Samsung Electronics bereitet sich auf einen bevorstehenden groß angelegten Arbeiterstreik vor und hat damit begonnen, die Auslastung der Fabriken schrittweise zu reduzieren und einige Chip-Produktionslinien zu schließen. Laut koreanischen Medienberichten verlangsamt das Unternehmen das Tempo der Waferproduktion und wechselt in den sogenannten „Notfallbetriebsmodus“, was im Wesentlichen bedeutet, dass die Produktionskapazitäten reduziert und die Zahl der in den Produktionsprozess eintretenden neuen Wafer reduziert wird. Derzeit haben sich rund 43.286 Fabrikarbeiter dem Streik angeschlossen, was mehr als der Hälfte der Gesamtzahl der Beschäftigten in der Halbleitersparte (DS-Abteilung) entspricht. Der Personalmangel beeinträchtigt direkt den Betrieb der Produktionslinie.

Im „Notfallmodus“ wird Samsung die Aufnahme neuer Wafer in die Produktion streng kontrollieren. Jeder Prozess selbst ist ein langfristiger Prozess, der einen Betrieb rund um die Uhr erfordert. Dank eines hohen Automatisierungsgrads können einige Produktionslinien auch bei Personalmangel ein Mindestmaß an Betrieb aufrechterhalten, wichtige Geräte sind jedoch immer noch untrennbar mit der manuellen Bedienung und Wartung verbunden. Je näher der Streik rückt, desto mehr Produktionslinien müssen aufgrund des Mangels an Mitarbeitern an vorderster Front geschlossen werden, und die Gesamtproduktion wird voraussichtlich deutlich zurückgehen.

Die Marktforschungsagentur TrendForce schätzt, dass dieser Vorfall etwa 3 bis 4 % der weltweiten DRAM-Versorgung und etwa 3 % der NAND-Flash-Speicherversorgung beeinträchtigen könnte. In einer Zeit, in der die Versorgung mit DRAM und NAND knapp ist und die Knappheit zunimmt, werden die Produktionskürzungen und -aussetzungen von Samsung den Druck auf die globale Speicherlieferkette weiter verstärken. Zu den diesmal betroffenen Produktionslinien gehören Schlüsselprodukte wie HBM, High- und Low-Power-DDR5 (LPDDR5) und einige kundenspezifische Logikchips. Sobald die Versorgungsaussichten unsicher werden, wenden sich nachgelagerte Kunden möglicherweise an Wettbewerber wie SK Hynix oder Micron, um ihre Risiken zu diversifizieren.

Da mehr als die Hälfte der Mitarbeiter abwesend sind, ist das vorhandene Personal von Samsung vor Ort nicht in der Lage, die Hochlastproduktion zu unterstützen, und es wird angenommen, dass die Chiplieferungen deutlich zurückgehen. Der Streik wird voraussichtlich am 21. Mai offiziell beginnen. Zuvor wird es etwa eine Woche lang eine Phase zur Reduzierung der Produktionskapazität geben, und das Produktionsniveau wird im Voraus in den Abwärtskanal eintreten. Der Streik wird voraussichtlich 18 Tage dauern, und es wird weitere zwei bis drei Wochen dauern, bis die Produktionslinien nach Ende des Streiks wieder ihre volle Kapazität erreichen, was bedeutet, dass die Hochleistungsproduktion von Samsung etwa sechs Wochen lang gefährdet ist.

Im pessimistischsten Szenario zeigen Schätzungen aller Parteien, dass der gesamte direkte Umsatzverlust, der Samsung und seinen Kunden durch diesen Vorfall entsteht, bis zu etwa 100 Billionen Won betragen könnte, was etwa 67 Milliarden US-Dollar entspricht. In einem Kontext, in dem der Zyklus der Speicherpreiserhöhungen noch nicht vollständig abgeschlossen ist und die Lagerbestände der Industrie immer noch auf einem relativ niedrigen Niveau sind, könnte diese Runde von Produktionskürzungen aufgrund von Arbeitskonflikten zu einer wichtigen Variable für die weitere Eskalation der Spannungen in der globalen Speicherlieferkette werden.