Ein TikTok-Verbot für Geräte der US-Regierung hat sich als schwierig durchzusetzen erwiesen. Einen Monat, nachdem festgestellt wurde, dass der IRS einem bundesweit verordneten Verbot nicht nachkommt, fragen sich zwei republikanische Senatoren, warum die Behörde einigen Mitarbeitern der Behörde immer noch den Zugriff auf das soziale Netzwerk gestattet und was das für die Sicherheit der IRS-Daten bedeutet.

Der heute angekündigte Brief wurde am Donnerstag von den US-Senatoren Marsha Blackburn (Tenn.), einem Mitglied des Unterausschusses für Steuern und IRS-Aufsicht, und John Thune (South Dakota), dem ranghöchsten Mitglied des Unterausschusses für Steuern und IRS-Aufsicht, an den IRS geschickt. Sie baten den IRS, auf Fragen dazu zu antworten, warum er das Verbot nicht aufrechterhalte, und sagten, dass die Datenerfassungspraktiken von TikTok die Vertraulichkeit von Steuerzahlerdaten gefährden könnten.

Tatsächlich berichtete das Wall Street Journal heute, dass TikTok-Mitarbeiter manchmal immer noch Daten mit der chinesischen Muttergesellschaft ByteDance teilen, obwohl TikTok eine Operation mit dem Codenamen „Project Texas“ implementiert hat, um US-Benutzerdaten auf den Servern von Oracle in den USA zu speichern. Der Schritt soll der US-Regierung versichern, dass US-Benutzerdaten sicher sind. Das Wall Street Journal stellte fest, dass TikTok-Manager Mitarbeiter manchmal anweisen, Daten über inoffizielle Kanäle mit anderen zu teilen, darunter private Daten wie E-Mails, Geburtstage oder IP-Adressen der Benutzer.

Der Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichts über die Nutzung von TikTok durch den IRS könnte bei den Gesetzgebern Bedenken hervorrufen, dass die US-Benutzerdaten von TikTok nicht so geschützt sind wie erhofft. Es zeigt auch, wie schwierig es wäre, ein solches Verbot inmitten der Bürokratie und Bürokratie der US-Regierung durchzusetzen, und zeigt gleichzeitig, wie es aussehen würde, ein solches Verbot allen Amerikanern auf Bundesebene durchzusetzen – eine Maßnahme, die nach Ansicht einiger Politiker auf beiden Seiten des Ganges ergriffen werden sollte.

Was das IRS betrifft, so stellte ein Bericht des Treasury Inspector General for Tax Administration (TIGTA) letzten Monat fest, dass Mitarbeiter der IRS Criminal Investigation Division immer noch auf TikTok auf Computern und Mobilgeräten zugreifen konnten, lange nachdem das Office of Management and Budget (OMB) im Februar 2023 Leitlinien herausgegeben hatte, „die Verwendung von TikTok auf Regierungsgeräten zu verbieten“. Dem Bericht zufolge hat der IRS die Kriminalpolizei weder auf offiziellem Weg um eine Befreiung von dem Verbot gebeten, noch den Zugang von Mitarbeitern zu TikTok gesperrt.

Das IRS entgegnete, es brauche keine Ausnahme, da die TikTok-App nur über Software von Drittanbietern genutzt werde, ihre Geräte also nicht direkt mit TikTok verbunden seien. Der IRS lehnte auch die Idee ab, dass der Leiter der Kriminalpolizei einen Plan ausarbeiten sollte, um den Zugriff der Mitarbeiter auf die App vollständig zu sperren, und erklärte, dass er seine eigenen internen Verfahren verwenden würde, um Ausnahmen festzulegen. TIGTA sagte, dass insgesamt 2.800 Mobilgeräte in der Abteilung auf TikTok zugreifen konnten.

Ansonsten hat sich die IRS weitgehend an das Verbot gehalten. Als TIGTA feststellte, dass 23 Mitarbeiter der Kommunikations- und Kontaktgruppe, die für die Überwachung sozialer Medien zuständig ist, Telefone mit Zugriff auf TikTok nutzten, wurden sie aufgefordert, die App zu verbieten. Die Behörde kündigte außerdem an, dass sie ihre Leitlinien zur „Bring Your Own Device“ (BYOD)-Richtlinie bis Oktober 2024 aktualisieren werde, um sie an das Verbot anzupassen.

In einem Brief an TikTok drängten die Senatoren den IRS wegen seiner Verzögerung bei der Durchsetzung des Verbots und der Gewährung von Ausnahmen für Kriminalermittler im BYOD-Programm. „Der IRS hält sich nicht nur nicht an das Gesetz, sondern seine mangelnden Maßnahmen bei der Durchsetzung des TikTok on Government Devices Act könnten vertrauliche Steuerinformationen auf Geräten von TikTok preisgeben, das enge Verbindungen zur Kommunistischen Partei Chinas hat und dessen Datenpraktiken alarmierend sind“, schrieben sie.

In dem Brief wird der IRS gebeten, bis zum 8. Februar 2024 eine Reihe von Fragen zu beantworten. Zu diesen Fragen gehört: Wie viele IRS-Mitarbeiter verwenden ihre eigenen Geräte, wie viele von ihnen verwenden Geräte mit derselben IRS-bezogenen Funktionalität, um auf TikTok zuzugreifen, und welche Sicherheitsprotokolle müssen IRS-Mitarbeiter befolgen, um Steuerzahlerdaten zu schützen. Senatoren möchten auch wissen, ob der IRS TikTok aus strafrechtlichen Ermittlungen zu Mobilgeräten entfernt hat und warum sie TikTok überhaupt brauchten.

TikTok wurde um einen Kommentar gebeten, hatte zum Redaktionsschluss jedoch noch keinen erhalten.

Der IRS ist nur ein Aspekt des US-Verbots von TikTok auf Regierungsgeräten. Im vergangenen Februar gab die US-Regierung Regierungsbehörden 30 Tage Zeit, um sicherzustellen, dass die App nicht mehr auf den Telefonen und Computern ihrer Mitarbeiter installiert wurde. Die Anordnung folgt auf ähnliche Verbote, die von Dutzenden US-Bundesstaaten und anderen Ländern außerhalb der USA erlassen wurden, darunter der Europäischen Union, Kanada, Indien und anderen. Montanas Verbot von TikTok beispielsweise liegt nun auf Eis, nachdem ein Bundesrichter letzten Monat entschieden hat.