Im National Institutes of Health Clinical Center in Bethesda haben Phase-1-Studien mit dem universellen Grippeimpfstoffkandidaten FluMos-v2 begonnen. Die vom National Institute of Allergy and Infectious Diseases geförderte Studie wird die Sicherheit des Impfstoffs und sein Potenzial für Immunreaktionen bewerten. FluMos-v2 ist eine aktualisierte Version von FluMos-v1 und soll eine breitere Immunität gegen sechs Influenzaviren bieten.

Farbige Transmissionselektronenmikroskopaufnahme (Rot und Gold) von Influenza-A-Viruspartikeln, die aus einer Patientenprobe isoliert und dann in Zellkultur vermehrt wurden. Influenza A kann sowohl Menschen als auch Tiere wie Vögel und Schweine infizieren. Quelle: National Institutes of Health

Das National Institutes of Health Clinical Center in Bethesda, Maryland, hat eine klinische Phase-1-Studie mit einem neuen universellen Grippeimpfstoffkandidaten begonnen. Die vom National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID), einem Teil der National Institutes of Health (NIH), gesponserte Studie wird die Sicherheit des Prüfimpfstoffs und seine Fähigkeit, eine Immunantwort auszulösen, bewerten.

Aktuelle Grippeimpfstoffe

Derzeit verfügbare Impfstoffe gegen die saisonale Grippe (oder „Grippe“) sind gegen bestimmte Grippestämme wirksam. Die Impfstoffe werden jedes Jahr neu bewertet und geändert, um den Influenzastämmen, die in der kommenden Grippesaison voraussichtlich am dominierendsten sein werden, am besten gerecht zu werden. Die meisten saisonalen Grippeimpfstoffe sind darauf ausgelegt, das Immunsystem so zu trainieren, dass es vor drei bis vier verschiedenen häufigen Grippeviren schützt. Ein „universeller“ Grippeimpfstoff könnte jedoch eines Tages vor noch mehr Stämmen schützen.

„Der ideale universelle Grippeimpfstoff könnte seltener als einmal im Jahr verabreicht werden und vor mehreren Grippestämmen schützen. Mit jedem neuen universellen Grippeimpfstoffkandidaten und jeder neuen klinischen Studie kommen wir diesem Ziel einen Schritt näher“, sagte Dr. Hugh Auchincloss, amtierender Direktor von NIAID.

Über den Impfstoffkandidaten FluMos-v2

Der untersuchte Impfstoffkandidat FluMos-v2 wurde von Forschern des NIAID Vaccine Research Center (VRC) entwickelt. FluMos-v1 begann seine ersten Versuche am Menschen im Jahr 2021 und befindet sich noch in der Erprobung. FluMos-v2 wurde entwickelt, um Antikörper gegen mehrere verschiedene Influenzavirusstämme zu induzieren, indem es Teile des Hämagglutinin (HA)-Proteins des Influenzavirus in einem sich wiederholenden Muster auf einem selbstorganisierenden Nanopartikelgerüst präsentiert. Der Kontakt mit diesen harmlosen viralen Proteinfragmenten ermöglicht es dem Immunsystem, das echte Virus zu erkennen und zu bekämpfen. In Tierversuchen erzeugte der experimentelle Impfstoff eine robuste Antikörperantwort.

Der Impfstoffkandidat FluMos-v1 zeigte HA für vier Influenzaviren, während FluMos-v2 HA für sechs Influenzaviren zeigte: vier Influenza-A-Viren und zwei Influenza-B-Viren. Forscher gehen davon aus, dass dadurch die Immunität der Impfempfänger weiter gestärkt und der Schutz vor einer größeren Vielfalt an Influenzaviren gewährleistet wird.

Testdetails und Folgemaßnahmen

Für die neue klinische Studie werden voraussichtlich 24 gesunde Freiwillige im Alter von 18 bis 50 Jahren rekrutiert, die zwei intramuskuläre Injektionen des Impfstoffkandidaten FluMos-v2 erhalten. Der Abstand zwischen den Injektionen beträgt 16 Wochen. Zunächst werden die Teilnehmer in die Gruppe mit der niedrigsten Dosis (60 Mikrogramm pro Dosis) aufgenommen. Wenn keine Sicherheitsbedenken festgestellt werden, nachdem mindestens drei Teilnehmer diese Impfdosis erhalten haben, beginnt die Rekrutierung für Teilnehmer in der Gruppe mit der höheren Dosis (180 Mikrogramm pro Dosis). Das Forschungsteam plant, 12 Teilnehmer pro Dosisgruppe zu rekrutieren.

Die Teilnehmer erhalten 40 Wochen nach der ersten Dosis regelmäßige Nachuntersuchungen und Kontrolluntersuchungen, um ihre Reaktion auf den experimentellen Impfstoff zu verfolgen. Während der Besuche werden die Forscher auch Blutproben entnehmen, um die Immunantwort auf den Impfstoffkandidaten zu messen.