Auf der Google Cloud Next-Konferenz am Mittwoch kündigte Google an, die intelligente Proxy-Funktion mit „Auto Browse“-Funktion in die Unternehmensversion des Chrome-Browsers einzuführen und gleichzeitig relevante Sicherheitsschutzmaßnahmen zu stärken. Mit dieser Funktion können Unternehmensbenutzer Gemini verwenden, um den Webinhalt in der aktuell geöffneten Registerkarte in Echtzeit zu verstehen und dann die KI verschiedene Aufgaben im Zusammenhang mit Webvorgängen ausführen zu lassen, z. B. Reisen buchen, Daten eingeben, Besprechungen vereinbaren usw.

Laut Google kann die automatische Browsing-Funktion Mitarbeitern dabei helfen, eine Vielzahl typischer Szenarien zu bewältigen: Geben Sie beispielsweise basierend auf dem Inhalt von Google-Dokumenten wichtige Informationen in das dafür vorgesehene CRM-System des Unternehmens ein. Vergleichen Sie automatisch Angebote verschiedener Lieferanten auf mehreren Registerkarten. Fassen Sie das Portfolio des Kandidaten vor dem Vorstellungsgespräch schnell zusammen. Extrahieren Sie wichtige Daten aus den Produktseiten der Wettbewerber usw. Diese Arbeitsabläufe erfordern jedoch immer noch „Menschen auf dem Laufenden“, d. h. der Benutzer muss eine manuelle Überprüfung und Bestätigung durchführen, bevor die KI Eingaben oder Aktionen generiert, und die endgültige Entscheidungsbefugnis bleibt in den Händen des Benutzers.

Google betont, dass das Ziel dieser Funktionen darin besteht, mühsame, mechanische Transaktionsvorgänge zu beschleunigen und so den Mitarbeitern mehr Zeit zu geben, damit diese mehr Energie für das verwenden können, was das Unternehmen als „strategischere“ Arbeit bezeichnet. Diese Logik steht auch im Einklang mit dem großen Versprechen der aktuellen KI-Befürworter: durch neue Technologien „die Zeit zurückzugewinnen“. Tatsächliche Untersuchungen zeigen jedoch, dass KI in vielen Szenarien die Arbeitsbelastung nicht wirklich reduziert, sondern tendenziell „die Arbeitsintensität erhöht“. Es bleibt abzuwarten, wie sich KI weiterentwickeln wird, wenn sie Teil standardisierter Arbeitsabläufe in einer Unternehmensumgebung wird. Vorhersehbar ist, dass Manager von ihren Mitarbeitern erwarten können, dass sie mehr Aufgaben in der gleichen Zeit erledigen.

Google sagte, dass die neue Funktion erstmals Workspace-Nutzern in den USA zur Verfügung stehen wird, als Teil seiner Strategie, KI tief in „Standardanwendungen“ am Arbeitsplatz einzubetten – die Webbrowser, die fast jeder verwendet. Unternehmensadministratoren können diese Funktion über die Richtlinienkonfiguration aktivieren. Google versprach außerdem, dass die von Benutzern innerhalb der Organisation bei der Nutzung dieser Funktionen eingegebenen Eingabeaufforderungen nicht zum Trainieren seiner KI-Modelle verwendet werden. In einer Zeit, in der die Außenwelt immer sensibler auf die Verwendung von Daten reagiert, sind solche Offenlegungen notwendig geworden, insbesondere im Zusammenhang mit Metas Enthüllung, dass sogar Tastatureingaben von Mitarbeitern zum Trainieren von KI-Modellen verwendet werden.

Ähnlich wie bei der Consumer-Version können Benutzer von Enterprise Chrome häufig verwendete Arbeitsabläufe speichern, um sie später schnell wieder abzurufen. Diese voreingestellten Workflows werden von Google „Skills“ genannt. Benutzer können den zu verwendenden Skill entweder durch Eingabe eines Schrägstrichs „/“ aufrufen oder auf die Plus-Schaltfläche auf der Benutzeroberfläche klicken, um ihn auszuwählen, und so gängige Prozesse bei komplexen Webseitenvorgängen schnell aufrufen.

Während Google die KI-Funktionen von Chrome verbessert, verstärkt es auch die Erkennung und Kontrolle „nicht autorisierter KI-Tools“. Mit Chrome Enterprise Premium war Google bisher in der Lage, nicht autorisierte KI-Tools zu identifizieren, die in Unternehmen verwendet werden. Jetzt wird diese Fähigkeit ausgeweitet, um kompromittierte Browsererweiterungen oder andere KI-Dienste zu überwachen, wobei der Schwerpunkt auf „anomaler Agentenaktivität“ liegt. Aus sicherheitstechnischer Sicht dient dies dazu, IT-Teams bei der Identifizierung potenzieller Risiken zu unterstützen, hat aber auch eine andere Bedeutung: Google nutzt die Leistungsfähigkeit der Unternehmens-IT, um andere KI-Agentendienste einzudämmen, die von Grund auf am Arbeitsplatz entstanden sind.

In der vergangenen „Enterprise 2.0“-Welle haben viele Cloud-Speicherdienste, kollaborative Dokumente oder Filesharing-Tools nach und nach durch die freiwillige Übernahme durch Mitarbeiter im Unternehmen Fuß gefasst. Jetzt versucht Google, den Einzugs- und Nutzungsumfang generativer KI und verschiedener SaaS in Unternehmen durch seine offizielle Tool-Suite und Überwachungsfunktionen zu kontrollieren. Google nannte diese neue Funktion „Shadow IT Risk Detection“, die es IT-Teams ermöglicht, die tatsächliche Nutzung autorisierter und nicht autorisierter generativer KI- und SaaS-Websites innerhalb des Unternehmens vollständig zu verstehen.

Gleichzeitig erhalten IT-Teams auch eine von Gemini bereitgestellte Gemini-Zusammenfassung, die einen Überblick über die Chrome Enterprise-Versionshinweise und andere Änderungsinformationen bietet. In dieser Zusammenfassung werden wichtige Änderungen, neue Richtlinien und eingestellte Funktionen hervorgehoben, zusammen mit KI-Empfehlungen zum Konfigurieren neuer Einstellungen, zur Überwachung verwalteter Browser und mehr.

Im Bereich Sicherheit kündigte Google außerdem eine Ausweitung der Zusammenarbeit mit Okta an, um den Sicherheitsschutz des „Agentenarbeitsplatzes“ zu stärken und weitere Mechanismen hinzuzufügen, um das Risiko von Angriffen wie Session Hijacking zu reduzieren. Darüber hinaus hat Google auch seine Sicherheitsverwaltungsfunktionen für Browsererweiterungen verbessert und die Integration mit Microsoft Information Protection (MIP) eingeführt, um Unternehmen bei der Implementierung konsistenter Sicherheitsrichtlinien über mehrere Systeme hinweg zu unterstützen.