Der Fall der chinesischen grenzüberschreitenden E-Commerce-Plattform Shein, die Temu wegen Urheberrechtsverletzung verklagt, hat offiziell vor dem Londoner High Court begonnen. Als zwei mächtige Konkurrenten im globalen Fast-Fashion-Bereich haben die beiden Parteien einen erbitterten Rechtsstreit um Urheberrechtsschutz, Marktwettbewerbsordnung und Plattform-Governance-Regeln begonnen.

Während der Gerichtsverhandlung an diesem Tag behauptete Xiyin, Temu habe eine Urheberrechtsverletzung „industriellen Ausmaßes“ begangen und erklärt, dass es auf seiner Website illegal Tausende von urheberrechtlich geschützten Kleidungsfotos von Xiyin verwendet habe, um gefälschte Waren zu bewerben und zu verkaufen, mit der Absicht, sich einen unfairen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Benet Brandreth, der Anwalt von Xiyin, wies darauf hin, dass dieser Schritt darauf abziele, ein „unangemessenes Überholen“ bestehender Marktteilnehmer zu erreichen.

Als Reaktion auf die oben genannten Anschuldigungen bestritt Tem diese entschieden und reichte vor Gericht Widerklage ein. Temu beschuldigte Xiyin, rechtliche Schritte zu nutzen, um Konkurrenten in böswilliger Absicht zu unterdrücken, und wurde verdächtigt, gegen Wettbewerbsgesetze verstoßen zu haben, indem er Exklusivvereinbarungen („Choose-One“) mit Fast-Fashion-Anbietern unterzeichnete, um den Wettbewerb auf dem Markt einzuschränken. Es wird berichtet, dass einige Fälle im Zusammenhang mit dem Wettbewerbsrecht voraussichtlich im Jahr 2027 separat verhandelt werden.

Die jüngsten Entwicklungen im Prozess zeigen, dass Temu seine Urheberrechtsverteidigung gegen etwa 2.300 von Xiyin-Mitarbeitern aufgenommene Fotos zurückgezogen hat. Anwalt Xiyin sagte, dies komme einem „Schuldgeständnis“ des Angeklagten gleich, bevor der Zeuge vor Gericht erscheine. Temme betonte, dass der Londoner High Court in seiner Vorabentscheidung im April dieses Jahres für einige Musterprodukte zugunsten von Temme entschieden habe.

Branchenexperten wiesen darauf hin, dass der zweiwöchige Londoner Prozess ein wichtiger Teil des globalen Rechtsspiels zwischen den beiden Parteien sei. Zuvor hatten Xiyin und Temu mehrere Gerichtsverfahren in den USA und anderswo angestrengt. Mit der rasanten Ausbreitung grenzüberschreitender E-Commerce-Plattformen auf dem internationalen Markt wird derzeit das entsprechende regulatorische Umfeld immer strenger. Die Vereinigten Staaten haben letztes Jahr ihre Zollbefreiungspolitik für grenzüberschreitende E-Commerce-Pakete mit geringem Wert aufgehoben, und die Europäische Union plant, im Juli dieses Jahres diesem Beispiel zu folgen. Analysten gehen davon aus, dass Anpassungen der Handelspolitik und die Normalisierung von Streitigkeiten über geistiges Eigentum höhere Anforderungen an das Wachstumsmodell und das Compliance-Management der grenzüberschreitenden E-Commerce-Branche stellen werden.