Die indische Regierung hat gewarnt, dass sie innerhalb einer Woche gegen zwei der drei großen Meta-Plattformen – WhatsApp und Instagram – vorgehen wird, und weist auf die steigenden regulatorischen Risiken hin, denen der US-amerikanische Social-Media-Riese in diesem Kernmarkt ausgesetzt ist.

Indiens staatliches Medium India National Television berichtete, dass das indische Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie am Samstag eine strenge Mitteilung an Meta wegen des Vorhandenseins von anstößigem Material im Zusammenhang mit der sexuellen Ausbeutung und dem Missbrauch von Kindern in bezahlten Anzeigen auf Instagram herausgegeben habe.

Dem Bericht zufolge forderte die indische Regierung Instagram auf, „sofort alle Werbeanzeigen und zugehörigen Inhalte zu entfernen, die Kindesmissbrauch fördern“, und forderte Meta auf, innerhalb von sieben Tagen eine detaillierte Erklärung abzugeben.

Die indischen Aufsichtsbehörden gaben die Warnung an Meta heraus, nachdem eine BBC-Untersuchung am Freitag ergeben hatte, dass Instagram in Indien bezahlte Anzeigen geschaltet hatte, in denen Material über sexuellen Kindesmissbrauch beworben wurde.

Ein Meta-Sprecher teilte per E-Mail mit, dass das Unternehmen eine „Null-Toleranz-Politik“ gegenüber Inhalten verfolge, in denen es um Kindesmissbrauch geht. Der Sprecher fügte hinzu, dass Unternehmen Technologien der künstlichen Intelligenz nutzen, um illegale Inhalte und zugehörige Konten proaktiv zu identifizieren, aber Kriminelle verstecken sich unter den 3,5 Milliarden Nutzern der Plattform und finden Wege, um einer Systemüberprüfung zu entgehen. Das Spiel zwischen den beiden Parteien hat nie aufgehört.

Anfang des Jahres stellte die Europäische Kommission fest, dass der Social-Media-Riese gegen EU-Vorschriften verstoßen hat, indem er es versäumt hat, Kinder unter 13 Jahren daran zu hindern, sich auf seiner Plattform anzumelden. Obwohl Meta mit der Schlussfolgerung der vorläufigen Untersuchung nicht einverstanden ist, kann dem Unternehmen bei endgültiger Feststellung des Verstoßes eine Geldstrafe von bis zu 6 % des weltweiten Jahresumsatzes drohen.

Dem US-Unternehmen drohen in Indien vorerst keine unmittelbaren Bußgelder, aber Meta steht in seinem größten Markt unter intensiver Beobachtung der Aufsichtsbehörden durch Nutzer. Daten der Statistikplattform Statista zeigen, dass Indien im Jahr 2025 mit über 480 Millionen Nutzern der Markt mit der größten Anzahl an Instagram-Nutzern weltweit ist, mehr als doppelt so viele Nutzer wie in den Vereinigten Staaten; Gleichzeitig hat Facebook in Indien über 400 Millionen Nutzer und steht damit weltweit an erster Stelle.

Neil Shah, Vizepräsident von Counterpoint Research, einer Marktforschungsorganisation, sagte, dass dieser Vorfall für Meta Alarm geschlagen habe und Unternehmen die Kontrolle der Plattform-Compliance verstärken müssten. Die indische Regierung beabsichtigt, die regulatorischen Beschränkungen für große digitale Plattformen zu verschärfen.

Letzte Woche erhielt Metas Messaging-App WhatsApp, die in Indien mehr als 500 Millionen Nutzer hat, ebenfalls behördliche Warnungen wegen der Einführung einer Benutzernamenfunktion. Die indische Regierung sagte, dass diese Funktion Cyberkriminalität fördern könnte und ordnete an, dass die Plattform entsprechende Online-Pläne aussetzt.

Meta verteidigte die Benutzernamenfunktion und sagte, es handele sich um ein wichtiges Datenschutztool, das es Benutzern ermögliche, Kontakt aufzunehmen, ohne eine Mobiltelefonnummer anzugeben.

Rima Bhattacharya, Leiterin der Asienforschung bei Verisk Maplecroft, einer Risikoanalyseagentur, sagte: „Es liegt nicht so sehr daran, dass das regulatorische Umfeld auf dem indischen Markt feindselig ist, sondern dass die regulatorischen Anforderungen hier strenger sind.“ Sie fügte hinzu, dass Unternehmen angesichts der Tatsache, dass Indien ein wichtiger digitaler Markt sei, damit rechnen sollten, dass die Regulierungsbehörden die Überwachung verschiedener Themen wie Online-Sicherheit und Datenverwaltung verstärken.