Das britische Competition Appeal Tribunal (CAT) hat den Antrag von Apple, Berufung gegen ein früheres Urteil einzulegen, das Apple zur Zahlung von 2 Milliarden US-Dollar an App-Store-Nutzer verurteilt hatte, offiziell abgelehnt, der Fall ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Apple hatte zuvor beim CAT Tribunal die Erlaubnis zur Berufung beantragt, um das schwere Urteil aufzuheben. Allerdings entschied CAT nun, dass die Berufungsgründe von Apple „keine begründete Aussicht auf Erfolg“ hätten und lehnte den Antrag daher ab.
Derzeit werden noch andere Angelegenheiten im Zusammenhang mit dem Urteilszahlungsprozess diskutiert. Apple wird in naher Zukunft eine formelle schriftliche Ablehnungsmitteilung erhalten, woraufhin der Fall in die nächste Phase eintreten wird.

Die Ablehnung war auf das CAT-Gericht beschränkt und Apple war es nicht gestattet, seine Berufung vor demselben Gericht fortzusetzen. Apple kann weiterhin beim britischen Berufungsgericht Berufung einlegen. Es wird berichtet, dass es nicht ungewöhnlich ist, dass das CAT in diesem Stadium eine Berufung ablehnt, da dasselbe Gericht sein ursprüngliches Urteil in der Regel nicht aufhebt.
Das Gericht erörtert derzeit die konkreten Bedingungen für die Zahlung des 2-Milliarden-Dollar-Urteils durch Apple und kümmert sich gleichzeitig um Einzelheiten wie die damit verbundenen Kosten und die Verwahrung des Fonds, um die ordnungsgemäße Verwaltung des Urteils bei späteren Berufungsverfahren sicherzustellen.
Sobald Apple eine formelle schriftliche Entscheidung erhält, hat das Unternehmen 21 Tage Zeit, bei einem höheren Gericht formelle Berufung einzulegen.
Apple hat CAT Dokumente für seinen Berufungsantrag vorgelegt. CAT hat diese Gründe zurückgewiesen, es wird jedoch erwartet, dass Apple die Argumente in seiner Berufung vor dem High Court erneut vorbringen wird.
Apple ist der Ansicht, dass CAT die App Store-Gebühren unangemessen mit den Gebühren von Diensten wie Steam, Epic und Microsoft verglichen hat, und argumentiert, dass diese Plattformen nicht über die vollständigen von Apple bereitgestellten Tools verfügen. Gleichzeitig hat das Gericht lediglich die Mindestentgelte für diese Dienstleistungen verglichen, ohne die Verbreitung dieser Mindestentgelte im tatsächlichen Geschäftsleben zu berücksichtigen.
Das Gericht akzeptierte auch die Behauptung, dass Entwickler den Nutzern niedrigere Preise in Rechnung stellen würden, wenn die Gebühren für die App-Store-Plattform gesenkt würden. Apple ist der Ansicht, dass es dieser Aussage an Beweisen mangelt, und beruft sich auf den neuesten Forschungsbericht, wonach Entwickler die Kosteneinsparungen bei Plattformen nicht an Benutzer weitergeben.
Darüber hinaus widersprach Apple der konkreten Berechnung von 2 Milliarden US-Dollar im Urteil und argumentierte, dass der „fundierten Schätzung“ des Gerichts eine strenge Datenunterstützung fehle.
Apple betonte zudem noch einmal, dass es sich nicht um ein Monopol handele und Nutzer weiterhin alternative Plattformen wie Android wählen könnten. Apple reichte dem Gericht insgesamt 77 verschiedene Stellungnahmen ein und war der Ansicht, dass CAT zahlreiche Rechtsfehler begangen habe.
CAT hat die Hauptpunkte der Anhörung mündlich widerlegt und es ist unklar, ob spätere schriftliche Urteile weiterhin ausführlich auf verschiedene von Apple vorgebrachte Argumente eingehen werden.
Es wird erwartet, dass diese Gründe die Hauptstreitpunkte in der weiteren Berufung von Apple vor dem High Court sein werden. Wenn CAT wie erwartet am 14. November eine formelle Entscheidung erlässt, muss Apple bis spätestens 5. Dezember 2025 Berufung einlegen.