Trotz der Bemühungen Indiens, Weltmarktführer für die Herstellung fortschrittlicher Chips zu gewinnen, gab Intel bekannt, dass das Unternehmen noch keine Entscheidung getroffen hat, in die Chipherstellung zu investieren, da Indien noch kein ausgereiftes Ökosystem aufgebaut hat. Auf eine Frage zu Intels Investitionsplänen in Indien antwortete Christoph Schell, Chief Commercial Officer von Intel, auf dem Intel Innovation Summit in San Jose, Kalifornien, dass einer der Schlüsselfaktoren bei Investitionen in neue Standorte die Verfügbarkeit von Halbleiterfertigungs- und -verpackungsanlagen sowie Lieferanten und Kunden in der Nähe sei.

Christoph Schell fügte hinzu, dass die 32,8 Milliarden US-Dollar teure Produktionsanlage von Intel in Magdeburg, Deutschland, etwa 465 Kilometer von der geplanten 4,6 Milliarden US-Dollar teuren Montage- und Testanlage in Breslau, Polen, entfernt sei.

Gemäß der Intel IDM2.0-Strategie investiert Intel weltweit in Produktionsstätten, darunter zwei neue Werke in Ohio, USA, und die EU plant, in den nächsten zehn Jahren 80 Milliarden Euro in die gesamte Halbleiter-Wertschöpfungskette zu investieren. Intel kündigte im Juni dieses Jahres an, 25 Milliarden US-Dollar in Israel zu investieren. Derzeit ist Indien nicht auf dem Radar von Intel.

Die Ankündigung von Intel erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Indien versucht, globale Halbleiterhersteller durch den 760 Milliarden Rupien (93 Milliarden US-Dollar) schweren India Semiconductor Plan zur Errichtung von Fabriken zu bewegen.

Dank der Investitionen und dem Bau von Forschungs- und Entwicklungszentren durch Unternehmen wie Intel, AMD, Qualcomm und MediaTek hat Indien ein Chip-Design-Ökosystem gebildet, das sich hauptsächlich auf Bangalore konzentriert. Nachdem jedoch die staatliche Halbleiterfertigungsanlage (Semiconductor Complex Limited) aufgrund eines Brandes im Jahr 1989 ihren Betrieb einstellte, ging Indiens Halbleiterfertigungskapazität im kommerziellen Maßstab nahezu auf Null.

Dennoch könnte im westindischen Bundesstaat Gujarat ein Halbleiter-Ökosystem entstehen, nachdem Micron eine Investition von 2,7 Milliarden US-Dollar in den Aufbau einer ATMP-Anlage angekündigt hat. Jefferey Chun, Geschäftsführer von Simmtech Southeast Asia, einem südkoreanischen Hersteller von Leiterplatten und IC-Substraten, sagte, dass man eine weitere Investition mit Micron prüft und sich darauf vorbereitet. Die wichtigste Überlegung ist, ob das Unternehmen den gleichen Unterstützungsstandard erhalten kann, da diese Investitionen möglicherweise nicht als unabhängige Projekte betrachtet werden.

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