Bei Mädchen war Schlafentzug der Hauptzusammenhang zwischen Bildschirmen und emotionalem Stress, während Jungen direkter betroffen waren. Forscher sagen, dass eine Reduzierung der Bildschirmzeit die psychische Belastung junger Menschen verringern könnte.
Zu viel Bildschirmzeit kann bei Teenagern den Schlaf stören, während zu wenig Schlaf das Risiko einer Depression erhöhen kann, insbesondere bei Mädchen. Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie, die Sebastian Hockby und Kollegen vom Karolinska Institutet in Schweden in PLOS Global Public Health veröffentlicht haben.
Das schwedische Gesundheitsamt empfahl kürzlich, dass Teenager die Freizeitzeit vor dem Bildschirm auf zwei bis drei Stunden pro Tag beschränken sollten, auch um einen gesünderen Schlaf zu fördern. Frühere Untersuchungen haben eine längere Bildschirmnutzung mit schlechtem Schlaf und psychischen Problemen bei Teenagern in Verbindung gebracht. Der genaue Zusammenhang zwischen diesen Faktoren ist jedoch unklar, insbesondere weil Schlafprobleme und Depressionen häufig zusammen auftreten.
In der neuen Studie verfolgten die Forscher 4.810 schwedische Schüler im Alter von 12 bis 16 Jahren. Sie sammelten zu drei Zeitpunkten im Laufe eines Jahres Daten zu Bildschirmgewohnheiten, Schlafmustern und Depressionssymptomen.
Forscher fanden heraus, dass eine längere Bildschirmzeit über einen Zeitraum von drei Monaten zu einer Verschlechterung der Schlafqualität führte, was sich auf die Schlafdauer und -qualität auswirkte. Die Bildschirmzeit kann auch dazu führen, dass der Schlaf nach hinten verschoben wird, wodurch mehrere Aspekte des menschlichen Schlaf-Wach-Rhythmus gleichzeitig gestört werden.
Bei Jungen hatte die Bildschirmzeit 12 Monate später einen direkten negativen Einfluss auf Depressionen, während bei Mädchen die Wirkung auf Depressionen durch Schlafstörungen vermittelt wurde. Schlaf erklärte etwa die Hälfte (38–57 %) des Zusammenhangs zwischen Bildschirmzeit und Depression bei Mädchen. Auch Jungen, die mehr Zeit vor Bildschirmen verbrachten, litten unter Schlafstörungen, was jedoch nicht stark mit einer späteren Depression verbunden war.
Die Autoren kamen zu dem Schluss: „In dieser Studie haben wir herausgefunden, dass Jugendliche mit längerer Bildschirmzeit im Laufe der Zeit auch schlechtere Schlafgewohnheiten entwickeln. Dies führt wiederum zu einem erhöhten Ausmaß an Depressionen, insbesondere bei Mädchen. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine Reduzierung der Bildschirmzeit gesünder zu sein scheint, was mit früheren Aussagen der Weltgesundheitsorganisation übereinstimmt … Wenn die Bildschirmzeit auf irgendeine Weise reduziert werden kann, beispielsweise durch öffentliche Gesundheitspolitik, deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass die Belastung durch depressive Zustände bei jungen Frauen und sogar jungen Männern in Schweden verringert werden kann.“
Zusammengestellt von /ScitechDaily