Studie zeigt, dass Raumverstopfung möglicherweise mit einer erhöhten Proteingärung im Darm zusammenhängt

📅 2026-09-08

Zusammenfassung:

Eine neue Studie der Universität Kopenhagen in Dänemark in Zusammenarbeit mit der NASA liefert neue Hinweise darauf, warum Astronauten im Weltraum anfällig für Verstopfung sind. Forscher analysierten Blutproben von 52 Astronauten, die mehrere Monate auf der Internationalen Raumstation verbrachten, und stellten fest, dass innerhalb von Wochen nach ihrem Abflug von der Erde Veränderungen in der Proteinfermentationsaktivität ihrer Darmmikroben auftraten und dass diese Veränderungen bis zu ihrer Rückkehr zur Erde anhielten.

Forscher gehen davon aus, dass eine schwerelose Umgebung dazu führen kann, dass sich Nahrung im Darm langsamer bewegt und dadurch die Art und Weise verändert, wie Darmmikroorganismen verstoffwechseln. Unter normalen Umständen nutzen Darmbakterien bevorzugt Ballaststoffe für die Fermentation; Wenn weniger Ballaststoffe zur Verfügung stehen, wird auch mehr Protein abgebaut. Die Metabolitenveränderungen, die die Forscher im Blut der Astronauten fanden, waren Anzeichen für eine verstärkte Fermentation dieses Proteins. Da Nahrung im Weltraum möglicherweise langsamer durch den Darm gelangt, glauben Forscher, dass dieser Prozess erklären könnte, warum Astronauten anfälliger für Verstopfung sind.

Diese Studie untersucht mehr als nur den Stuhlgang. Forscher suchen nach Veränderungen der Stoffwechselaktivität im Körper von Astronauten, indem sie Metaboliten im Blut nachweisen. Diese kleinen Moleküle können Faktoren wie Ernährung und Darmaktivität widerspiegeln, was bedeutet, dass Veränderungen im Darm auch andere Körperteile außerhalb des Verdauungssystems, einschließlich des Gehirns, beeinflussen können. Das Forschungsteam stellte fest, dass einige durch Proteinfermentation produzierte Substanzen häufig mit gesundheitsschädlichen Auswirkungen wie Nierenschäden, Stimmungsschwankungen oder verminderter Konzentration verbunden sind. Die Forschung deckt jedoch derzeit Zusammenhänge und mögliche Mechanismen auf, was nicht bedeutet, dass diese Substanzen nachweislich direkt die oben genannten Gesundheitsprobleme bei Astronauten verursachen.

Während sich Raumfahrtbehörden auf längere bemannte Missionen zum Mond und künftige Weltraummissionen zu weiter entfernten Zielen vorbereiten, könnte die Erhaltung der Darmgesundheit von Astronauten immer wichtiger werden. Forscher sagen, dass zukünftige Raumflüge möglicherweise Maßnahmen erfordern, um die negativen Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf den Darm zu mildern. Zu den möglichen Interventionen gehören eine erhöhte Ballaststoffaufnahme, eine präbiotische Nahrungsergänzung oder andere Behandlungen, die die Darmmotilität fördern und die Zeit verkürzen, die die Nahrung benötigt, um den Darm zu passieren. Das Forschungsteam geht davon aus, dass diese Maßnahmen die Proteingärung reduzieren, zur Aufrechterhaltung einer gesünderen Darmumgebung beitragen und die damit verbundenen Gesundheitsrisiken verringern werden.

Die Forscher wiesen auch darauf hin, dass diese Entdeckung für einige Menschen auf der Erde von Referenzwert sein könnte. Patienten, die über einen längeren Zeitraum bettlägerig sind und stark in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind, neigen ebenfalls zu Verstopfungen und können zudem eine erhöhte Proteingärung aufweisen, was wiederum ihre bestehenden gesundheitlichen Probleme verschlimmert. Daher könnte die Untersuchung von Darmveränderungen in der Weltraumumgebung auch neue Ideen zur Verbesserung der Verdauungsgesundheit bettlägeriger Patienten liefern.

Die Studie mit dem Titel „Longitudinale metabolomische Analyse zeigt eine erhöhte intestinale mikrobielle Proteinfermentation während der Raumfahrt“ wurde von Forschern der Universität Kopenhagen in Zusammenarbeit mit der NASA durchgeführt. Das Papier wurde am 29. Juni 2026 in der Zeitschrift „Nature Communications“ veröffentlicht.

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