bloße Veröffentlichung von Daten nicht mehr ausreicht. Wenn wir hoffen, dass zukünftige Systeme der künstlichen Intelligenz verlässliche statistische Daten genau referenzieren können, müssen wir diese Daten proaktiv maschinenlesbar, KI-zugänglich und durch intelligente Agenten aufrufbar machen.

Derzeit haben sich 26 Organisationen der Vereinten Nationen verpflichtet, dieser neuen Plattform beizutreten, und die Daten von fast 20 von ihnen wurden zur Nutzung bereitgestellt, wenn das System online geht. Es wird erwartet, dass die Plattform durch den Zugang weiterer Institutionen in Zukunft umfangreiche amtliche statistische Ressourcen innerhalb des Systems der Vereinten Nationen zusammenführt, die mehrere Bereiche wie Wirtschaft, Gesellschaft, Umwelt, Bildung, Gesundheit und nachhaltige Entwicklung abdecken.

Die Vereinten Nationen gaben an, dass sie hoffen, dass globale Forscher, politische Entscheidungsträger, Unternehmen und die breite Öffentlichkeit durch diesen Plan Zugang zu einer zuverlässigeren Datenbasis erhalten und gleichzeitig sicherstellen, dass in Zukunft immer mehr Systeme, die für Analysen und Entscheidungen auf KI angewiesen sind, auf verlässlichen Fakten und nicht auf instabilen oder fehlerhaften Informationsquellen basieren können.

Da künstliche Intelligenz nach und nach zu einem wichtigen Portal für Menschen wird, um Wissen zu erlangen und Informationen abzufragen, gilt die Zusammenarbeit der Vereinten Nationen mit Google auch als erster wichtiger Versuch einer internationalen Organisation, systematisch eine offizielle Dateninfrastruktur für das „KI-Zeitalter der Agenten“ aufzubauen.

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