Eine neue präklinische Studie, die kürzlich vom Royal College of Surgeons in Irland veröffentlicht wurde, zeigt, dass ein in der Entwicklung befindlicher experimenteller mRNA-Impfstoff das Potenzial hat, dem körpereigenen Immunsystem dabei zu helfen, Neuroblastome, einen bösartigen Tumor mit einer hohen Sterblichkeitsrate bei Kindern, zu erkennen und zu zerstören. Das Forscherteam beobachtete in Tiermodellen, dass der Impfstoff das Tumorwachstum erheblich verzögern, das Auftreten des Tumors um etwa 10 bis 11 Tage verzögern und das Tumorvolumen um etwa 70 % reduzieren konnte.

Der Erfolg von mRNA-Impfstoffen bei der Prävention und Kontrolle von Infektionskrankheiten während der COVID-19-Epidemie hat in der akademischen Gemeinschaft eine breite Diskussion darüber ausgelöst, ob der gleiche technische Weg auch zur Krebsbekämpfung eingesetzt werden kann. Forscher am Royal College of Surgeons in Irland (RCSI University of Medicine and Health Sciences) haben einen entscheidenden Schritt getan und erstmals auf präklinischer Ebene gezeigt, dass ein mRNA-Impfstoff eine Antitumorwirkung gegen Neuroblastome ausüben kann.
Die Forschung wurde von Dr. Olga Piskareva, Dozentin in der Abteilung für Anatomie und Regenerative Medizin am RCSI, geleitet, die und ihr Team ein Protokoll für einen mRNA-Impfstoff entwickelten, der über einen Peptidvektor verabreicht wird. In experimentellen Modellen war der Impfstoff in der Lage, das Immunsystem darauf zu „trainieren“, Neuroblastomzellen zu erkennen und anzugreifen, wodurch das Fortschreiten des Tumors effektiv verlangsamt und die Tumorgröße deutlich reduziert wurde.
Das Neuroblastom ist ein äußerst aggressiver Tumor, der aus unreifen Nervenzellen entsteht und vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern auftritt. Obwohl sich die Behandlungen in den letzten Jahren verbessert haben, bleibt die Behandlung von Hochrisikopatienten und Rückfallfällen eine große Herausforderung, da sie für etwa 15 % aller krebsbedingten Todesfälle im Kindesalter verantwortlich sind. Jedes Jahr wird in Irland bei etwa 5 bis 10 Kindern ein Neuroblastom diagnostiziert, wobei etwa 80 % der Patienten nur begrenzt oder nicht optimal auf die bestehenden Behandlungsmöglichkeiten ansprechen.
Dr. Piskareva nutzte die „Legostein“-Analogie der Plastizität der mRNA-Technologie, als sie über die Forschungsergebnisse sprach. Sie sagte, dass diese Plattform durch die Kombination verschiedener „Module“ Impfstoffe für einzelne Patienten anpassen kann, um hochpräzise Behandlungsstrategien zu erreichen. Sie glaubt, dass diese Pilotstudie ein erhebliches Potenzial für die Entwicklung von Krebsimpfstoffen gegen Neuroblastome zeigt und den betroffenen Kindern und Familien neue Hoffnung bringt. Sie betonte auch, dass sich die Forschung und Entwicklung von mRNA-Krebsimpfstoffen noch im Anfangsstadium befinde, dieser „erste Meilenstein“ jedoch erfolgreich abgeschlossen und damit der Grundstein für die nachfolgende Forschung gelegt worden sei.
Was den technischen Weg betrifft, hat das Team eine neue Strategie angenommen, die auf selbstorganisierenden Peptid-Nanopartikeln basiert, um diesen mRNA-Impfstoff zu konstruieren. Diese winzigen Partikel zielen auf das Protein Glypican 2 (GPC2) ab, das weit verbreitet auf der Oberfläche von Neuroblastomzellen vorkommt und eines der Hauptziele dieses Impfstoffangriffs ist. Da GPC2 auch in einer Vielzahl anderer Tumoren exprimiert wird, wird erwartet, dass ähnliche Strategien in Zukunft auf ein breiteres Spektrum von Tumortypen ausgeweitet werden und eine vielseitigere technische Plattform für die Krebsimmuntherapie bereitgestellt werden.
Die Forscher wiesen darauf hin, dass das Wiederauftreten eines Neuroblastoms nach der Erstbehandlung eines der schwierigsten Probleme in der klinischen Praxis sei. Rezidivierende Tumoren werden häufig resistent gegen bestehende Therapien, was eine Heilung deutlich erschwert. Sie glauben, dass die kontinuierliche Weiterentwicklung der Forschung zu neuen Behandlungsstrategien, einschließlich dieses mRNA-Impfstoffs, diesen Engpass hoffentlich überwinden und Neuroblastompatienten eine bessere Langzeitprognose ermöglichen wird.