Satellitenbeobachtungen von Saharastaub, der sich von Marokko über den Atlantischen Ozean bewegt, verdeutlichen die Rolle der Sahara als Hauptstaubquelle. Dieser Staub beeinflusst das Wetter auf der ganzen Welt, und eine aktuelle Studie hat gezeigt, dass unterschiedliche Konzentrationen von Saharastaub den Niederschlag tropischer Stürme dämpfen oder verstärken können.

Satellitenbild von Staubströmen vor der Küste Südmarokkos, aufgenommen mit der Radiometer-Suite für sichtbares Infrarot an Bord des SuomiNPP-Satelliten am 24. August 2024.

Im Sommer 2024 strömten aus Südmarokko dichte Staubbänder vor die Küste. Das VIIRS (Visible Infrarot Imaging Radiometer Suite) auf dem SuomiNPP-Satelliten hat dieses Bild einer Staubwolke aus der Sahara am 24. August 2024 aufgenommen, als starke Winde sie über den Atlantischen Ozean wehten.

Die Sahara ist die größte Staubquelle der Erde, und Staubpartikel können Tausende von Kilometern zurücklegen. Vom späten Frühling bis zum frühen Herbst trägt eine Schicht trockener, staubiger Saharaluft diese Partikel typischerweise hoch in der Atmosphäre nach Westen über den Atlantischen Ozean. Aufgrund der unterschiedlichen Windrichtungen im Winter und Frühling erreicht der aus Nordafrika wehende Staub relativ geringe Höhen über Großbritannien und Westeuropa.

Nach Angaben der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) lässt die Aktivität in der Sahara-Atmosphäre nach Mitte August nach, sodass es unwahrscheinlich ist, dass die hier gezeigte Wolke über den Ozean wandert. Stattdessen bewegt es sich in einem Bogen nach Norden, während es über den Ozean weht. Allerdings erreichten Anfang des Sommers mehrere Feinstaubwolken aus der Sahara die Vereinigten Staaten und sorgten für Dunst über Texas.

Wissenschaftler interessieren sich unter anderem für Staubereignisse in der Sahara im Sommer, weil sie Auswirkungen auf große Sturmsysteme haben. Trockene, stabile und staubhaltige Luft hemmt die Entstehung tropischer Wirbelstürme im Nordatlantik. In einer neuen Studie stellen Forscher fest, dass Staub die Niederschlagsmenge dieser Stürme regulieren kann.

Mithilfe maschineller Lernmodelle auf der Grundlage von Wetterdaten, Niederschlagsschätzungen der NASA IMERG (Integrated Multi-Satellite Retrieval for GPM) und anderen Satellitenmessungen stellten die Autoren der Studie fest, dass die optische Staubtiefe – ein Maß dafür, wie viel Licht durch Staub dringt – ein Schlüsselfaktor bei der Vorhersage tropischer Wirbelsturmniederschläge ist. Sie kamen zu dem Schluss, dass Staubpartikel bei niedrigeren Konzentrationen die Bildung von Regenwolken fördern, während bei höheren Konzentrationen die blockierende Wirkung von Staub auf das Sonnenlicht Niederschläge unterdrückt.

Bild des NASA Earth Observatory von Lauren Dauphin unter Verwendung von VIIRS-Daten, die von EOS DISLANCE, GIBS/Worldview und Suomi National Polar Orbiting Partners der NASA bereitgestellt wurden.

Zusammengestellt von /scitechdaily