Router-Hersteller vermarkten ihre Geräte seit langem als „Gaming“-Produkte, doch unter normalen Umständen können Router oft kein Spiel alleine ausführen. Zwei Hardware-Enthusiasten verspürten jedoch das Bedürfnis, diesen Mythos mit einem beispiellosen Abenteuer zu zerstören.

Ein neues, auf KittenLabs geteiltes Projekt beschreibt einen echten Gaming-Router – ein Netzwerkgerät, das von Hackern so programmiert werden kann, dass es mithilfe einer externen GPU (AMDRadeon über PCIe verbunden) ein bestimmtes Spiel ausführt. Dieser Router ist TP-LinkTL-WDR4900 und das ausgewählte Spiel ist das klassische Action-Adventure-Spiel „Grand Theft Auto: Vice City“, das 2002 von Rockstar herausgebracht wurde.

„TobleMiner“, einer der beiden Hacker hinter diesem Kunststück, erwähnte auf Mastodon, dass er Unternehmen, die sogenannte „Game-Router“ bewerben und verkaufen, schon immer „wirklich gehasst“ habe. Gemeinsam mit „Manawyrm“ beschlossen sie, den ihrer Meinung nach ersten echten Gaming-Router überhaupt zu entwickeln.

Der TL-WDR4900v1 ist ein „sehr interessanter“ WLAN-Router, wie auf der Projektseite erläutert. Es basiert auf der PowerPC-CPU von NXP und verwendet nicht wie andere typische Router eine MIPS- oder ARM-CPU. Diese CPU bietet einen vollen 36-Bit-Adressraum und ausreichend Rechenleistung für einen 2013 erschienenen Router. Der Prozessor enthält außerdem einen „brillanten“ PCIe-Controller für die Verbindung der CPU mit dem integrierten 2,4-GHz- und 5-GHz-WLAN-Chipsatz. "

Vor der Installation von OpenWrt und der 32-Bit-Distribution von Debian Linux müssen Modder einen miniPCIe-Steckplatz hinzufügen, um die externe GPU anzuschließen, die zum Ausführen des Spiels erforderlich ist. Auch auf der Softwareseite waren einige zusätzliche Arbeiten erforderlich, um letztendlich ältere Radeon-Treiber zu verwenden, um eine ausreichende Kompatibilität mit 32-Bit-Betriebssystemen sicherzustellen.

Die beiden Hacker entschieden sich dafür, eine inoffizielle Version von Grand Theft Auto: Vice City namens ReVC zu betreiben, eine rückentwickelte Version des Spiels, das Rockstar per Klage aus dem Internet löschen will.

Nach Tagen des Tüftelns und Code-Änderns läuft Grand Theft Auto: Vice City endlich auf einem benutzerdefinierten Gaming-Router, der Tastatur und Maus unterstützt. Den von den Hackern auf YouTube geposteten Video-Testimonials nach zu urteilen, scheint die Grafik in Ordnung zu sein, obwohl die Geschwindigkeit nicht beeindruckend ist, was man von einem 22 Jahre alten Spiel erwarten würde.

Auch das Spielerlebnis ist nicht perfekt, da die Interaktion mit NPCs im Spiel unterbrochen wird und es zu grafischen Verzerrungen kommt. Die Welt ist leer, aber der hervorragende Soundtrack der GTA-Serie bleibt bestehen.