Viele Papiersorten können inzwischen recycelt werden, was großartig ist, aber Textilabfälle werden immer noch größtenteils weggeworfen oder verbrannt. Eine neue Technologie könnte das ändern, indem sie die beiden Materialien kombiniert und ausrangierte Baumwollkleidung verwendet, um das Geschenkpapier zu verstärken.

Von links: Forscher Alexander Weissensteiner, Alexander Wagner und Thomas Harter mit Papierschnittmuster Lunghammer aus 30 % recycelten Baumwollfasern – Technische Universität Graz

Das Verfahren wird von einem Team um Thomas Harter, Postdoktorand an der österreichischen Technischen Universität Graz, entwickelt.

Ausrangierte Baumwollkleidung wird zunächst mechanisch in Fetzen zerkleinert und anschließend mit einer wasserbasierten Lösungsmittellösung vermischt. Die Mischung wird dann gemahlen, um die ineinander verschlungenen Baumwollfasern auseinanderzuziehen, ohne dass sie zusammenklumpen oder Nissen bilden.

Der resultierende faserige Zellstoff soll dem Zellstoff ähneln, der zur Papierherstellung verwendet wird. Tatsächlich wird dieser Stoff hinzugefügtzu recyceltem Zellstoff, der bei der Herstellung von Verpackungspapier wie Karton verwendet wird, wodurch die Festigkeit des Endprodukts erhöht wird.

Geschredderte Baumwolle wird vor dem Mahlen in einer wässrigen Lösung eingeweicht

Berichten zufolge zeigen Labortests, dass das verstärkte Papier auch dann, wenn es nur 30 % Textilfasern enthält, immer noch deutlich stärker ist als Verpackungspapier, das ausschließlich aus recycelten Papierfasern hergestellt wird. Dies liegt daran, dass die durchschnittliche Länge von Textilfasern 1,7 mm beträgt und damit viel länger ist als bei vergleichbarem Papier. Der Hauptbestandteil sowohl der Baumwollfaser als auch der Holzfaser, die traditionell bei der Papierherstellung verwendet werden, ist Zellulose.

Wichtig ist, dass plastifiziertes Verpackungspapier wie normales Papier verarbeitet werden kann. Es hat eine braune Farbe, gemischt mit bunten Flecken aus gefärbtem Stoff, aber diese Eigenschaft hat keinen Einfluss auf seine Leistung.

Es besteht die Hoffnung, dass durch die Weiterentwicklung der Technologie verhindert werden kann, dass Textilabfälle auf Mülldeponien landen, stärkeres Verpackungspapier hergestellt wird, das länger hält, bevor es recycelt werden muss, und die Menge an Altpapier reduziert wird, die für die Herstellung von Verpackungspapier erforderlich ist.

Harter und Kollegen erforschen derzeit Möglichkeiten, die Technologie auf industrielle Anwendungen auszudehnen, einschließlich der Reduzierung des Energiebedarfs des Mahlprozesses. Dies kann durch eine Vorbehandlung des geschredderten Stoffes mit Enzymen erreicht werden, die dafür sorgen, dass sich die Baumwollfasern leichter entwirren.