Eine große Studie mit Krankenschwestern mittleren Alters ergab, dass Personen mit einem Abend-Chronotyp insgesamt eher zu einem ungesunden Lebensstil neigten, insbesondere zu Rauchen, Schlafmangel und Bewegungsmangel, und ein um 72 % höheres Risiko hatten, an Diabetes zu erkranken. Eine aktuelle Studie mit mehr als 60.000 Krankenschwestern mittleren Alters ergab, dass Menschen mit einem „Abend-Chronotyp“, die sich später am Tag energiegeladener fühlen, ein höheres Risiko haben, an Diabetes zu erkranken.

Darüber hinaus weisen diese Personen häufig ungesunde Lebensgewohnheiten wie Rauchen, Schlafmangel und Bewegungsmangel auf. Dies wird mit Menschen mit einem Morgentyp verglichen. Die Autoren stellten jedoch fest, dass Faktoren wie der Beruf, das Bildungsniveau und der sozioökonomische Status der Teilnehmer diese Ergebnisse beeinflusst haben könnten. Die Ergebnisse wurden am 12. September in den Annals of Internal Medicine veröffentlicht.


Verstehen Sie zirkadiane Rhythmusmuster

Der zirkadiane Rhythmus, auch „zirkadiane Präferenz“ genannt, ist eine teilweise genetisch bedingte Struktur, die sich auf die Tendenz einer Person bezieht, früher oder später zu schlafen. Etwa 8 % der Menschen haben einen Spätschlaf-Chronotyp. Dies ist insbesondere mit einer schlechten Stoffwechselregulation, einer gestörten Blutzuckerkontrolle, Stoffwechselstörungen und einer höheren Inzidenz und Prävalenz von Typ-2-Diabetes verbunden. Die genaue Ursache für den Zusammenhang zwischen „Abendtyp“ und erhöhtem Diabetesrisiko ist jedoch noch unklar.

Detaillierte Forschungsergebnisse

Wissenschaftler des Brigham and Women's Hospital und der Harvard Medical School führten zwischen 2009 und 2017 eine prospektive Kohortenstudie mit 63.676 Krankenschwestern im Alter von 45 bis 62 Jahren ohne Vorgeschichte von Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes durch.

Die Forscher fanden heraus, dass Teilnehmer mit dem Chronotyp „auf jeden Fall spät ins Bett gehen“ eine um 54 % höhere Wahrscheinlichkeit hatten, einen ungesunden Lebensstil zu führen als Teilnehmer mit dem Chronotyp „auf jeden Fall früh aufstehen“. Menschen mit späteren Schlafenszeiten hatten außerdem ein um 72 % höheres Risiko, während der Nachbeobachtungszeit an Diabetes zu erkranken.

Nach Angaben der Autoren wurde dieser Zusammenhang abgeschwächt, blieb aber auch nach Berücksichtigung aller gemessenen Lebensstil- und soziodemografischen Faktoren bestehen. Sie betonten, dass sich diese Ergebnisse auf Personen beschränkten, die in letzter Zeit keine Nachtschichten gearbeitet hatten. Zukünftige Untersuchungen in anderen Bevölkerungsgruppen unter Verwendung genetisch bestimmter Chronotypen sind erforderlich, um festzustellen, ob sich ihre Ergebnisse auf Männer, nichtweiße Rassen- oder ethnische Gruppen oder andere sozioökonomische Klassen übertragen lassen. Darüber hinaus können generationsbedingte Unterschiede in Bezug auf Ernährung, Bewegung und Gewicht die Anwendbarkeit ihrer Erkenntnisse auf jüngere oder ältere Generationen oder auf die aktuelle Zeit einschränken.

redaktionelle Meinung

In einem entsprechenden Leitartikel schreiben die Autoren der Harvard T.H. Die Chan School of Public Health und die Harvard Medical School betonen, dass mehrere Faktoren, darunter psychologische Faktoren, die Art des Jobs und mögliche Veränderungen des Chronotyps im Laufe des Lebens, die Ergebnisse der Studie verfälschen könnten. Sie fügten hinzu, dass die Ergebnisse darauf hindeuten, dass eine zirkadiane Fehlausrichtung der zugrunde liegende Mechanismus sein könnte, der für diese Ergebnisse verantwortlich ist, und zwar aufgrund einer Diskrepanz zwischen Chronotyp und Arbeitszeiten und nicht zwischen Chronotyp.

Die Autoren des Leitartikels glauben, dass diese Studie zu den wachsenden Beweisen beiträgt, dass die Versetzung von Spätschichtarbeitern in die Nachtschicht den Schlaf und die Stoffwechselgesundheit von Schichtarbeitern verbessern kann. Abschließend stellen sie fest, dass diese Ergebnisse darauf hindeuten, dass die Entwicklung standardisierter Instrumente zur regelmäßigen Beurteilung des Chronotyps einer Person während ihres gesamten Lebens von Vorteil sein könnte.