Die Wahrheit hinter der plötzlichen Schließung des Flughafens El Paso kam am Dienstagabend ans Licht. Der Notfall ereignete sich, nachdem Beamte des US-amerikanischen Zoll- und Grenzschutzes (ICE) der Federal Aviation Administration nicht genügend Zeit gegeben hatten, die potenziellen Risiken für kommerzielle Flüge beim Einsatz eines vom Verteidigungsministerium geliehenen Lasersystems zur Abwehr von Drohnen einzuschätzen, so mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Nach dem Vorfall kündigte die Federal Aviation Administration schnell an, den Luftraum in der Nähe von El Paso für zehn Tage zu sperren. Diese extreme Maßnahme wurde später am Mittwochmorgen auf direkte Anweisung des Weißen Hauses aufgehoben. Hochrangige Regierungsbeamte behaupteten schnell, dass die Luftraumsperrung eine Reaktion auf ein plötzliches Eindringen von Drohnen des mexikanischen Drogenkartells sei, wobei Verkehrsminister Sean Duffy in einem Social-Media-Beitrag erklärte, dass „die Bedrohung beseitigt wurde“.
Viele mit der Angelegenheit vertraute Personen haben diese Aussage jedoch widerlegt. Der wahre Grund, warum die FAA den extremen Schritt unternommen habe, sei, dass Zoll- und Grenzschutzbeamte Anfang dieser Woche ein vom Pentagon bereitgestelltes Anti-Drohnen-Lasersystem eingesetzt hätten, ohne sich mit der Luftfahrtbehörde abzustimmen, sagten diese anonymen Quellen. Beamte des Grenzschutzes dachten, sie hätten auf eine Drohne eines Drogenkartells geschossen, stellten aber letztendlich fest, dass es sich bei dem Ziel um einen Partyballon handelte, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten. Einer der Quellen zufolge waren zum Zeitpunkt des Vorfalls Beamte des Verteidigungsministeriums anwesend.
Der Vorfall verdeutlichte die mangelhafte Koordination zwischen verschiedenen Regierungsstellen. Die Federal Aviation Administration und das Verteidigungsministerium hatten ursprünglich geplant, Ende Februar ein Treffen abzuhalten, um den Einsatz und die Sicherheit des Waffensystems im öffentlichen Luftraum zu besprechen, doch der Grenzschutz entschied sich offenbar dafür, zuerst zu handeln und später um Anweisungen zu bitten. Kritiker sagen, dass der Zugang zu Hochleistungslaserwaffen für schlecht ausgebildetes Personal eine ernsthafte Gefahr für die Flugsicherheit darstellen könnte. Kritiker argumentieren, wenn Betreiber den Unterschied zwischen einer Drohne und einem Partyballon nicht erkennen können, wäre es klug, von ihnen zu verlangen, dass sie beim Einsatz von Laserwaffen sicherstellen, dass sich keine Flugzeuge in der Nähe befinden.