Zusammenfassung:
Apple hatte aufgrund seines enormen Beschaffungsumfangs lange Zeit eine starke Verhandlungsmacht in der Flash-Speicher-Lieferkette. Doch das Gleichgewicht der Verhandlungen zwischen Apple und den Zulieferern verschiebt sich, da KI-Rechenzentren auf Speicherchip-Einkaufstour gehen und Flash-Speicher-Anbieter neue Kunden finden, die bereit sind, höhere Preise zu zahlen.

Das Wall Street Journal hat kürzlich einen Artikel veröffentlicht, der die Einzelheiten jahrelanger Verhandlungen zwischen Apple und Flash-Speicherlieferanten enthüllt: Lieferantenvertreter müssen Essen für nächtliche Verhandlungen vorbereiten; Wenn die Chippreise fallen, lehnt Apple manchmal sogar bereits bestellte Produkte ab, was die Lieferanten dazu zwingt, Lagerbestände zu halten oder die Preise weiter zu senken.
Vorsätzliche Misshandlung von Lieferantenvertretern?
Berichten zufolge dauern die Verhandlungen zwischen Apple und Zulieferern oft bis nach Mitternacht, ohne dass dazwischen Abendessen oder Ruhezeiten vorgesehen sind. Um lange Verhandlungsgespräche zu überstehen, führen einige Lieferantenvertreter Nahrungsriegel mit sich, um die körperlichen Probleme zu bewältigen, die durch längere Essensunfähigkeit entstehen.
Apple wird außerdem von Lieferanten verlangen, dass sie den Kunden die Meistbegünstigung bieten, um sicherzustellen, dass andere Unternehmen von Lieferanten keine niedrigeren Lieferpreise als Apple erhalten können. Apple muss außerdem die Finanzinformationen der Lieferanten überprüfen, um den Verkaufs- und Produktionsstatus der Lieferanten zu verstehen.
Hier ist ein Fall: Apple entdeckte einmal, dass Micron anderen Kunden niedrigere Preise für Flash-Speicher anbot, was Apples Unzufriedenheit hervorrief. Aus diesem Grund drohte Apple Micron und leitete ein Schlichtungsverfahren ein. Am Ende einigte sich Micron mit Apple Pay auf eine Entschädigung in zweistelliger Millionenhöhe.
Ein weiterer Fall ist der japanische Flash-Speicher-Anbieter Kioxia: Scott Nielsen, Geschäftsführer von Kioxia, hielt einmal während einer Fahrt durch die Wüste Südkaliforniens an, zertrümmerte seinen alten iPod mit einem Gewehr und ließ die Fragmente auf seinem Schreibtisch liegen. Er versuchte, seinen Protest über ein Android-Telefon auszudrücken.
Während die Flash-Speicherbranche Geld verliert, erzielt Apple beträchtliche Bruttogewinne mit Speicher-Upgrades:
Ab 2023 ließ der Boom beim Gerätekauf, der durch die Heimarbeit während der Epidemie ausgelöst wurde, nach und der Preis für Flash-Speicher sank zu diesem Zeitpunkt auf etwa 5 Cent pro GB. Einige Forschungsinstitute schätzen, dass die gesamte Flash-Speicherbranche in diesem Jahr einen Betriebsverlust von etwa 19 Milliarden US-Dollar erlitt, während Apples Bruttogewinn aus dem Verkauf von zusätzlichem Speicherplatz etwa 14 Milliarden US-Dollar betrug.
Die Speicher-Upgrade-Preise von Apple waren lange Zeit höher als die Kosten für das Hinzufügen von Flash-Speicher. Am Beispiel des iPhone 17 Pro, das letztes Jahr auf den Markt kam, müssen US-Benutzer für das Upgrade von der 256-GB-Version auf die 512-GB-Version 200 US-Dollar zusätzlich bezahlen, während Apple für die Erweiterung um 256 GB Flash-Speicher damals etwa 15 US-Dollar kostete.
Die Verhandlungsmacht der aktuellen Lieferanten wurde erheblich verbessert:
Der Schlüssel zur veränderten Situation liegt darin, dass große Technologieunternehmen große Mengen an Speichergeräten für die KI-Infrastruktur kaufen. Rechenzentren benötigen Flash-Speicher zum Speichern von Modellen, Trainingsdaten und Anwendungsdaten, wodurch Flash-Speicheranbieter größere Kunden gewinnen und eher bereit sind, langfristige Verträge abzuschließen.
Analysten schätzen, dass Apple vor zwei Jahren etwa doppelt so viel NAND-Flash-Speicher gekauft hat wie Microsoft, Amazon, Meta und Google zusammen. Mittlerweile sind die Käufe dieser vier Unternehmen zusammen mehr als doppelt so hoch wie die von Apple.
Meta, Microsoft und Amazon haben langfristige Lieferverträge mit Kioxia unterzeichnet und höhere Preise akzeptiert. Solche Verträge helfen Kioxia dabei, Aufträge und Einnahmen zu sichern, und geben Kioxia außerdem mehr Optionen bei Verhandlungen mit Apple. Der Beschaffungskonzern Apple ist jedoch nach wie vor der größte Kunde der Branche.
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