Zusammenfassung:
Sony kündigte an, die Veröffentlichung physischer PlayStation-Spiele-Discs bis 2028 schrittweise einzustellen. Die negative Reaktion, die diese Entscheidung in der Entwicklergemeinschaft hervorrief, könnte schwerwiegender sein als von außen erwartet. Digital John Linneman, leitender Autor von Foundry In einer kürzlich erschienenen Show enthüllte er, dass er nach Gesprächen mit vielen Brancheninsidern während der Gamescom herausgefunden habe, dass kleine Entwickler und Publisher starken Widerstand gegen diese Entscheidung geäußert hätten, insbesondere solche, die immer noch stark auf physische Verkaufserlöse angewiesen seien.

Linnemann sagte: „Die Haltung der Industrie zu diesem Thema ist derzeit sehr negativ. Die überwiegende Mehrheit der Hersteller, mit denen ich Kontakt aufnehme, ist äußerst unzufrieden.“ Er erklärte, dass mehrere von ihm kontaktierte Unternehmen immer noch einen erheblichen Teil – in einigen Fällen sogar den Großteil – ihrer Einnahmen aus dem Verkauf physischer Spiele erzielen.
Im Gegensatz dazu reagierten große AAA-Studios, die typischerweise über größere Organisationsstrukturen verfügen und stärker auf den digitalen Vertrieb angewiesen sind, relativ gedämpft auf die Einstellung von Discs. „Den großen Herstellern und den großen AAA-Partnern ist das völlig egal“, sagte Linnemann, „aber für die kleinen Hersteller wird es ein ziemlich schwerer Schlag sein.“
Ein möglicher Folgeeffekt besteht darin, dass Entwickler ihren Fokus möglicherweise auf Nintendo-Plattformen verlagern. Linnemann wies darauf hin, dass von ihm kontaktierte Branchenkenner den Eindruck vermittelten, dass einige Hersteller beabsichtigen, sich stärker auf die Switch 2 zu konzentrieren, da die Nintendo-Plattform noch Platz für den physischen Spielevertrieb behalte. Wenn PlayStation vollständig auf Discs verzichtet, wird Nintendos Vorteil in dieser Hinsicht noch deutlicher.

Das bedeutet natürlich nicht, dass die Hersteller die Veröffentlichung von Spielen auf PlayStation direkt einstellen werden. Die Entscheidung von Sony könnte sich jedoch auf subtile Weise auf die Ressourcenzuteilungsstrategien der Hersteller und die Wahrnehmung der Plattformpriorität auf jeder Plattform auswirken.
Linnemanns Kernpunkt ist, dass Sony diese Transformation möglicherweise nicht unbeschadet überstehen wird. Er räumte ein, dass weiterhin große Spiele auf PlayStation erscheinen werden, Sony sollte jedoch nicht davon ausgehen, dass seine Dominanz nicht durch Entscheidungen erschüttert wird. „Sie schließen versehentlich das Konzept einer Mainstream-Konsole für die breite Masse und die Möglichkeit für Spieler aus, ihre eigenen Spiele zu besitzen, weiterzuverkaufen oder auszutauschen“, sagte er.
Er glaubt, dass der schrittweise Wegfall von Funktionen, die Verbraucher schätzen, einige Spieler dazu veranlassen könnte, andere Plattformen in Betracht zu ziehen. PCs werden ein klarer Nutznießer eines offeneren Ökosystems sein – nicht nur größere Hardware- und Softwarefreiheit, sondern auch die Freiheit für Verbraucher, zwischen mehreren Geschäften, Plattformen und Einkaufskanälen zu wählen.
„Je mehr man den Nutzern wegnimmt, desto mehr werden sie anfangen, andere Optionen in Betracht zu ziehen“, schlussfolgerte Linneman.
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