Psychologische Forscher der University of Southern California Dornsife fanden durch den Vergleich von Gehirnbildern heraus, dass es signifikante Unterschiede in den Gehirnverarbeitungsmustern einsamer Menschen im Vergleich zu denen gibt, die nicht einsam sind. Der russische Schriftsteller und Philosoph Leo Tolstoi könnte inspiriert gewesen sein, als er den Eröffnungssatz von „Anna Karenina“ schrieb: „Glückliche Familien sind alle gleich; jede unglückliche Familie hat ihr eigenes Unglück.“
Eine kürzlich in Psychological Science vom USC Dornsif College of Letters, Arts and Sciences (USC Dornsif College of Letters, Arts, and Sciences) veröffentlichte Studie zeigt, dass Menschen, die keine Einsamkeit erleben, ähnliche Muster in der Gehirninformation aufweisen
Zahlreiche Studien zeigen, dass Einsamkeit sich nach eigener Aussage negativ auf die körperliche und geistige Gesundheit auswirkt und oft mit dem Gefühl einhergeht, von anderen nicht verstanden zu werden Vor der COVID-19-Pandemie gab etwa die Hälfte der Erwachsenen in den USA an, ein messbares Maß an Einsamkeit erlebt zu haben Baek, Assistenzprofessorin für Psychologie an der Seaver University, versuchte besser zu verstehen, was dieses Gefühl der Trennung und des Missverständnisses verursachte. Mithilfe einer bildgebenden Technik namens funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) untersuchten Baek und ihr Team die Gehirne von 66 Studienanfängern, während sie sich eine Reihe von Videoclips ansahen, die von sentimentalen Musikvideos bis hin zu Partyszenen und Sportereignissen reichten und verschiedene Szenarien für die Analyse lieferten.
Vor dem Scan wurden Teilnehmer im Alter von 18 bis 21 Jahren gebeten, die UCLA Loneliness Scale auszufüllen, eine Umfrage, die das subjektive Gefühl von Einsamkeit und sozialer Isolation einer Person misst Die Forscher teilten die Teilnehmer in zwei Gruppen ein: einsame Menschen und „nicht einsame Menschen“ (Menschen, die sich nicht einsam fühlen). Anschließend scannten sie das Gehirn jedes Teilnehmers, während sie sich das Video ansahen. Durch den Vergleich der Bildgebungsdaten des Gehirns der beiden Menschengruppen stellten die Forscher fest, dass einsamere Menschen unterschiedliche und spezifischere Gehirnverarbeitungsmuster aufwiesen als diejenigen, die nicht einsam waren.
Dieser Befund ist bedeutsam, weil er zeigt, dass neuronale Ähnlichkeit – das Ausmaß, in dem die Gehirnaktivitätsmuster zwischen Individuen ähnlich sind – mit einem gemeinsamen Verständnis der Welt zusammenhängt. Dieses gemeinsame Verständnis ist nicht nur wichtig für den Aufbau sozialer Verbindungen, sondern jeder einsame Mensch ist auch einzigartig anders.
„Wir waren überrascht, dass einsame Menschen einander weniger ähnlich waren“, sagte Baek. „Tatsächlich fanden sie weder mit einsamen noch mit nicht-einsamen Menschen eine gemeinsame Basis, was es für sie schwieriger machte, sich mit der Gesellschaft zu verbinden. Das ‚Anna-Karenina-Prinzip‘ ist eine treffende Beschreibung einsamer Menschen, weil sie Einsamkeit auf eine idiosynkratische Weise und nicht auf eine allgemein nachvollziehbare Weise erleben.“ „
Einsamkeit hat nichts damit zu tun, ob man Freunde hat
Ist die spezifische Behandlung einsamer Menschen also eine Ursache für Einsamkeit oder ist sie eine Folge von Einsamkeit?
Forscher beobachteten, dass Menschen mit einem hohen Maß an Einsamkeit eher spezifische Gehirnreaktionen zeigten, unabhängig von der Anzahl ihrer Freunde oder sozialen Verbindungen. Dies erhöht die Möglichkeit, dass der Umgang mit Menschen, die die Welt anders sehen als man selbst, ein Risikofaktor für Einsamkeit sein kann, selbst wenn man regelmäßig mit ihnen interagiert.
Untersuchungen deuten auch darauf hin, dass soziale Verbindungen oder Trennungen im Laufe der Zeit schwanken können und dies das Ausmaß beeinflussen kann, in dem eine Person die Welt auf eigenwillige Weise verarbeitet.
Mit Blick auf die Zukunft sagte Baek, dass sie daran interessiert sei, Menschen zu untersuchen, die Freunde haben und sozial aktiv sind, sich aber dennoch einsam fühlen. Darüber hinaus untersuchen Forscher konkrete Situationen, in denen einsame Menschen anders zurechtkommen. Zeigen einsame Menschen beispielsweise einen spezifischen Umgang mit Notfällen oder unklaren sozialen Situationen?