Die US-Luftwaffe hat im Rahmen des Collaborative Combat Aircraft (CCA)-Programms einen Meilenstein erreicht. Kürzlich hat die US-Luftwaffe in Zusammenarbeit mit Anduril Industries mit der YFQ-44A-Drohne „Loyal Wingman“ erstmals erfolgreich eine AIM-120-Rakete auf ein digital simuliertes Ziel abgefeuert.

Da das Konzept, dass Kampfroboter Seite an Seite mit traditionellen bemannten Kampfflugzeugen kämpfen, allmählich Realität wird, müssen Drohnen unweigerlich in der Lage sein, tatsächlich Waffen abzufeuern. Obwohl UAVs wie die YFQ-44A zuvor mit Raketen geflogen waren, wurden diese Raketen oft nur als Testlasten ohne Kampfeffektivität eingesetzt.

Diese Situation hat im geschlossenen Luftraum der kalifornischen Mojave-Wüste einen Wendepunkt erreicht. Während des Tests feuerte die von Anduril hergestellte Drohne eine scharf abfeuernde Luft-Luft-Mittelstreckenrakete vom Typ AIM-120 ab. Das UAV erledigt den Großteil der Arbeit der Ortung, Erfassung und Annäherung an das Ziel autonom. Gemäß den US-Standardkampfprotokollen, die den völlig autonomen Abwurf von Waffen verbieten, wird der endgültige „Feuer“-Befehl jedoch immer noch von menschlichen Vorgesetzten am Boden erteilt.

Der Testflug, der auf der Edwards Air Force Base in Zusammenarbeit mit der 412th Test Wing Air Superiority Joint Test Force durchgeführt wurde, demonstrierte durchgängige Angriffsfähigkeiten außerhalb der Sichtweite. Während Drohnen schon früher Raketen abgefeuert haben, handelte es sich dabei in der Regel um ferngesteuerte Flugzeuge, bei denen Menschen am Boden die Flugsteuerungssysteme bedienten. Bei dem Test handelte es sich keineswegs um einen vorprogrammierten Waffenabwurf, sondern um eine vollständige und dynamische Luft-Luft-Kampfsequenz, die von einer Software gesteuert wurde.

Während dieses Vorgangs nutzte der Bordcomputer die Lattice-Software von Anduril, um selbstständig das Ziel zu finden, eine Verriegelung zu erreichen und den Abfangkurs zu berechnen. Der einzige menschliche Eingriff besteht darin, den Schussbefehl zu erteilen, woraufhin der Computer die Kontrolle wieder übernimmt und die letzte Aktion zum Auslösen der Waffe ausführt.

General Dale White, der für das Portfoliomanagement wichtiger wichtiger Waffensysteme verantwortlich ist, erklärte, dass die Entwicklung vom Start inerter Nutzlasten Anfang dieses Jahres bis zur Freigabe scharfer Waffen heute die Reife des Projekts voll und ganz zeige und es dem Militär ermögliche, sein digitales Integrationsmodell mit tatsächlichen Daten zu überprüfen. Er sagte, dass diese Tests auf operativer Ebene bewiesen hätten, dass kooperative Kampfflugzeuge autonom Waffeneinsatzverfahren innerhalb von Piloten definierter Parameter durchführen können, was den Prozess der Bereitstellung tatsächlicher Kampffähigkeiten für Frontkämpfer erheblich beschleunigen werde.