Das norwegische Nobelkomitee gab heute bekannt, dass der Friedensnobelpreis 2023 an die inhaftierte iranische Menschenrechtsaktivistin Narges Mohammadi verliehen wird. UN-Generalsekretär Guterres gab am selben Tag eine Erklärung ab, in der er sagte, dass diese Entscheidung die Menschen an die Verfolgung weiblicher Menschenrechtsverteidigerinnen im Iran und anderswo erinnere.

Mohammadi arbeitet seit vielen Jahren als Journalist und ist außerdem Autor und stellvertretender Direktor der in Teheran ansässigen zivilgesellschaftlichen Organisation Defenders of Human Rights Center (DHRC). Derzeit verbüßt ​​sie eine 16-jährige Haftstrafe im Teheraner Evin-Gefängnis.

Im September 2022 wurde das 22-jährige iranische Mädchen Mahsa Amini wegen Verstoßes gegen das Gesetz zur Hijab-Tragepflicht verhaftet und starb später in Polizeigewahrsam. Ihr Tod löste im Iran landesweite Proteste und Unruhen aus. Mohammadi berichtete zusammen mit zwei anderen inhaftierten Journalistinnen im Iran über Aminis Tod und erhielt im Mai dieses Jahres von der UNESCO den Preis für Pressefreiheit.

Guterres betonte, dass die diesjährige Entscheidung über den Friedensnobelpreis eine Erinnerung daran sei, dass die Rechte von Frauen und Mädchen im Iran und anderswo auf starken Widerstand stoßen und Menschenrechtsverteidigerinnen verfolgt würden.

„Der diesjährige Friedensnobelpreis würdigt all jene Frauen, die ihre Freiheit, Gesundheit und sogar ihr Leben riskierten, um für ihre Rechte zu kämpfen“, sagte er.

„Mut und Entschlossenheit“

Liz Throssell, Sprecherin des Büros des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte, sagte Reportern in Genf: „Ich denke, es besteht kein Zweifel daran, dass iranische Frauen eine Quelle der Inspiration für die Welt waren. Wir haben ihren Mut und ihre Entschlossenheit angesichts von Repressalien, Einschüchterung, Gewalt und Inhaftierung gesehen.“

Throssell sagte, der Mut und die Entschlossenheit der iranischen Frauen seien bemerkenswert. Sie werden schon allein wegen ihrer Kleidung schikaniert und sind mit zunehmend härteren rechtlichen, sozialen und wirtschaftlichen Maßnahmen konfrontiert, die gegen sie gerichtet sind.