Laut einem aktuellen Bericht von Bloomberg haben Oracle und OpenAI ihre Pläne zur Erweiterung des KI-Rechenzentrumsparks „Stargate“ in Texas, USA, aufgrund langwieriger Finanzierungsverhandlungen und geänderter Anforderungen von OpenAI aufgegeben. Dieser Park wird von Crusoe, einem amerikanischen Entwickler von KI-Rechenzentren, gebaut und Meta verhandelt derzeit über die Übernahme des Mietvertrags.
Nvidia helfe dabei, Meta als neuen Mieter für das Erweiterungsprojekt zu gewinnen, sagte die anonyme Quelle. Oracle und OpenAI nutzten im „Stargate“-Projekt die KI-Chips von Nvidia. Nachdem die beiden Unternehmen ihre Expansionspläne aufgegeben hatten, zahlte Nvidia Crusoe eine Anzahlung in Höhe von 150 Millionen US-Dollar (ca. 1,033 Milliarden RMB), um sicherzustellen, dass das Rechenzentrum von Crusoe weiterhin Chips von Nvidia anstelle von Produkten des Konkurrenten AMD verwendet.
Meta und OpenAI lehnten eine Stellungnahme ab und Nvidia antwortete nicht. Am 9. März gab Oracle eine Stellungnahme dazu ab

▲Oracle-Statement-Bild (Quelle: X)
Das Projekt „Stargate“ wurde im Januar letzten Jahres gestartet. Im Juli letzten Jahres versprach Oracle, für OpenAI ein Rechenzentrum mit einer Gesamtleistung von 4,5 Gigawatt Rechenleistung zu entwickeln. Danach kündigten die beiden Parteien mehrere Projekte in anderen Bereichen an, beispielsweise das Rechenzentrumsprojekt des Rechenzentrumsentwicklers Related Digital in der Nähe von Detroit. Das von Crusoe in Abilene errichtete Rechenzentrum ist eines der meistgesehenen Rechenzentren im „Stargate“-Projekt.
Oracle hat auf seinem Abilene-Campus schnell Server bereitgestellt, die OpenAI für Schulungen und Produktbereitstellung nutzen kann. Bereits Mitte 2025 haben Oracle, Crusoe und OpenAI Gespräche zur Erweiterung der Kapazität der Anlage von 1,2 GW auf etwa 2,0 GW aufgenommen. Die Leistungsskala von 1 GWh entspricht der Stromerzeugung eines Kernreaktors und kann etwa 750.000 Haushalte gleichzeitig mit Strom versorgen.
Mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten, dass einige Anlagen im Abilene-Projektpark zwar in Betrieb genommen wurden, diese jedoch aufgrund von Finanzierungsproblemen und den sich häufig ändernden Nachfrageprognosen von OpenAI in eine Sackgasse geraten seien. Am Ende scheiterten die Verhandlungen und Oracle und OpenAI entschieden sich, die Anmietung des Standorts für eine groß angelegte Erweiterung aufzugeben.
Darüber hinaus fielen Anfang des Jahres aufgrund des Winterwetters einige Flüssigkeitskühlgeräte aus, was dazu führte, dass das Rechenzentrum an vielen aufeinanderfolgenden Tagen geschlossen blieb. Auch die Beziehung zwischen Oracle und Crusoe wurde angespannt.
Als am 7. März bekannt wurde, dass Oracle und OpenAI beschlossen hatten, die Erweiterung abzubrechen, gab der Aktienkurs von Nvidia seine anfänglichen Gewinne wieder auf. Zum Börsenschluss der New Yorker Börse an diesem Tag fiel der Aktienkurs um 3,01 % und schloss bei 177,82 $.

▲Nvidia-Aktienkursdiagramm (Quelle: Tencent Optional Stocks)
Am selben Tag schrieb Sachin Katti, Direktor der Infrastrukturabteilung von OpenAI, in den sozialen Medien: „Unser Flaggschiff-Campus ‚Stargate‘ ist einer der größten KI-Rechenzentrumscampusse in den Vereinigten Staaten. Wir haben über eine weitere Expansion nachgedacht, uns aber letztendlich entschieden, die neue Rechenkapazität in anderen Regionen einzusetzen.“

▲Sachin Kattis Rede in den sozialen Medien (Quelle: X)
Fazit: Investitionsschub und Boom beim Bau von Rechenzentren halten an
Derzeit gibt es zwar einige Schwankungen im „Stargate“-Projekt zwischen OpenAI und Oracle, wenn man die gesamte Branche betrachtet, aber der Bau von Rechenzentren geht noch weiter. Beispielsweise wird das von Nvidia und OpenAI bereitgestellte 1-GW-System in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 online sein, und Meta hat mit AMD eine Vereinbarung über den Einsatz von etwa 6 GW KI-Rechenleistungsgeräten getroffen.
Für das Unternehmen selbst bedeutet der Aufbau eines eigenen Rechenzentrums, die Rechenleistung zu dominieren, externe Zwänge zu beseitigen, die Kosten an der Quelle zu senken und langfristige Wettbewerbsbarrieren aufzubauen. Auch wenn der Bau von KI-Rechenzentren Dutzende Milliarden Dollar kostet, möchten Unternehmen dennoch ihre eigene Computerinfrastruktur aufbauen.