Frank Cifaldi, geschäftsführender Direktor der gemeinnützigen Video Game History Foundation, sagte, die Spieleindustrie habe keine praktischen Optionen für die langfristige Aufbewahrung digitaler Spiele bereitgestellt, sodass Raubkopien praktisch die einzige Möglichkeit seien, viele Titel vor dem Verschwinden zu bewahren.

Es gibt keinen anderen Weg! Laut der Video Game History Foundation ist Piraterie die einzige Möglichkeit, Spiele zu bewahren

Laut Cifaldi wird das Problem immer dringlicher, da sich die Branche von physischen Medien hin zu digitalen Vertriebsmodellen bewegt. Er wies darauf hin, dass Herausgeber und Plattforminhaber einerseits die Archivierung und Emulation von Spielen verhindern und andererseits keine rechtlichen Mechanismen schaffen, damit Menschen nach dem Ende des offiziellen Supports weiterhin auf diese Spiele zugreifen können.

Gleichzeitig betonte er, dass dies keine Befürwortung der Piraterie als Möglichkeit sei, Spiele kostenlos zu bekommen. Seiner Ansicht nach wird die Archivierung durch Raubkopien zu einem erzwungenen Mittel zur Aufbewahrung von Werken, die möglicherweise für immer verloren gehen, wenn digitale Geschäfte geschlossen, Server offline geschaltet oder Lizenzen gekündigt werden. Cifaldi ist der Ansicht, dass die Verantwortung für die Bewahrung des Erbes von Spielen bei den Urheberrechtsinhabern liegen sollte. Bis sie jedoch eine legale und dauerhafte Möglichkeit finden, digital veröffentlichte Spiele zu archivieren und darauf zuzugreifen, wird die Arbeit weiterhin von Enthusiasten und Spielern durchgeführt, die sich der Spielekonservierung widmen.

Die Ankündigung des Leiters der Video Game History Foundation erfolgt inmitten laufender Diskussionen über die Zukunft des digitalen Vertriebs und der Stop Killing Gaming-Initiative. Die Initiative fordert Verlage dazu auf, dafür zu sorgen, dass Spiele auch nach Ende des offiziellen Supports weiterhin funktionieren.