Italienische Kanus demonstrieren die frühe Entwicklung fortschrittlicher Seefahrtstechnologie. Eine kürzlich in der Open-Access-Zeitschrift PLOSONE veröffentlichte Studie von Juan F. Guibája vom Nationalen Forschungsrat in Barcelona, ​​​​Spanien, und Kollegen zeigt, dass Menschen vor mehr als 7.000 Jahren technologisch fortschrittliche Schiffe nutzten, um das Mittelmeer zu befahren.

Forschungen haben ein technologisch fortschrittliches Schiff entdeckt, das vor mehr als 7.000 Jahren im Mittelmeer eingesetzt wurde. Dies demonstriert die fortschrittlichen Seefahrtstechniken früher europäischer Zivilisationen und weist auf ein tiefes Verständnis des Schiffsbaus und potenzieller Wege für zukünftige archäologische Entdeckungen hin. Ausgrabung von Kanu Nr. 5. Bildquelle: Gibaja et al., 2024, PLOSONE, CC-BY4.0

Viele der wichtigsten Zivilisationen Europas haben ihren Ursprung an der Mittelmeerküste. Dies wird durch das Vorhandensein von Schiffstransporten in den archäologischen Aufzeichnungen und das Vorhandensein von Siedlungen an der Küste und auf den Inseln belegt. In dieser Studie werfen Gibaja und Kollegen ein neues Licht auf die Geschichte der Seefahrtstechnologie, indem sie Kanus aus dem neolithischen Seedorf La Marmotta in der Nähe von Rom, Italien, analysieren.

Bei Ausgrabungen vor Ort wurden fünf Kanus (Kanus) entdeckt, die aus ausgehöhlten Bäumen gebaut und auf die Zeit zwischen 5700 und 5100 v. Chr. datiert wurden. Die Analyse der Kanus ergab, dass sie aus vier verschiedenen Holzarten hergestellt waren, was für ähnliche Standorte ungewöhnlich ist, und dass sie auch fortschrittliche Konstruktionstechniken wie Querverstärkung verwendeten.

Eines der Kanus ist auch mit drei T-förmigen Holzobjekten verbunden, die jeweils eine Reihe von Löchern aufweisen, die wahrscheinlich zur Befestigung von an Segeln oder anderen nautischen Elementen befestigten Seilen dienten. Diese Merkmale sowie frühere Rekonstruktionsexperimente lassen darauf schließen, dass es sich um seetüchtige Schiffe handelte, eine Schlussfolgerung, die durch das Vorhandensein von Steinwerkzeugen gestützt wird, die mit nahegelegenen Inseln an der Stätte in Verbindung stehen.

Mamota Nr. 1 Kanu. Ausgestellt im Stadtmuseum von Rom. Bildquelle: Gibaja et al., 2024, PLOSONE, CC-BY4.0

Der Autor beschreibt diese Kanus als herausragende Beispiele prähistorischer Schiffe, deren Bau detaillierte Kenntnisse der Baukonstruktion und der Holzeigenschaften sowie organisierte und spezialisierte Arbeitskräfte erforderte. Die Ähnlichkeiten zwischen diesen Kanus und neuerer Seefahrtstechnologie stützen die Annahme, dass viele der großen Fortschritte in der Seefahrtstechnologie in der frühen Jungsteinzeit erzielt wurden. Die Autoren glauben, dass in der Nähe von La Marmota möglicherweise noch weitere Schiffe erhalten bleiben, was einen möglichen Weg für zukünftige Forschungen darstellt.

Die Autoren fügen hinzu: „Die direkte Datierung der neolithischen Kanus von La Marmotta zeigt, dass es sich um die ältesten Kanus im Mittelmeerraum handelt, und liefert wertvolle Einblicke in die neolithische Navigation. Diese Studie enthüllt die erstaunlich fortschrittliche Technologie der frühen Bauern- und Hirtengemeinschaften und hebt ihre Zimmermannsfähigkeiten und komplexen Bootsbautechniken hervor.“

Zusammengestellt von: ScitechDaily