Europa treibt einen Supercollider-Plan im Wert von 17 Milliarden US-Dollar voran. Der Plan sieht den Bau des Future Circular Collider (FCC) mit einer 91 Kilometer langen Umlaufbahn unter der französischen und schweizerischen Landschaft vor, um Forschern bei der detaillierten Untersuchung des Higgs-Bosons zu helfen. Laut „Nature“ stehen Wissenschaftler jedoch unter enormem Druck, einen Supercollider zu bauen, da es am 27 Kilometer langen Large Hadron Collider (LHC), der derzeit außerhalb von Genf in der Schweiz betrieben wird, an neuen physikalischen Entdeckungen mangelt. Sie müssen die Geldgeber davon überzeugen, dass sich eine so große Investition lohnt.

Einzelheiten des Plans stammen aus einem Zwischenbericht der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN), der die Machbarkeit des FCC untersucht. Der Bericht wurde noch nicht veröffentlicht, aber es ist sicher, dass der Collider nach seiner Fertigstellung seinen Vorgänger, den 27 Kilometer langen LHC, in den Schatten stellen wird.

Berichten zufolge könnte die FCC bereits im Jahr 2033 mit dem Bau beginnen, was die Bohrung einer 91 Kilometer langen kreisförmigen Strecke 200 Meter unter der Erde erfordert, die ein Gebiet umschließt, das größer ist als das Gebiet von Chicago in den Vereinigten Staaten. Gemäß dem Entwurfsvorschlag ist diese Strecke durch 4 Experimentierhallen unterteilt.

CERN-Generaldirektorin Fabiola Gianotti wies darauf hin, dass ein Großteil der Finanzierung des FCC-Bauplans aus dem bestehenden CERN-Budget finanziert werde.

Darüber hinaus benötigt das Programm weiterhin finanzielle Unterstützung von Vollmitgliedsstaaten des CERN und assoziierten Mitgliedern wie den Vereinigten Staaten und Japan, zu den Kosten machte der Bericht jedoch keine Angaben.

„Sie scheinen es zu vermeiden, konkrete Zahlen zu nennen, etwa zu den Kosten und einer möglichen Kostenbeteiligung durch Nichtmitgliedstaaten.“ Sagte der amerikanische Physikhistoriker Michael Riordan.

Es gibt Widerstand gegen den Plan von einigen Wissenschaftlern, die argumentieren, dass die Kosten für den Bau eines solchen riesigen Colliders die Vorteile überwiegen, insbesondere wenn die Theorie nicht klar darauf hinweist, was entdeckt werden könnte.

Es wird berichtet, dass der vollständige Forschungsbericht des Plans nächstes Jahr veröffentlicht wird und die zuständigen Abteilungen voraussichtlich vor 2028 eine Entscheidung über die Genehmigung des Plans treffen werden.