Waymo, das selbstfahrende Unternehmen von Alphabet, hat kürzlich ein Dokument bei der US-amerikanischen National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) eingereicht, in dem es einen Rückruf seiner selbstfahrenden Software ankündigt, weil das System trotz der Erkennung von schwerem Wasser auf der Straße immer noch die Weiterfahrt vorschlug. Der Rückruf betrifft 3.791 Fahrzeuge, die mit Waymos autonomen Fahrsystemen der fünften und sechsten Generation ausgestattet sind.

Laut Dokumenten, die Waymo der NHTSA vorgelegt hat, stieß ein selbstfahrendes Waymo-Taxis auf einem Straßenabschnitt mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 40 Meilen pro Stunde auf einen „stark durchnässten Abschnitt, der nicht sicher zu befahren war“. Obwohl das Fahrzeug eine Wasseransammlung vor sich erkannte, entschied sich das System dafür, mit reduzierter Geschwindigkeit weiterzufahren, anstatt anzuhalten oder in einem sicheren Bereich umzuleiten. Waymo gab an, derzeit an einer dauerhaften technischen Lösung zu arbeiten; Zuvor hat das Unternehmen die Grenzwerte des Fahrzeugs bei extremen Wetterbedingungen durch Software-Updates und angepasste Fahrzeugkartendaten verbessert.
Waymo betonte, dass der Vorfall keine Todesopfer oder andere bekannte Unfälle zur Folge hatte, verwies aber auch auf die Risiken und technischen Herausforderungen, denen fahrerlose Fahrzeuge in einer Umgebung mit häufig wechselnden extremen Wetter- und Straßenverhältnissen ausgesetzt sind. Seit seiner offiziellen Inbetriebnahme ist Waymo bei der regionalen Auswahl vorsichtiger und konzentriert sich hauptsächlich auf Städte mit relativ warmem und trockenem Klima wie Phoenix, Los Angeles, Atlanta und Austin. Da das Unternehmen jedoch plant, in Städte an der Ostküste der Vereinigten Staaten wie Boston, New York und Washington, D.C. zu expandieren, wird seine Sicherheitsleistung bei komplexeren Wetterbedingungen wie Regen, Schnee und Wasser zu einem der Schlüsselindikatoren für die Außenwelt, um die Reife seiner Technologie zu testen.
Dieser Rückruf ist auch der erste Rückruf des autonomen Fahrsystems der sechsten Generation von Waymo. Das System der sechsten Generation wurde Anfang des Jahres offiziell eingeführt und ist als autonome Fahrplattform positioniert, die eine „Massenproduktion in großem Maßstab“ unterstützen kann. Die aktuelle Jaguar I-Pace-Flotte von Waymo ist hauptsächlich mit der autonomen Fahrtechnologie der fünften Generation des Unternehmens ausgestattet, die erstmals im März 2020 eingeführt wurde. Das System der fünften Generation war in der Vergangenheit Gegenstand von fünf Rückrufen aufgrund von Problemen, darunter mangelndes Nachgeben beim Parken eines Schulbusses und Kollisionen mit stationären Objekten.
Im Vergleich zur fünften Generation ist das System der sechsten Generation so konzipiert, dass es nahtlos über mehrere Fahrzeugmodelle hinweg eingesetzt werden kann. Waymo plant, das System der sechsten Generation zunächst vollständig in seinem in Zusammenarbeit mit Jikrypton entwickelten selbstfahrenden Minivan RT (später in „Ojai“ umbenannt) anzuwenden und wird es später in Zusammenarbeit mit Hyundai auf das selbstfahrende Modell Ioniq 5 erweitern. Das Unternehmen verhandelt außerdem mit einer Reihe von Automobilherstellern, darunter Toyota, um die Möglichkeit zu prüfen, in Zukunft weitere Modelle mit seiner Plattform für autonomes Fahren auszustatten.
Im Rahmen einer insgesamt umsichtigen Aufsicht über die Branche des autonomen Fahrens wird der freiwillige Rückruf von Waymo als Reaktion und Korrektur von Sicherheitsrisiken angesehen. Da seine Fahrzeuge und Betriebsbereiche jedoch weiter wachsen, wird die Frage, wie die Systemstabilität und redundante Sicherheitsfunktionen bei extremen Wetterbedingungen, unerwarteten Straßenverhältnissen und komplexen städtischen Umgebungen aufrechterhalten werden können, weiterhin im Fokus der Regulierungsbehörden, der Öffentlichkeit und der Partnerautohersteller stehen.