Am Donnerstag (2. Januar) Ortszeit rief Elon Musk, der reichste Mann der Welt, zu Neuwahlen im Vereinigten Königreich auf. Dies ist ein weiterer Eingriff in die europäische Politik. Musk veröffentlichte eine Reihe von Beiträgen, in denen er die britische Politik kritisierte, auf X, einer Social-Media-Plattform, die ihm gehört. Er stellte die früheren Erfahrungen des Premierministers Starmer als Generalstaatsanwalt in Frage, forderte die Freilassung des rechtsextremen Provokateurs Tommy Robinson (richtiger Name Stephen Yaxley-Lennon) und behauptete, dass nur die von Nigel Farage geführte britische Reformpartei das Vereinigte Königreich retten könne.

Musk forderte Neuwahlen in Großbritannien als Reaktion auf einen Beitrag über den Rückgang der Unterstützung für Starmers Labour-Regierung.

Bei den britischen Parlamentswahlen im Juli dieses Jahres führte Starmer die Labour Party zu einem überwältigenden Sieg und wurde neuer britischer Premierminister. Dies markiert die Rückkehr der Labour Party an die Macht nach 14 Jahren.

Starmers Regierung verfügt über eine Mehrheit im Parlament und es besteht derzeit keine Chance, dass er ein Misstrauensvotum im Unterhaus verliert, das für eine vorzeitige Neuwahl notwendig wäre. Den Vorschriften zufolge sollen die nächsten Parlamentswahlen im Vereinigten Königreich im Jahr 2029 stattfinden.

Angesichts der Tatsache, dass der designierte US-Präsident Trump Musk zum Leiter des vorgeschlagenen Department of Government Effectiveness (DOGE) ernannt hat, könnten Musks anhaltende Angriffe auf die britische Regierung Auswirkungen auf die sogenannte Sonderbeziehung zwischen Großbritannien und den USA haben.

Unter „Special Relationship“ versteht man die sehr enge politische, diplomatische, kulturelle, wirtschaftliche, militärische und historische Beziehung zwischen dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten.

Musk hat in letzter Zeit viele öffentliche Kommentare zur Politik in verschiedenen Ländern abgegeben. In den Vereinigten Staaten hat Musks tiefes Engagement in der Politik bei den Demokraten für Unzufriedenheit gesorgt, und einige verspotteten ihn als „Co-Präsidenten“.

Er hat auch wiederholt die Regierung von Bundeskanzler Scholz kritisiert und die rechtsextreme Partei Alternative für Deutschland unterstützt und die Wähler dazu aufgerufen, die Partei bei der Bundestagswahl im Februar zu unterstützen.

Bisher hat die britische Starmer-Regierung nicht öffentlich auf Musks Kritik reagiert.

Im Gegensatz dazu war die Reaktion der deutschen Regierung auf Musk weniger gelassen, viele Beamte in politischen Kreisen des Landes warfen ihm vor, er versuche, sich in die Wahl einzumischen.