IBM warnte die Anleger am Mittwoch, dass das Umsatzwachstum für das Gesamtjahr langsamer ausfallen würde als bisher erwartet. Erst vor einer Woche erlitt die Aktie den größten Ein-Tages-Rückgang in der Geschichte, nachdem Führungskräfte des Unternehmens vorab Prognosen veröffentlicht hatten, die hinter den Erwartungen zurückblieben. IBM gab am Mittwoch seinen Finanzbericht für das zweite Quartal bekannt und bestätigte damit die in der vergangenen Woche vorab veröffentlichten Leistungsinformationen. Diese seltene Vorankündigung führte dazu, dass der Marktwert des Unternehmens um etwa 67 Milliarden US-Dollar schrumpfte.

Der Umsatz im Infrastrukturgeschäft von IBM erreichte 3,8 Milliarden US-Dollar, was einem Rückgang von 7 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Verkäufe von Rechenzentrums-Mainframes blieben hinter den Erwartungen zurück und brachen im Jahresvergleich um 42 % ein, was die Leistung des Sektors beeinträchtigte.
IBM erwartet derzeit ein Umsatzwachstum für das Gesamtjahr von 4 bis 5 %; Anfang des Jahres erwartete das Unternehmen für das Gesamtjahr ein Wachstum von über 5 %.
CEO Arvind Krishna sagte, das Unternehmen befinde sich im „Anfangsstadium des Strukturwandels der Branche“.
Trotz des Drucks ist er immer noch davon überzeugt, dass IBM im Software-, Infrastruktur- und Beratungsgeschäft Vorteile hat und Kunden dabei helfen kann, den Wert der künstlichen Intelligenz zu nutzen.
„Angesichts unseres bestehenden Geschäftsportfolios und unserer zukünftigen Möglichkeiten liegt der Schlüssel zu Erfolg oder Misserfolg in der Umsetzung, und hier haben wir im zweiten Quartal versagt“, sagte Krishna den Anlegern.
Das Unternehmen erzielte im Quartal einen Nettogewinn von 2,2 Milliarden US-Dollar und einen Gesamtumsatz von 17,2 Milliarden US-Dollar. IBM geht immer noch davon aus, dass der freie Cashflow im Gesamtjahr im Vergleich zum Vorjahr um etwa 1 Milliarde US-Dollar steigen wird.
IBM-Finanzvorstand James Cavanaugh sagte in einem Interview mit den Medien, dass es im Unternehmen im zweiten Quartal „Dutzende Transaktionen gab, die nicht zustande kamen“, was letztendlich zu einer Leistung führte, die hinter den Erwartungen zurückblieb. Er sagte, dass bisher etwa ein Drittel der Transaktionen abgeschlossen seien und betonte, dass die Gesamtstrategie des Unternehmens unverändert bleibe.
Krishna sagte, diese Situation zeige deutlich, dass die Unterzeichnung der entsprechenden Befehle nur verzögert statt vollständig verloren gegangen sei.