Zusammenfassung:
Taiwanesische Staatsanwälte ermitteln gegen Unimicron Technology wegen angeblicher Umetikettierung von in China hergestellten Leiterplatten in „Made in Taiwan“. Der Fall hat erneut Aufmerksamkeit auf die Compliance-Probleme des Unternehmens in der Lieferkette gelenkt. Die von Xinxing Electronics hergestellten Leiterplatten und fortschrittlichen Verpackungsmaterialien werden häufig in den Bereichen Hochleistungsrechnen, künstliche Intelligenz und Smartphones eingesetzt.

Die Staatsanwaltschaft des Bezirks Taoyuan durchsuchte kürzlich das Hauptquartier von Xinxing Electronics im Bezirk Guishan der Stadt Taoyuan und eine Produktionsfabrik im Bezirk Zhongli und forderte 14 Führungskräfte und Mitarbeiter auf, sich mit dem Fall zu befassen. Die Staatsanwaltschaft hat noch nicht bekannt gegeben, ob Anklage erhoben wird und die Ermittlungen noch andauern.
Im Mittelpunkt des Falles steht, dass Xinxing Electronics vorgeworfen wurde, in China hergestellte Leiterplatten nach Taiwan geliefert und dann die Etiketten geändert zu haben, um Taiwan als Herkunft des Produkts anzugeben. Der Staatsanwalt gab an, dass die entsprechenden Handlungen im Verdacht stünden, gegen die Bestimmungen des Strafgesetzes über Urkundenfälschung und falsche Angaben zur Herkunft von Produkten zu verstoßen, und werde weiterhin Beweise sammeln.
Ein Geschäftsführer der Leiterplattenabteilung von Xinxing Electronics mit Nachnamen Wang hinterlegte eine Kaution in Höhe von 15 Millionen NT$ (ca. 474.000 US-Dollar); Ein stellvertretender Geschäftsführer namens Wu hinterlegte eine Kaution in Höhe von 12 Millionen NT$. Die anderen drei Personen zahlten Kautionen zwischen 300.000 und 5 Millionen NT$, und die übrigen neun Personen wurden ohne Kaution freigelassen.
Xinxing Electronics-Sprecher Zhong Mingfeng sagte, das Unternehmen kooperiere „vollständig bei der Untersuchung von Streitigkeiten über die Herkunft von Produkten“.
Der Fall erregte besondere Aufmerksamkeit, weil Xinxing Electronics Materialien liefert, die in fortschrittlichen Halbleiterverpackungen verwendet werden. Das Unternehmen ist einer der größten Hersteller von Ajinomoto Build-up Film (ABF)-Trägerplatinen, die in Hochleistungsrechnern, künstlicher Intelligenz und Smartphone-Chips eingesetzt werden. Das Unternehmen produziert auch Leiterplatten.
Sowohl Nvidia als auch Intel sind Kunden von Xinxing Electronics. Es ist unklar, ob die beiden Unternehmen mit den in dem Fall betroffenen Produkten in Verbindung stehen, ob die betreffenden Leiterplatten in die USA exportiert wurden oder ob es sich um ABF-Trägerplatinen handelt.
Der Fall wirft auch neue Fragen für Elektronikkäufer auf, die nachverfolgen müssen, wo Teile hergestellt werden und welche Dokumente sie benötigen. Angaben zur Produktherkunft können sich auf die Zollbehandlung, die Einhaltung von Handelsbestimmungen und Kaufentscheidungen auswirken, insbesondere für Hardware, die in Servern mit künstlicher Intelligenz und anderen fortschrittlichen Computersystemen verwendet wird.
Die Untersuchung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem US-Beamte die Überwachung von Technologielieferketten mit Verbindungen zu China intensivieren, insbesondere derjenigen, die fortschrittliche Hardware für künstliche Intelligenz beinhalten. Wenn die Staatsanwaltschaft feststellt, dass in China hergestellte Produkte durch Taiwan transportiert und vor dem Export neu gekennzeichnet wurden, könnte der Vorfall zu einer genaueren Prüfung durch Kunden und Aufsichtsbehörden führen.
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