Global News, die japanische Website „Nikkei Asia“, berichtete am 12., dass die koreanische Gesellschaft seit langem glaubt, dass große Menschen im Leben erfolgreicher sind. Dieses Konzept hat viele Eltern dazu veranlasst, „mit allen Mitteln“ zu versuchen, ihre Kinder größer werden zu lassen. Diese „Größenvoreingenommenheit“ auf sozialer Ebene und die damit verbundenen unwissenschaftlichen Verhaltensweisen haben Bedenken hinsichtlich der körperlichen und geistigen Gesundheit von Kindern geweckt.

Die starke Besessenheit koreanischer Eltern hinsichtlich der Körpergröße ihrer Kinder hat nicht nur mit dem Aussehen zu tun, sondern steht auch in engem Zusammenhang mit sozialem Wettbewerb und Beschäftigungsdruck. Berichten zufolge waren Größenbeschränkungen in der Vergangenheit in vielen Berufen in Südkorea üblich. Vor 2007 mussten beispielsweise Männer, die sich für einen Polizeijob bewarben, mindestens 167 Zentimeter und Frauen mindestens 157 Zentimeter groß sein. Bis 2014 verlangte Korean Air von weiblichen Flugbegleitern eine Mindestgröße von 162 Zentimetern. Obwohl die Größenbeschränkungen in einigen Berufen inzwischen aufgehoben wurden, glauben viele Eltern immer noch, dass die Körpergröße ein wichtiger Wettbewerbsfaktor bei der Beschäftigung und im sozialen Miteinander ist.

Im August 2023 verabschiedete die südkoreanische Stadt Daejeon das erste südkoreanische Gesetz zur Förderung der Körpergröße von Kindern, das die Gesundheit von Kindern fördern soll. Es wird geschätzt, dass jährlich 3,7 Milliarden Won (100 Won, etwa 0,52 Yuan) für größenbezogene Tests für Grundschüler bereitgestellt werden. Viele Menschen kritisierten den Gesetzentwurf, weil er die Menschen ermutige, mehr Wert auf das Aussehen zu legen, was heftige Kontroversen auslöste.

Gleichzeitig nimmt die Werbung für „höhensteigernde“ Produkte und Behandlungen in Korea zu, insbesondere in koreanischen Krankenhäusern, Apotheken und Bildungseinrichtungen. Berichten zufolge gab es allein im März dieses Jahres im koreanischen Internet 259 Anzeigen zum Thema Kindergröße.

Südkoreas „Central Daily News“ berichtete, dass einige koreanische Eltern ihren Kindern mit normaler Entwicklung sogar auf eigene Kosten Wachstumshormonspritzen zum Zwecke des „Wachstums“ gestatten, was jedes Mal etwa 100.000 Won kostet. Da Wachstumshormoninjektionen für Kinder in Südkorea immer häufiger vorkommen, wird der koreanische Markt für Wachstumshormoninjektionen von 148,8 Milliarden Won im Jahr 2019 auf 444,4 Milliarden Won im Jahr 2023 wachsen, fast dreimal so viel wie erstere. Auch Berichte über Nebenwirkungen von Wachstumshormon-Injektionen häufen sich. Die südkoreanische Tageszeitung Hankyoreh Daily berichtete, dass die Zahl der Berichte über schwerwiegende Nebenwirkungen von 436 im Jahr 2019 auf 1.626 im Jahr 2023 gestiegen sei.

Einige medizinische Experten vermuten, dass eine übermäßige Einnahme von Wachstumshormonen zu Hand- und Fußdeformationen, Skoliose und anderen Problemen führen kann. Für heranwachsende Kinder ist es hilfreicher, richtige Lebensgewohnheiten zu entwickeln, wie zum Beispiel angemessene Bewegung und ausreichend Schlaf.