Trotz der zunehmenden Beliebtheit von Schutzsoftware steigt die Zahl der Kreditkartenstreitigkeiten bei Visa (V.US) nach der Pandemie weiter an, da der Betrug mit dem E-Commerce und der Inflation zunimmt. Die vom Zahlungsunternehmen bereitgestellten Daten zeigen, dass die Streitigkeiten im Visa-Netzwerk im Jahr 2022 auf über 90 Millionen angestiegen sind. Im Vergleich dazu wurden im Jahr 2019 mehr als 70 Millionen Streitfälle eingereicht, ein Anstieg von 24 % während der Epidemie im Jahr 2020 und ein Anstieg von etwa 2 % jedes Jahr in den Jahren 2021 und 2022.

Obwohl Verbraucher häufig solche Klagen einreichen, was sie zu einem der häufigsten Fälle von Kreditkartenbetrug macht, bleiben solche Streitigkeiten ein undurchsichtiges Segment der Zahlungsbranche. Mastercard (MA) und American Express (AXP) lehnten es beide ab, Daten zu Streitigkeiten bereitzustellen. Visa und Mastercard haben beide im Jahr 2019 die Streitpräventionsunternehmen Verifi Inc. bzw. Ethoca Ltd. übernommen und bewerben ihre Produkte regelmäßig auf Konferenzen.


Die Bearbeitung von Streitigkeiten kann für Kreditkartenunternehmen und Händler kostspielig und umständlich sein, und wenn Streitigkeiten zu Rückbuchungen führen, können Rückbuchungen den Händlern viel Geld kosten – laut Verifi von Visa kostet sie den Händler etwa 2,40 US-Dollar pro Streitfalldollar und laut Ethoca von Mastercard bis zu 3,36 US-Dollar pro Streitfalldollar.

Eine Umfrage des Streitautomatisierungs-Startups Just Ltd ergab, dass mehr als drei Viertel der Verbraucher in Großbritannien und den USA im vergangenen Jahr einen Streitfall eingereicht hatten, es jedoch keinen klaren Konsens darüber gab, wer die Rechnung bezahlen würde.

Der Anstieg der Streitigkeiten wird weitgehend auf die anhaltende Verlagerung auf Online-Einkäufe seit Beginn der Coronavirus-Pandemie und in geringerem Maße auf die steigende Inflation zurückgeführt. Einige Einzelhändler, darunter auch Giganten wie Walmart (WMT), empfehlen ihren Kunden sogar, Kreditkarten-Streitbeilegungssysteme zur Beilegung von Rückbuchungsstreitigkeiten zu nutzen, anstatt sie intern zu bearbeiten. Auch die Zahl der Google-Suchen nach „Kreditkartenstreitigkeiten“ ist seit 2019 gestiegen.


Andererseits kommt dies jedoch öffentlichen Unternehmen wie Riskified Ltd. (RSKD) zugute, die versuchen, Kreditkartenbetrug zu beseitigen. Das in Tel Aviv ansässige Unternehmen, das mit Marken wie Prada (01913), GoPro Inc. (GPRO.US) und Peloton (PTON.US) zusammenarbeitet, erwartet für dieses Jahr ein Umsatzwachstum von etwa 15 %. Auch Risikokapital erfährt Aufmerksamkeit – Justt hat im Jahr 2021 in Finanzierungsrunden 70 Millionen US-Dollar eingesammelt.

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