Das US-Repräsentantenhaus stimmte mit überwältigender Mehrheit für die Verabschiedung eines Gesetzes, das Automobilhersteller dazu zwingen würde, kostenlose AM-Radios als Standardausrüstung in alle Neuwagen einzubauen.

📅 2026-09-17

Zusammenfassung:

Die US-amerikanische Automobilindustrie steht vor einer neuen staatlich vorgeschriebenen Hardware-Regulierungsanforderung. Das US-Repräsentantenhaus hat kürzlich offiziell mit überwältigender Mehrheit der Parteien für die Verabschiedung des AM Radio for Every Vehicle Act gestimmt. Der Gesetzentwurf verpflichtet das US-Verkehrsministerium und die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA), formelle Vorschriften zu erlassen, um die Automobilhersteller zu zwingen, alle neuen oder importierten Personenkraftwagen, Lastkraftwagen und SUVs mit traditionellen AM-Radios auszustatten, und die Erhebung zusätzlicher Gebühren oder Abonnementgebühren für Verbraucher zu verbieten.

Die Weiterentwicklung dieses Gesetzentwurfs ist direkt auf den beschleunigten Trend der Automobilindustrie in den letzten Jahren zurückzuführen, sich vom traditionellen AM-Rundfunk abzuwenden. Angesichts der Beliebtheit intelligenter vernetzter Autos und des allgemeinen Übergangs zu Elektrofahrzeugen (EVs) haben viele Automobilhersteller, darunter Tesla, Rivian, BMW und Volvo, nach und nach analoge AM-Empfangsmodule in einigen neuen Massenfahrzeugen abgeschafft und stattdessen Streaming-Media-Plattformen (wie TuneIn oder iHeartRadio) und Satellitenradio auf Basis von Mobilfunknetzverbindungen zwischen Auto und Maschine implementiert. Als technische Erklärung geben Automobilhersteller im Allgemeinen an, dass die Hochspannungsmotoren und leistungselektronischen Wechselrichtersysteme moderner Elektrofahrzeuge starke elektromagnetische Störungen (EMI) erzeugen. Dieses elektromagnetische Streufeld kann leicht die Signale im AM-Band stören und zu Audioverzerrungen führen. Um Störungen zu beseitigen und eine klare Klangqualität beizubehalten, sind viele zusätzliche Kosten für die Abschirmung des Kabelbaums und die Hardware-Filterung erforderlich.

US-Gesetzgeber und Notfallkommunikationsbehörden haben jedoch starke Bedenken hinsichtlich dieser „Reduzierungsmaßnahme“ der Automobilhersteller geäußert. Kongressabgeordnete, die den Gesetzentwurf unterstützen, wiesen darauf hin, dass AM-Rundfunk die natürlichen physikalischen Eigenschaften einer extrem großen Übertragungsentfernung und einer starken Signaldurchdringung aufweist und nicht auf eine moderne, fragile Netzwerkinfrastruktur angewiesen ist. Es war schon immer ein wichtiges Rückgrat des nationalen öffentlichen Warnsystems in den Vereinigten Staaten. Wenn extreme Naturkatastrophen oder plötzliche Krisen der öffentlichen Sicherheit wie Hurrikane, Erdbeben und Schneestürme auftreten, die dazu führen, dass die Bodenstromnetze lahmgelegt werden, Mobilfunk-Basisstationen ihre Stromversorgung verlieren und das Glasfaser-Internet unterbrochen wird, sind in Fahrzeugen montierte analoge AM-Radios oft der einzige Kanal für eingeschlossene Personen und Fahrer, um offizielle Katastrophenvorsorge- und Rettungsanweisungen sowie Lebenssicherheitswarnungen zu erhalten. Wenn es auf eine Streaming-Media-Anwendung heruntergestuft wird, die auf Mobilfunknetzen basiert, wird es in extremen Verbindungsabbruchszenarien vollständig auf eine Anzeige reduziert.

Nach erfolgreicher Verabschiedung durch das Repräsentantenhaus wurde der Gesetzentwurf dem Senat zur Prüfung vorgelegt. Da die Senatsversion des Gesetzentwurfs von wichtigen Senatoren beider Parteien gemeinsam geleitet wurde und im Senat genügend Mitunterzeichnerunterstützung erhalten hat, um die Filibuster-Schwelle zu überschreiten, gehen Außenstehende davon aus, dass der Gesetzentwurf mit hoher Wahrscheinlichkeit im Senat angenommen und schließlich vom Präsidenten in Kraft gesetzt wird.

Sobald der Gesetzentwurf offiziell in Kraft tritt, haben die US-amerikanischen Transportregulierungsbehörden ein Jahr Zeit, um spezifische Umsetzungsdetails zu formulieren und diese während der darauffolgenden Übergangsperiode bei allen in den Vereinigten Staaten verkaufenden Automobilunternehmen durchzusetzen. Die Alliance for Automotive Innovation, die große Fahrzeughersteller vertritt, hat sich wiederholt dagegen eingesetzt und behauptet, dass der obligatorische Einbau und die Abschirmung der gesamten Branche Kosten in Milliardenhöhe für Compliance-Änderungen verursachen würden. Dieser kommerzielle Appell konnte jedoch letztendlich den gesetzgeberischen Willen der öffentlichen Sicherheit nicht blockieren. Das bedeutet, dass Autohersteller, die versuchen, alte Broadcast-Hardware, die auf Software-Abonnements und Streaming-Diensten basiert, vollständig aus dem Verkehr zu ziehen, dieses jahrhundertealte Kommunikationsgerät wieder in das intelligente Cockpit der Zukunft einbauen müssen.

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