Eine kürzlich in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlichte globale Studie brachte eine ernste Situation zutage, die lange Zeit ignoriert wurde:In vielen einkommensschwachen Gemeinden in Entwicklungsländern hat die Verbrennung von Plastik über die traditionelle Vorstellung von „Müllentsorgung“ hinausgegangen und sich zu einem gängigen Mittel zur täglichen Energieversorgung im Haushalt entwickelt. Millionen Einwohner sind gezwungen, auf brennendes Plastik angewiesen zu sein, um Feuer zum Kochen, Heizen, Anzünden von Bränden und sogar zur Abwehr von Insekten zu machen. Die Hauptursachen sind tiefe Energiearmut, hohe Kosten für saubere Brennstoffe und ineffektive Müllrecyclingsysteme.

Die Forschung wurde vom Institute for Energy Transition (CIET) der Curtin University in Australien geleitet. Die Forscher führten eine eingehende Umfrage unter mehr als 1.000 Menschen aus 26 Ländern durch, die eng mit einkommensschwachen städtischen Gemeinden zusammenarbeiten – darunter Akademiker, Regierungsbeamte und Gemeindevorsteher. Die Ergebnisse zeigten, dass ein Drittel der Befragten eindeutig angab, von Familien zu wissen, die Plastik verbrannten, und viele hatten Nachbarn oder Gemeindemitglieder dabei beobachtet. Einige gaben sogar zu, zu solch extremen Maßnahmen gezwungen worden zu sein.
Die Umfrage ergab, dass alles, von Plastiktüten und Lebensmittelverpackungen bis hin zu verschiedenen Plastikflaschen und Verpackungskartons, zu Brennstoff in Haushaltsöfen wird. Diese Plastikabfälle werden oft in den einfachsten „Drei-Steine-Öfen“, Holzkohleöfen oder selbstgebauten Brennern entzündet und erzeugen große Mengen giftigen Rauchs, der in überfüllten Wohnumgebungen nicht abgeführt werden kann. Statistiken zeigen, dass Frauen, Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen zu den unmittelbarsten und gefährdetsten Opfern dieser unsichtbaren Gesundheitskrise geworden sind, da sie die längste Zeit zu Hause verbringen.
Experten der Western Australian School of Mines der Curtin University haben gewarnt, dass das Verbrennen von gemischten Kunststoffen und Polyvinylchlorid (PVC) im täglichen Leben äußerst gefährlich ist. Polyvinylchlorid ist der am dritthäufigsten verbrannte Kunststoff und setzt beim Verbrennen äußerst giftige Verbindungen – Dioxine und Furane – frei. Diese Schadstoffe verbleiben nicht nur lange in der Umwelt, sondern reichern sich auch über die Nahrungskette an und verursachen zahlreiche schwere Schäden im menschlichen Körper, darunter Krebs, Störungen des Fortpflanzungssystems und Schädigungen des Immunsystems.
Noch besorgniserregender ist, dass diese toxische Verschmutzung nicht nur auf das Einatmen der Luft beschränkt ist. In der Umfrage glaubten bis zu 60 % der Befragten, dass giftige Chemikalien, die beim Verbrennen von Kunststoffen entstehen, höchstwahrscheinlich direkt die lokalen Lebensmittel- und Wasserquellen verunreinigen. Bei früheren wissenschaftlichen Probenahmen rund um Plastikverbrennungsstätten haben Experten hohe Konzentrationen toxischer Verbindungen im umliegenden Boden und in den von Geflügel produzierten Eiern festgestellt. Wenn in der Nähe von Koch- und Wohngebieten ständig Kunststoffe entzündet werden, setzen sich die Giftstoffe auf den Feldfrüchten ab, versickern im Grundwasser und reichern sich in der täglichen Nahrung an, was eine neue Gesundheitskrise in gefährdeten Gemeinden auslöst, die ohnehin schon mit mehreren Überlebensproblemen konfrontiert sind.
Experten und Wissenschaftler, die an der Studie teilgenommen haben, betonten gemeinsam, dass angesichts dieses schwerwiegenden Trends, der den weltweiten Plastikverbrauch im Jahr 2060 voraussichtlich verdreifachen wird, diese chronische Krankheit nicht einfach durch das Predigen von „Warnungen“ und „Abraten“ vollständig ausgerottet werden kann. Denn dieses Verhalten beruht nicht unbedingt auf Unwissenheit, sondern ist überlebensgetrieben. Die internationale Gemeinschaft und die lokalen Regierungen müssen sich den zugrunde liegenden Ursachen stellen, ihre Interventionen auf die Verbesserung der grundlegenden Sanitärversorgung, die Bereitstellung bezahlbarer und sauberer Energie für modernes Kochen und die enge Zusammenarbeit mit den lokalen Gemeinschaften konzentrieren, um Alternativen zu entwickeln, die ihrem tatsächlichen Lebensstandards entsprechen. Nur so können wir das Leben und die Gesundheit dieser am stärksten marginalisierten Gruppen der Welt wirklich retten.