Die Vereinten Nationen werden über den Plan „More Real World Map“ abstimmen, und afrikanische Länder drängen auf einen schrittweisen Abschied von der Mercator-Projektion

📅 2026-09-04

Zusammenfassung:

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen wird diese Woche über eine Resolution darüber abstimmen, wie Weltkarten präsentiert werden sollen. Die von Togo vorgeschlagene und von der Afrikanischen Union unterstützte Resolution zielt darauf ab, die Welt dazu zu bewegen, die Abhängigkeit von traditionellen Mercator-Weltkarten schrittweise zu verringern und stattdessen flächentreue Kartenprojektionen einzuführen, die die tatsächlichen Flächen von Kontinenten und Ländern genauer widerspiegeln, einschließlich der „Equal Earth“-Karte, die in den letzten Jahren große Aufmerksamkeit erregt hat.

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Befürworter des Vorschlags glauben, dass die Mercator-Karte, die derzeit am weitesten verbreitete Karte der Welt, systematische Verzerrungen in der Gebietsdarstellung aufweist. Da diese Projektionsmethode die Landfläche mit zunehmendem Breitengrad immer weiter vergrößert, erscheinen Länder und Regionen in hohen Breiten auf der Karte besonders groß, während Länder und Regionen in Äquatornähe komprimiert werden. Der afrikanische Kontinent ist eines der typischsten Beispiele.

Lange Zeit haben viele Menschen anhand von Weltkarten den intuitiven Eindruck gewonnen, dass sich die Fläche zwischen Afrika und Grönland kaum unterscheidet. Tatsächlich beträgt die Fläche des afrikanischen Kontinents jedoch etwa 30,3 Millionen Quadratkilometer, während die Fläche Grönlands nur etwa 2,16 Millionen Quadratkilometer beträgt. Ersteres ist etwa 14-mal so groß wie Letzteres. Befürworter weisen darauf hin, dass die tatsächliche Fläche Afrikas sogar groß genug sei, um die gesamte Landfläche der Vereinigten Staaten, Chinas, Indiens, Japans, Mexikos und des größten Teils Europas aufzunehmen, aber traditionelle Karten machen es der Öffentlichkeit schwer, sich eine solche Wahrnehmung zu bilden.

Der togolesische Außenminister Robert Doucet erklärte bei relevanten Treffen der Vereinten Nationen, dass es sich bei dieser Initiative nicht um eine politische Bewegung, sondern um eine auf wissenschaftlichen Fakten basierende Aktion handele. Er betonte, dass Afrika keine Sonderbehandlung anstrebe und auch nicht um Mitgefühl von der Außenwelt bitte, sondern lediglich hoffe, dass die Weltkarte die wahre geografische Größe Afrikas getreu widerspiegeln könne.

Dem öffentlichen Resolutionsentwurf zufolge werden Regierungen, Schulen, internationale Organisationen und Technologieunternehmen ermutigt, der Verwendung von Equal Earth und anderen flächendeckenden Kartenprojektionen Vorrang einzuräumen, wenn es um den Vergleich kontinentaler Gebiete und die Aufklärung über geografisches Bewusstsein geht. Der Entwurf fordert nicht die vollständige Abschaffung der Mercator-Karten, sondern hofft, schrittweise weltweit neue Standards zu etablieren, die den tatsächlichen Flächenverhältnissen besser entsprechen.

Die Mercator-Projektion wurde 1569 vom flämischen Kartographen Gerardus Mercator entworfen. Ihr ursprünglicher Zweck bestand darin, der Navigation zu dienen. Da diese Projektion die Route eines entlang einer festen Ausrichtung fahrenden Schiffes als gerade Linie auf der Karte darstellen kann, war sie im Zeitalter der Entdeckungen von großem praktischen Wert und wurde schließlich zu einem der international anerkannten Weltkartenstandards. Auch im digitalen Zeitalter werden solche Karten immer noch häufig in Schulbüchern, Regierungspublikationen und Internet-Kartendiensten verwendet.

Die Kontroverse um Mercators Karte tobt jedoch schon seit vielen Jahren. Historiker und Geographen weisen im Allgemeinen darauf hin, dass die Karte im Bereich der Navigation wertvoll war, sich jedoch nicht dazu eignete, die relative Größe verschiedener Regionen der Welt genau darzustellen. Einige Wissenschaftler glauben außerdem, dass der langfristige Einsatz dieser Projektionsmethode die kognitiven Vorurteile der Menschen hinsichtlich der Bedeutung und des Einflusses verschiedener Regionen unsichtbar gestärkt hat. Einige Aktivisten bezeichnen dieses Phänomen sogar als „Kartokolonialismus“ und argumentieren, dass es die Präsenz entwickelter Länder im globalen Norden optisch vergrößert und gleichzeitig das geografische Bild Afrikas und anderer Regionen des globalen Südens schrumpft.

Hinter dieser UN-Abstimmung steht auch ein enger Zusammenhang mit der #CorrectTheMap-Bewegung, die in den letzten Jahren entstanden ist. Die Bewegung fordert eine Überprüfung der Standards für das Zeichnen von Weltkarten, in der Hoffnung, die Kartendarstellung näher an die realen geografischen Bedingungen anzupassen. Im Jahr 2025 bekundete die Afrikanische Union offiziell ihre Unterstützung für diese Bewegung und beauftragte Togo anschließend damit, relevante Themen auf internationaler Ebene voranzutreiben, um sie in den Diskussionsprozess der Vereinten Nationen einzubringen.

Analysten gehen davon aus, dass sich das globale Kartensystem nicht sofort ändern wird, selbst wenn die Resolution endgültig verabschiedet wird, da die Resolution der UN-Generalversammlung selbst keine durchsetzbare Wirkung hat. Diese Abstimmung hat jedoch immer noch eine wichtige symbolische Bedeutung. In Zukunft könnte es sich auf die Zusammenstellung von Schulbüchern, die Veröffentlichungsstandards internationaler Organisationen und die Entwicklungsrichtung von Kartenprodukten von Technologieunternehmen auswirken und dadurch das traditionelle Verständnis der Menschen über die geografischen Muster der Welt allmählich verändern.

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