Andy Jassy, ​​CEO von Amazon, sagte, dass weniger als ein Jahr, nachdem US-Präsident Donald Trump weitreichende Zölle auf eine Reihe importierter Waren eingeführt hatte, die Auswirkungen der Zölle auf Verbraucherseite spürbar geworden seien. In einem Interview mit CNBC wies Jassy darauf hin, dass der Lagerbestand, den Amazon und Drittanbieter auf der Plattform Anfang 2025 angesammelt hatten, um die Preise zu senken, nun „aufgebraucht“ sei, was bedeutet, dass „man nach und nach feststellen wird, dass einige Zölle in die Warenpreise eindringen.“

Die Aussage erfolgt nach der Veröffentlichung einer neuen Studie. Eine Analyse des Kieler Instituts für Weltwirtschaft zeigt, dass ausländische Exporteure nur etwa 4 % der Zollkosten auf sich nahmen und die restlichen 96 % von amerikanischen Verbrauchern bezahlt wurden, die bei höheren Preisen im Wesentlichen den Großteil der Last trugen. Als er über die Bewältigungsstrategien der Verkäufer sprach, sagte Jassy: „Einige Verkäufer haben beschlossen, diese höheren Kosten in Form höherer Preise an die Verbraucher weiterzugeben, während andere beschlossen haben, sie selbst aufzufangen, um die Nachfrage aufrechtzuerhalten.“

Zusätzlich zu den Zöllen selbst wird der Spielraum für den grenzüberschreitenden E-Commerce auch durch eine Verschärfung der Politik weiter eingeschränkt. Trump hatte zuvor eine Durchführungsverordnung unterzeichnet, um die „De-minimis“-Lücke zu schließen, die ursprünglich die zollfreie Einfuhr niedrigpreisiger Waren in die USA ermöglichte. Diese Sperrmaßnahme trat offiziell im August letzten Jahres in Kraft. Nach der Schließung der „Mikro-Ausnahmeregelung“ der Tarifüberlagerung sind nach Ansicht von Jassy die Möglichkeiten, die Amazon und Drittanbieter nutzen können, um sich gegen steigende Kosten abzusichern und weitere Preiserhöhungen zu vermeiden, bereits sehr begrenzt.

„Wenn die Kosten für die Menschen um 10 % steigen, gibt es nicht mehr viel Spielraum, um das aufzufangen“, sagte Jassy offen. Er betonte, dass Amazon „alle Anstrengungen unternehmen werde, mit Vertriebspartnern zusammenzuarbeiten, um die Preise für die Verbraucher so niedrig wie möglich zu halten“, aber da die Kosten weiter steigen, „kann es keine endlosen Möglichkeiten geben.“