Eine aktuelle Studie der University of York zeigte, dass ältere Erwachsene, die an einem Zahlenrätselspiel teilnahmen, über Gedächtnisfähigkeiten verfügten, die mit denen in ihren Zwanzigern vergleichbar waren. Untersuchungen zeigen außerdem, dass Erwachsene ab 60 Jahren, die süchtig nach digitalen Puzzlespielen sind, irrelevante Ablenkungen besser ignorieren können. Bei älteren Erwachsenen, die Strategiespiele spielten, wurden jedoch keine derartigen Verbesserungen des Gedächtnisses oder der Aufmerksamkeit beobachtet.
Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass ältere Erwachsene, die Zahlenrätselspiele spielen, über Gedächtnisfähigkeiten verfügen, die denen von 20-Jährigen vergleichbar sind, und über eine erhöhte Fähigkeit, Ablenkungen zu ignorieren. Dennoch führte das Spielen von Strategiespielen nicht zu den gleichen kognitiven Verbesserungen, sodass weitere Forschung erforderlich ist, um die unterschiedlichen Auswirkungen verschiedener Spieltypen auf Gedächtnis und Aufmerksamkeit in verschiedenen Altersstufen zu verstehen.
Es ist bekannt, dass mit zunehmendem Alter die Denkfähigkeit des Menschen tendenziell nachlässt, insbesondere die Fähigkeit, sich an mehrere Dinge gleichzeitig zu erinnern – das sogenannte Arbeitsgedächtnis. Es wird angenommen, dass das Arbeitsgedächtnis im Alter zwischen 20 und 30 Jahren seinen Höhepunkt erreicht und dann mit zunehmendem Alter langsam abnimmt.
Frühere Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass sich die Art und Weise, wie wir Informationen in unserem Gehirn speichern, mit zunehmendem Alter verändert. Deshalb untersuchte Yorks Team, ob bestimmte Arten geistiger Stimulation, wie zum Beispiel Spiele, mit zunehmendem Alter auch unterschiedliche Auswirkungen haben könnten.
Dr. Fiona McNab von der Abteilung für Psychologie an der University of York sagte: „Viele Forschungen haben sich auf Actionspiele konzentriert, weil angenommen wird, dass schnelle Reaktionen, das Verfolgen von Zielen usw. die Aufmerksamkeit und das Gedächtnis verbessern, aber unsere neue Analyse zeigt, dass Aktionselemente jungen Menschen offenbar keine nennenswerten Vorteile bringen. Stattdessen scheinen strategische Elemente in Spielen – wie „Dinge wie Planung und Problemlösung“ bei jüngeren Menschen ein besseres Gedächtnis und eine bessere Aufmerksamkeit zu stimulieren.“ Bei älteren Menschen sehen wir jedoch nicht den gleichen Effekt und es sind weitere Untersuchungen erforderlich, um zu verstehen, warum. Wir können nicht ausschließen, dass der Grad der Herausforderung für die Verbesserung des Gedächtnisses wichtig sein könnte.“
An der Studie nahmen ältere und jüngere Erwachsene teil, die digitale Spiele spielten, die sie normalerweise im „echten Leben“ spielen würden. Deshalb wurde neben dem Test verschiedener Spiele auch ein digitales Experiment durchgeführt, bei dem die Teilnehmer gebeten wurden, sich abgelenkt Bilder zu merken.
Dr. Joe Cattin vom Fachbereich Informatik an der University of York sagte: „Im Allgemeinen sind Menschen ziemlich gut darin, irrelevante Ablenkungen zu ignorieren, was wir ‚Ablenkungen kodieren‘ nennen. Wir würden beispielsweise erwarten, dass sich eine Person den Namen einer Straße merken kann, wenn sie von Kindern oder Hunden abgelenkt wird, aber diese Fähigkeit nimmt mit zunehmendem Alter ab.“
„Puzzlespiele für ältere Erwachsene haben diese erstaunliche Fähigkeit, die geistigen Fähigkeiten zu unterstützen, bis zu dem Punkt, dass Gedächtnis und Aufmerksamkeit auf dem gleichen Niveau sind wie bei einem 20-Jährigen, der noch nie Puzzlespiele gespielt hat.“
Ältere Erwachsene, die nur Strategiespiele spielten, vergaßen jedoch eher, woran sie sich erinnerten, wenn sie abgelenkt waren, während jüngere Erwachsene, die nur Puzzlespiele spielten, weniger konzentriert waren.
Die Forscher sagen, zukünftige Studien könnten sich darauf konzentrieren, warum Spieler unterschiedlichen Alters unterschiedlich von verschiedenen Arten von Spielen betroffen sind und ob dies etwas damit zu tun hat, wie das Gehirn mit zunehmendem Alter Informationen speichert.