Forscher fanden heraus, dass das Nordgrönland-Schelfeis seit 1978 mehr als ein Drittel seines Volumens verloren hat, hauptsächlich aufgrund steigender Meerestemperaturen. Dieser Verlust gefährdet die Rolle der Eisschelfs als natürliche Barrieren, die verhindern, dass Eis in den Ozean fließt und möglicherweise den Anstieg des Meeresspiegels beschleunigt.

Eine neue Studie zeigt, dass Nordgrönlands größtes schwimmendes Schelfeis seit 1978 mehr als ein Drittel seines Volumens verloren hat, was vor allem auf die steigenden Meerestemperaturen zurückzuführen ist. Dieses Schmelzen stellt ein Risiko für ihre entscheidende Rolle bei der Begrenzung des Eisflusses in den Ozean dar und wirkt sich dadurch auf den Anstieg des Meeresspiegels aus.

Das Volumen der größten schwimmenden Schelfeise in den polaren Eisschilden ist seit 1978 um mehr als ein Drittel zurückgegangen. In einer am 7. November in der Zeitschrift Nature Communications veröffentlichten Studie stellten Wissenschaftler des französischen Nationalen Zentrums für wissenschaftliche Forschung (CNRS) zusammen mit Kollegen in Dänemark und den Vereinigten Staaten fest, dass ein Großteil der Ausdünnung der Schelfeise auf steigende Temperaturen im umgebenden Ozean zurückzuführen ist, die zum Abschmelzen schwimmender Gletscherausläufer führen. Bis dahin galten die Gletscher in diesem Gebiet als stabil, im Gegensatz zu empfindlicheren Bereichen der polaren Eiskappe, die Mitte der 1980er Jahre zu schwächen begann.

Der Zachariæ-Isstrøm-Gletscher warf 2016 kilometerlange Eisberge ins Meer. Das Schmelzen der Nordgrönland-Plattform könnte erhebliche Auswirkungen auf den Anstieg des Meeresspiegels haben. Bildnachweis: ©RomainMillan

Diese im Norden Grönlands gelegenen Eisschelfs spielen eine entscheidende Rolle bei der Regulierung der in den Ozean abgegebenen Eismenge, indem sie als riesige gefrorene „Staudämme“ fungieren. Obwohl Grönland bereits für 17 % des aktuellen Meeresspiegelanstiegs verantwortlich ist, könnte jede Schwächung dieser Barrieren dazu führen, dass mehr Eis freigesetzt wird und der Wasserspiegel weiter ansteigt.

Die Ergebnisse wurden aus Feldbeobachtungen, Luftaufnahmen und Satellitendaten in Kombination mit regionalen Klimamodellen abgeleitet.