Das norwegische Robotikunternehmen 1X hat am Freitag seinen neuesten Heimroboter, NeoGamma, auf den Markt gebracht. Das humanoide System wird die Nachfolge von NeoBeta antreten, das im August gestartet wurde. Wie die Vorgängergenerationen ist NeoGamma ein Prototyp, der zum Testen in einer häuslichen Umgebung konzipiert ist. Bilder des Roboters zeigen, dass er Haushaltsaufgaben wie Kaffee kochen, Wäsche waschen und Staubsaugen erledigen kann.
1X sagt, dass der zweibeinige Roboter das Labor für begrenzte Heimtests verlassen wird, das Unternehmen fügt jedoch schnell hinzu, dass Gamma noch weit von der kommerziellen Einführung und Bereitstellung entfernt ist.
NeoGamma repräsentiert die weichere Seite der humanoiden Roboterindustrie – sowohl im übertragenen als auch im wörtlichen Sinne. 1X hat den Roboter mit einem freundlicheren Aussehen und gestrickter Nylon-Schutzkleidung entworfen. Letzteres soll den Schaden verringern, den Roboter bei Kontakt mit Menschen anrichten können.
NeoGamma entstand aus einer langen Reihe humanoider Roboter von Unternehmen wie Agility, Apptronik, BostonDynamics, Figure und Tesla. Während Unternehmen wie Figure bereits Robotersysteme in Laboren betreiben, die häusliche Umgebungen simulieren, legen alle den Schwerpunkt auf den Einsatz in Lagern und Fabriken. Der „Family First“-Ansatz des 1X macht ihn einzigartig im Vergleich zu seinen direkten Konkurrenten.
Heimroboter waren schon immer ein heikles Thema. Abgesehen von Roboterstaubsaugern, die von Unternehmen wie iRobot hergestellt werden, ist noch kein Roboter wirklich auf den Markt gekommen. Das liegt nicht daran, dass es keinen Versuch gibt, sondern daran, dass die Technologie einfach nicht vorhanden ist.
Heimroboter müssen nützlich, zuverlässig, erschwinglich und weitaus sicherer sein als Industrieroboter. Dies ist umso wichtiger, wenn man bedenkt, dass die Alterstechnologie wahrscheinlich eines der Hauptziele für humanoide Heimroboter sein wird. Mit zunehmendem Durchschnittsalter der Bevölkerung wird das unabhängige Leben älterer Menschen zu einem immer wichtigeren Technologieziel.
Neben einer weicheren Schale verweist 1X auf Fortschritte im integrierten künstlichen Intelligenzsystem von Gamma als Schlüsselfaktor für die Entwicklung sichererer Roboter. Diese Systeme erfordern ein äußerstes Bewusstsein für ihre Umgebung, um mögliche Schäden an Personen oder Eigentum zu vermeiden. Remote-Operationen sind ebenfalls ein wichtiger Teil des Sicherheitsgesprächs. Während für die meisten Menschen völlige Autonomie das ultimative Ziel ist, ist es für den Menschen auch wichtig, in Notsituationen, insbesondere zu Hause, die Kontrolle über das System zu übernehmen.
Über seinen einzigartigen Fokus hinaus erregte 1X erstmals die Aufmerksamkeit vieler in der Branche, als OpenAI als früher Unterstützer bekannt gegeben wurde. Für viele ist das Konzept der verkörperten Intelligenz (künstliche Intelligenz mit physischer Präsenz) der nächste logische Schritt in der brandheißen Welt der generativen künstlichen Intelligenz. Seitdem hat OpenAI seine Wetten im humanoiden Bereich abgesichert, sowohl durch eine Investition in den Konkurrenten Figure als auch durch zahlreiche Gerüchte über die internen Robotik-Ambitionen des ChatGPT-Herstellers.
Generative KI spielt bei humanoiden Robotern eine wichtige Rolle, unter anderem bei der Schaffung natürlicherer verbaler Interaktionen zwischen Menschen und Robotern. Wie Figure baut 1X eigene Modelle mit dem Ziel, die Sprache und Körpersprache des Roboters zu verbessern. Es ist unklar, wie viele der neuen und verbesserten Funktionen von Gamma das Ergebnis der Partnerschaft des Unternehmens mit OpenAI oder der Übernahme des Bay Area-Startups KindHumanoid durch das Unternehmen im Januar sind.
1X gab nicht bekannt, wie viele NeoGammas es produziert hat oder im Laufe der Lebensdauer des Beta-Roboters produzieren wird. Unterdessen lässt sich das am Freitag veröffentlichte Produktvideo am besten als Machbarkeitsnachweis betrachten, der zeigt, wie die Kreation von Ne-Yo in einer häuslichen Umgebung funktionieren wird.
Während wir sehen, dass die ersten Einsätze menschenähnlicher Systeme in industriellen Umgebungen über die Pilotphase hinausgehen, haben diese Systeme in Bezug auf Preis, Zuverlässigkeit, Sicherheit und Funktionalität noch einen langen Weg vor sich, bevor wir ernsthaft darüber diskutieren können, sie nach Hause zu bringen.