Kindesmissbrauch umfasst derzeit vier Kategorien: körperliche Misshandlung, sexueller Missbrauch, emotionaler Missbrauch und Vernachlässigung. In einer Studie in der Fachzeitschrift Child Abuse & Neglect wurde untersucht, wie verbaler Missbrauch von Kindern definiert und gemessen wird. Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit einheitlicher Definitionen, da verbale Beleidigungen in manchen Kulturen manchmal als Strafe angesehen werden.


Beschimpfungen umfassen Verhaltensweisen wie Herabwürdigungen, Schreien und Drohungen, die emotionalen und psychischen Schaden anrichten können. Diese Studie befürwortet verbalen Missbrauch als eigenständige Unterart des Missbrauchs. Eine neue systematische Übersicht von Forschern des University College London (UCL) und der Wingate University unterstreicht, wie wichtig es ist, den verbalen Missbrauch von Kindern durch Erwachsene als separate Unterkategorie des Kindesmissbrauchs anzuerkennen, um eine gezielte Prävention und Behandlung des dauerhaften Schadens sicherzustellen, der verbaler Missbrauch verursachen kann.

Kindesmissbrauch wird derzeit in vier Untertypen unterteilt: körperlicher Missbrauch, sexueller Missbrauch, emotionaler Missbrauch und Vernachlässigung. Diese Klassifizierungen bieten Orientierung für die Entwicklung von Interventionen und die Überwachung betroffener Bevölkerungsgruppen. Die im International Journal of Child Abuse and Neglect veröffentlichte und von der Wohltätigkeitsorganisation WordsMatter in Auftrag gegebene Studie untersuchte 149 quantitative Studien und 17 qualitative Studien, um zu beurteilen, wie verbaler Kindesmissbrauch derzeit definiert und gemessen wird. Die Forscher fanden heraus, dass es eine einheitlichere Definition von verbalem Kindesmissbrauch geben muss, da die aktuellen Definitionen von verbalem Kindesmissbrauch zwischen Eltern und anderen Autoritäten unterschiedlich sind und in manchen Kulturen dieser als normale Form der Disziplinierung angesehen wird.

Verbaler Missbrauch in der Kindheit beinhaltet Verhaltensweisen, die dem Wohlbefinden eines Kindes schaden können, wie z. B. Herabsetzen, Schreien und bedrohliche Sprache.

Untersuchungen haben ergeben, dass diese Verhaltensweisen ein Leben lang nachhaltige Auswirkungen auf Kinder haben können, mit potenziellen emotionalen und psychologischen Folgen, einschließlich eines erhöhten Risikos für Wut, Depression, Drogenmissbrauch, Selbstverletzung und Fettleibigkeit.

Das Forschungsteam stellte jedoch fest, dass es eine klare Lücke bei der Behandlung von verbalem Missbrauch von Kindern durch Erwachsene als eigenständige Unterart von Missbrauch gibt und dass dies ein Ausgangspunkt für die Identifizierung und Verhinderung dieses Missbrauchs wäre. Co-Autor Professor Peter Fonagy (Abteilung für Psychologie und Sprachwissenschaften, UCL) sagte: „Diese systematische Überprüfung ist zeitgemäß und hat einen wichtigen klinischen Wert. Die Verhinderung von Kindesmissbrauch ist der wirksamste Weg, um das Auftreten von psychischen Gesundheitsproblemen bei Kindern zu reduzieren Definitionen Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist emotionaler Missbrauch heute die häufigste Form von Kindesmissbrauch und übertrifft körperlichen oder sexuellen Missbrauch*.

Forscher fanden jedoch heraus, dass der Begriff „emotionaler Missbrauch“ vage ist und sich auf das Opfer konzentriert. Während der Begriff „Kindesmissbrauch“ den Schwerpunkt auf das Verhalten von Erwachsenen legt, kann diese Verantwortung, wenn man sie als eigenständigen Subtyp betrachtet, der Ausgangspunkt für die Prävention sein.

Auch die mit „missbräuchlich“ assoziierte Terminologie variierte in den einzelnen Studien, wie etwa „missbräuchliche Aggression“, „missbräuchliche Feindseligkeit“ und „missbräuchlich“, was die Notwendigkeit einer standardisierten Terminologie in diesem Bereich unterstreicht.

Die Untersuchung der Täter und Merkmale ergab, dass die Haupttäter verbalen Missbrauchs durch Erwachsene in der Kindheit Eltern (76,5 %), andere erwachsene Betreuer zu Hause (2,4 %) und Lehrer (12,71 %) waren. Zu den weiteren Erwachsenen zählen Trainer (0,6 %) und Polizisten (0,6 %). Schreien ist das am häufigsten dokumentierte Merkmal von Missbrauch. Die Forschung zeigt jedoch, dass Definitionen von Kindesmissbrauch nicht nur die verwendeten Wörter, sondern auch die Absicht, die Art des Ausdrucks und die direkten Auswirkungen auf Kinder berücksichtigen müssen. Um die Auswirkungen dieses Verhaltens besser zu verstehen, sind weitere Untersuchungen in bestimmten Altersgruppen erforderlich. Hauptautorin Professorin Shanta Dube (Wingate University, USA) sagte: „Missbrauch in der Kindheit muss dringend als Subtyp von Missbrauch anerkannt werden, da dieses Verhalten lebenslange negative Folgen haben kann.“

„Wir haben enorme Fortschritte bei der Sensibilisierung und den Interventionen gesehen, die auf die Täter von körperlichem und sexuellem Missbrauch abzielen, was zu einem Rückgang dieser Formen des Missbrauchs geführt hat. Wenn wir uns auf den ‚verbalen Missbrauch‘ der Täter konzentrieren und nicht nur auf den ‚emotionalen Missbrauch‘ der Opfer, können wir möglicherweise ähnliche Maßnahmen ergreifen, um verbalen Missbrauch von Kindern und seinen Folgen zu verhindern.“

„Das Durchbrechen des Generationenkreislaufs beginnt bei den Erwachsenen.“ Jessica Bondy, Gründerin der neuen Wohltätigkeitsorganisation WordsMatter, sagte: „Die Mission von WordsMatter besteht darin, die allgemeine Gesundheit und das Wohlbefinden von Kindern zu verbessern, indem missbräuchliche Erwachsene im Leben von Kindern reduziert werden.

„Worte haben Gewicht, sie können andere erheben oder zerstören. Lasst uns unsere Kinder aufbauen, nicht sie niederreißen.“