Südkorea sollte die von seiner Industrie für künstliche Intelligenz (KI) generierten Steuern nutzen, um „Dividenden“ an die Bürger auszuschütten, sagte ein hochrangiger Politiker und unterstrich damit den wachsenden Druck auf die Behörden, die Früchte des Technologiebooms umzuverteilen. Chipkonzerne wie Samsung Electronics und SK Hynix haben vom KI-Boom enorme Gewinne gemacht.

Kim Yong-beom, Direktor des Policy Office des südkoreanischen Präsidialamtes, gab am Dienstag eine Erklärung auf Facebook ab, die heftige Schwankungen am südkoreanischen Aktienmarkt auslöste. Für Anleger war es einst schwierig, die konkreten Auswirkungen seiner Vorschläge zu interpretieren. Der Aktienmarkt-Benchmark-KOSPI-Index fiel während der Sitzung um 5,1 %. Später stellte Kim Yong-bum klar, dass seine Absicht darin bestand, die „überschüssigen Steuereinnahmen“ des KI-Booms zu nutzen, anstatt eine unerwartete Gewinnsteuer auf Unternehmensgewinne zu erheben, was den Rückgang des Aktienmarktes eindämmte. Auch die Aktienkurse von Samsung und SK Hynix fielen zeitweise, machten ihre Verluste aber später größtenteils wieder wett.

Weltweit sind Ökonomen und Politiker zunehmend besorgt darüber, dass die Technologie der künstlichen Intelligenz die Kluft zwischen Arm und Reich verschärfen könnte. Insbesondere in Südkorea hat sich diese Sorge in öffentlichen Aufrufen an Branchenführer von SK Hynix bis Samsung manifestiert, die Vorteile des globalen Booms der KI-Infrastruktur mit der breiten Bevölkerung zu teilen.

Jung In Yun, CEO von Fibonacci Asset Management Global, glaubt, dass die Äußerungen von Kim Yong-beom „zeigen, dass die koreanische Regierung künstliche Intelligenz zunehmend als nationale Infrastruktur und nicht nur als Technologietrend betrachtet.“ Er wies darauf hin, dass dies der koreanischen KI-Lieferkette zugute kommen werde, insbesondere Unternehmen, die mit Halbleitern, Energieausrüstung und souveränen KI-Plattformen zu tun haben.

Kim Yong-bum schrieb: „Überschussgewinne im Zeitalter der künstlichen Intelligenz sind in der Natur stark konzentriert.“ Aktionäre, Kerningenieure und verschiedene Vermögensinhaber von Speicherchip-Unternehmen werden höchstwahrscheinlich großzügige Renditen erhalten, während die Mittelschicht möglicherweise nur die indirekten Auswirkungen zu spüren bekommt.