Daten zeigen, dass die britische Feuerwehr im Jahr 2025 insgesamt 1.760 Feueralarme mit Lithium-Ionen-Batterien erhielt, was einem Durchschnitt von etwa 4,8 Bränden pro Tag und einem damit verbundenen Feuer alle fünf Stunden entspricht, was einem Anstieg von 147 % gegenüber dem Niveau der vorangegangenen drei Jahre entspricht. Dieser Trend setzt die örtlichen Feuerwehren stark unter Druck.

Unter allen Alarmen im Zusammenhang mit Lithiumbatterien sind Elektrofahrräder die prominenteste „Problemquelle“ und machten im vergangenen Jahr etwa ein Drittel der Gesamtalarme aus, insgesamt 520. Noch besorgniserregender ist, dass „modifizierte Fahrräder“ mit eingebauten oder privat an verschiedenen Fahrrädern modifizierten Batterien häufiger in Unfälle verwickelt sind als komplette Fahrräder, die mit Originalbatterien ausgestattet sind. Zum Vergleich: Im Jahr 2022 gab es in Großbritannien nur 149 Alarme im Zusammenhang mit Bränden von Elektrofahrrädern. Nun ist die Zahl in nur wenigen Jahren deutlich gestiegen.
Auch die Zahl der Brände von Elektrofahrzeugen hat erheblich zugenommen, wobei die Zahl der Brände in den letzten drei Jahren um 133 % gestiegen ist. Diese Änderung ist teilweise mit einem parallelen Anstieg der Zahl der Elektroautos auf den Straßen verbunden, die sich im Vereinigten Königreich im gleichen Zeitraum etwa verdreifacht hat.
Noch gravierender ist die räumliche Verteilung: Fast die Hälfte der Lithiumbatteriebrände im Vereinigten Königreich ereigneten sich im vergangenen Jahr in den Häusern der Bewohner. Von Smartphones, Spielzeugen, E-Zigaretten bis hin zu elektrischen Zahnbürsten: Fast alle modernen elektronischen Produkte verwenden Lithium-Ionen-Batterien. Sobald die Batterie beschädigt, defekt oder unsachgemäß verwendet wird, kann es zum sogenannten „Thermal Runaway“-Phänomen kommen, d. h. die Temperatur der Batterie steigt weiter unkontrolliert an und verursacht schließlich einen Brand.
Adrian Simmonds, Risikomanager bei der Versicherungsgesellschaft QBE, sagte, dass Brände von Lithiumbatterien anders brennen als gewöhnliche Brände und schwieriger zu löschen seien, da oft bis zu zehnmal so viel Wasser zur Brandbekämpfung erforderlich sei. Er betonte, dass die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für sicheres Laden, Lagern und Entsorgen der Schlüssel zur Gewährleistung der Sicherheit von Menschen und Eigentum sei. Laut Statistik sind in den letzten drei Jahren in Großbritannien fünf Menschen bei Bränden von Lithiumbatterien ums Leben gekommen.
Spencer Sutcliffe, stellvertretender Leiter für Prävention bei der Londoner Feuerwehr, glaubt, dass eine stärkere Aufsicht dazu beitragen wird, das Sicherheitsniveau von Produkten insgesamt zu verbessern und insbesondere die Verbreitung gefälschter oder minderwertiger Produkte oder Produkte mit schwerwiegenden Qualitätsproblemen über Online-Kanäle einzuschränken. Er wies darauf hin, dass einige derzeit auf dem Markt erhältliche billige Batterien und Ladegeräte nicht über die erforderlichen Sicherheitszertifizierungen und -kennzeichnungen verfügen, was das Unfallrisiko erhöht.
Derzeit arbeitet der British National Fire Chiefs' Council mit örtlichen Feuerwehren, Regierungen und relevanten Partnern zusammen, um das öffentliche Bewusstsein zu schärfen, Leitlinien zu entwickeln und relevante Forschungsarbeiten durchzuführen, um neue Sicherheitsherausforderungen durch Lithiumbatterien anzugehen. Allerdings befürchten relevante Parteien auch, dass Aufsicht und Anleitung allein möglicherweise nicht in der Lage sein werden, rechtzeitig mit dem Tempo der technologischen Entwicklung Schritt zu halten, insbesondere vor dem Hintergrund der raschen Popularisierung verschiedener elektronischer Geräte und der nahezu allgegenwärtigen Verbreitung von Lithiumbatterien.