Die europäischen Gaspreise stiegen zum ersten Mal seit mehr als einem Jahr auf 50 Euro, nachdem es Anzeichen dafür gab, dass die russischen Gaslieferungen nach Europa über die Ukraine am Mittwoch nach Ablauf eines Transitabkommens eingestellt werden. Nach Angaben ukrainischer Netzbetreiber lag die ursprüngliche Erdgasbestellung an der Importstation Sudzha an der russisch-ukrainischen Grenze am 1. Januar bei Null. Diese Daten können noch aktualisiert werden. Bei diesen Daten handelt es sich um Kundenbestellungsanfragen für Erdgas, nicht um die tatsächliche Lieferung.
Dies ist das erste greifbare Zeichen dafür, dass die russischen Gaslieferungen durch die Ukraine – die seit Jahrzehnten eine wichtige Transitroute ist – am Neujahrstag um 6 Uhr morgens mitteleuropäischer Zeit eingestellt werden. Das fünfjährige Transitabkommen zwischen Moskau und Kiew läuft Ende 2024 aus, ein Ersatz ist trotz monatelanger politischer Auseinandersetzungen nicht in Sicht.
Die Frage ist nun, ob die Störung dauerhaft sein wird und welche Auswirkungen sie auf Europa haben wird, wenn die globalen Gasmärkte angespannter werden. Obwohl die Versorgungsverluste aus Russland nur etwa 5 % des europäischen Erdgasbedarfs ausmachen, leidet der Kontinent immer noch unter den Folgen der Energiekrise, die durch den Russland-Ukraine-Konflikt ausgelöst wurde. Auch Europa hat die Lagerbestände schneller als üblich aufgebraucht.
Die europäischen Benchmark-Erdgaspreise sind in diesem Jahr bisher um 55 % gestiegen und haben damit den größten jährlichen Anstieg seit 2021 erreicht. In Amsterdam waren die Februar-Futures um 17:07 Uhr um 4,5 % auf 50,04 Euro pro Megawattstunde gestiegen. Der Frontmonatskontrakt stieg auf den höchsten Stand seit Oktober 2023.