Das Orbitalbetriebsunternehmen Astroscale hat im Rahmen eines 25,5-Millionen-Dollar-Projekts mit der Space Force zur Erforschung des Konzepts neue Details zu seinem Ansatz zur Betankung von Satelliten im Weltraum bekannt gegeben. Ihre Lösung ähnelt ein wenig einem AAA-Lastwagen, der mit 25.000 Meilen pro Stunde fährt.

Viele Satelliten funktionieren auch nach Jahren im Weltraum noch normal, aber es fehlt einfach der Treibstoff, um ihre vorgesehene Höhe und Umlaufbahn sicher aufrechtzuerhalten, sodass sie aus der Umlaufbahn gebracht werden müssen. Die Betreiber könnten sich dafür entscheiden, einen weiteren Satelliten im Wert von 100 Millionen US-Dollar zu starten oder, wie Unternehmen wie Astroscale und OrbitFab vorgeschlagen haben, ein Zehntel der Kosten für eine Gasnachfüllung von der Oberfläche in die geostationäre Umlaufbahn auszugeben.

Natürlich sind die meisten Satelliten nicht für die Betankung konzipiert, aber das könnte leicht geändert werden – wie das gelingen soll, ist allerdings eine offene Frage. Letzten Sommer erhielt Astroscale einen Auftrag der Space Force, um diese Möglichkeit im Orbit zu erkunden.

Der Astronomical Scale Prototype Refueling Server (APS-R) ist ein kleiner Satellit (interessanterweise etwa so groß wie eine Zapfsäule auf der Erde), der in eine geostationäre Umlaufbahn – etwa 300 Kilometer über dem Meeresspiegel – aufsteigt und dann zu einem „bereiten Kunden“ mit dem richtigen Tankhafen fliegt. (Dieser Kunde ist noch ein „z.B.“ auf dem Bild, daher gibt es noch keine formellen Pläne).

Nach dem Auftanken des Kundensatelliten zieht sich APS-R zurück und inspiziert den Kundensatelliten auf Treibstofflecks oder andere Probleme, die der Betreiber möglicherweise untersuchen muss. Anschließend wird es wieder in den Geosynchronous Orbit+ aufsteigen und sich mit dem RAPIDS-Treibstoffdepot der Defence Innovation Unit treffen.

Bildquelle: AstroscaleAstroscale

Einige andere weltraumgestützte Betankungskonzepte haben den relativ einfachen Ansatz gewählt, den gesamten Treibstoff auf dem Raumfahrzeug selbst zu belassen, anstatt als Notfallshuttle zwischen der Raumstation und dem Kunden zu fungieren (daher der AAA-Vergleich). Da das Militär jedoch offenbar glaubt, dass ein riesiger, mit Hydrazin gefüllter geostationärer Druckbehälter eine sicherere Option sei, beabsichtigt Astroscale, diesen Ansatz zu übernehmen, und es könnte später eine nichtmilitärische, unabhängige Version geben.

Das gemeinsame Projekt – das aus Kostensicht im Wesentlichen in der Mitte gespalten ist – befindet sich erst in der Phase des „Betriebskonzepts“, aber Astroscale rechnet damit, es bis 2026 fertigzustellen. Zweifellos werden wir bis dahin mehr über dieses und andere Weltraum-Nachhaltigkeitsprojekte hören.