Zusammenfassung:
26 Jahre nach der Einführung der PlayStation 2-Konsole von Sony wurde endlich eines der letzten großen Hardware-Geheimnisse der Plattform gelüftet. DiscoStarslayer, ein Retro-Hardware-Enthusiast und Sicherheitsforscher aus Kanada, gab kürzlich bekannt, dass es ihm nach vier Jahren Reverse-Engineering-Forschung gelungen sei, den Schlüssel-Sicherheitschip CXP102064 MechaCon in der ursprünglichen „Thick Machine“ PS2 zu durchbrechen und seine internen Firmware-Daten erfolgreich zu extrahieren.

Der MechaCon-Chip ist hauptsächlich für die Koordination und Verwaltung der mechanischen Steuerung des optischen Laufwerks der PS2-Konsole, des Flash-Speichermechanismus und des Anti-Piraterie-Sicherheitsüberprüfungssystems der gesamten Maschine verantwortlich. Es spielt eine äußerst zentrale Rolle in der Hardware-Verteidigungslinie von Sony. Es kümmert sich nicht nur direkt um die Disc-Zertifizierung, sondern ist auch für die Koordinierung der MagicGate-Speicherkartenverschlüsselung und des Entschlüsselungsprozesses für ausführbare Dateien (KELF) verantwortlich. Über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg war dieser hochintegrierte Chip immer eine „Hardware-Blackbox“, die nicht vollständig entschlüsselt wurde.
Um diese Sicherheitsverteidigungslinie zu überwinden, führte das Forschungsteam äußerst strenge und langwierige Reverse-Engineering-Arbeiten auf physischer und Chip-Ebene durch. Die Forscher verwendeten zunächst einen chemischen Entkappungsprozess, um die äußere Verpackung des Chips abzuziehen, um den Siliziumwafer freizulegen, und verwendeten dann ein Mikroskop, um schichtweise optisches Scannen und eine Analyse der Schaltkreisstruktur durchzuführen. Auf dieser Grundlage fand Mitentwickler Libby anhand vorläufiger optischer Dump-Daten die wichtigsten Logiklücken im Chip und realisierte schließlich die vollständige Extraktion aller zugrunde liegenden Daten und Firmware des MechaCon-Chips durch eine reine Softwarelösung.

Der Einfluss dieses umgekehrten Durchbruchs beschränkt sich nicht nur auf den Bereich der Heimkonsolen. Da viele klassische Arcade-Baseboards wie Namcos System 246 und System 256 sowie Konamis Python 1 ebenfalls auf der PS2-Architektur basieren und denselben MechaCon-Chip für die Firmware-Authentifizierung und die verschlüsselte Datenausführung verwenden, wird dieses Forschungsergebnis auch direkt die Bewahrung und technische Reproduktion einer großen Anzahl klassischer Arcade-Spiele-Erbe fördern.
Für die Retro-Gaming-Community sowie Hardware- und Software-Freaks wird radikale Transparenz in das Innenleben von MechaCon weitreichende Veränderungen mit sich bringen. Einerseits kann es die Simulationsgenauigkeit bestehender PS2-Emulatorprojekte erheblich verbessern und den Homebrew-Softwareentwicklungsprozess vereinfachen; Andererseits erhöht diese Forschung die Wahrscheinlichkeit erheblich, dass die Community in Zukunft einen wirklich nativen Emulator für optische Laufwerke (ODE) entwickeln wird, da ursprüngliche physische optische Laufwerke zunehmend altern und beschädigt werden und es Spielern ermöglichen, digitale Spielbilder perfekt auf Originalhardware auszuführen, ohne auf zerbrechliche mechanische Laserköpfe angewiesen zu sein.
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