Minecraft war schon immer eine Plattform für Modder, auf der sie ihre Talente unter Beweis stellen konnten, angefangen bei der Nachbildung großer Gebäude bis hin zum Betrieb von Computersystemen im Spiel. Jetzt bringt ein neues Projekt diese Kreativität auf eine neue Ebene, indem es Minecraft auf COBOL ausführt, einer Programmiersprache, die 1959 entwickelt wurde. Obwohl COBOL auch heute noch sehr relevant ist, ist der Mangel an Entwicklern, die die Sprache beherrschen, zu einer großen Herausforderung geworden.
Moddermeyfa hat kürzlich Tools und Anleitungen zum Betrieb eines Minecraft-Servers mit COBOL veröffentlicht, einer Programmiersprache, die in den 1950er und 1960er Jahren für kommerzielle IT-Systeme entwickelt wurde. Trotz der Unternehmensorientierung von COBOL und der mangelnden Erfahrung des Entwicklers läuft diese alternative Version von Minecraft reibungslos und unterstützt die meisten Grundfunktionen des Spiels.
Das laufende Projekt namens CobolCraft umfasst noch nicht alle Funktionen von Minecraft. Es unterstützt jedoch einige wichtige Funktionen wie die unbegrenzte Geländegenerierung, das Speichern persistenter Weltdaten auf der Festplatte, den Import vorhandener Welten, die Verwaltung des Spielerinventars und grundlegende Blockfunktionen.
Das Spiel unterstützt auch den Mehrspielermodus mit bis zu 10 Spielern und bietet Funktionen wie Chat, Serverstatusaktualisierungen, Serverkonfigurationsoptionen und Whitelisting.
Während CobolCraft möglicherweise nie die komplexesten Multi-State-Blockinteraktionen unterstützt, funktionieren einfachere Elemente wie Fackeln, Steinplatten, Treppen, Türen und Betten alle einwandfrei.
Dieses Modul ist in erster Linie für Linux konzipiert, eine plattformunabhängige Version ist jedoch über Docker verfügbar. Allerdings ist das Projekt noch nicht unter Windows getestet.
Für die Ausführung von CobolCraft unter Linux sind eine Reihe von Tools und Abhängigkeiten erforderlich, darunter Cobc, Make, G++, Zlib, Curl und die neueste Version von Java. Eine detaillierte Anleitung finden Sie auf der DockerHub-Seite des Entwicklers.
Die vielleicht tiefgreifendste Erkenntnis aus diesem Projekt ist, dass neue Entwickler auch fast 70 Jahre nach der Entstehung von COBOL immer noch COBOL erlernen können. Ursprünglich für Geschäftssysteme konzipiert, läuft COBOL auch heute noch auf IT-Mainframes und wickelt eine Vielzahl von Geschäftstransaktionen ab, allerdings wird es immer schwieriger, Programmierer zu finden, die sich mit COBOL auskennen.
Meyfa hatte vor der Entwicklung von CobolCraft keine Erfahrung mit COBOL. Darüber hinaus sind Spiele wie Minecraft nicht für das unternehmensorientierte Design von COBOL geeignet, sodass die für dieses Projekt erforderlichen Programmierkenntnisse besonders hoch sind.
CobolCraft basiert auf GnuCOBOL, einem Open-Source-Fork, den Entwickler seit mehr als zwei Jahrzehnten pflegen. Für diejenigen, die neugierig sind, gibt es hier einen Leitfaden zum Einstieg in das Schreiben mit GnuCOBOL.
Die Übersetzung von Minecraft in eine alte Programmiersprache ist wohl eine weitere faszinierende Errungenschaft in der Geschichte des Spiels. Allerdings ist Minecraft seit langem ein Testfeld für ehrgeizige Projekte. Zuvor haben Modder Nachbildungen des ursprünglichen Legend of Zelda, Google Earth-Voxelkonverter und PCs erstellt, auf denen Doom ausgeführt werden kann, und sogar das gesamte bekannte Universum im Spiel simuliert.